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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 27.02.2007

Investitionen in Frauen fördern die Wirtschaftskraft in Entwicklungsländern
Clarissa Lempp

Um wirtschaftliche Teilhabe von Frauen zu fördern, haben Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und Danny Leipziger, Vizepräsident der Weltbank, im Februar 2007 nach Berlin geladen.



Unter dem Motto "Women's economic empowerment as smart economics" berieten VertreterInnen der Weltbank und MinisterInnen aus Europa und den afrikanischen Staaten über die Stärkung der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen in Entwicklungsländern. Einer der Schwerpunkte ist die Umsetzung des Gender-Aktionsplans, den die Weltbank im September 2006 ins Leben gerufen hat.

Fehlende Investitionen in Frauen bringen nicht nur für diese selbst Nachteile, sondern auch für die Volkswirtschaften. Einer Studie der Weltbank zufolge könnten die Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens bei einer Nutzung des wirtschaftlichen Potenzials der Frauen ihr Wirtschaftwachstum von 1,9 % auf 2,7 % jährlich steigern. Tatsächlich produzieren Frauen in den Entwicklungsländern bis zu 80 % der Nahrungsmittel, besitzen aber nur 10 % der Anbauflächen. Die Schwierigkeiten der Landrechterwerbung und die Finanzierung durch Kredite erschweren den Frauen die ökonomische Selbständigkeit. Dabei bewies sich, dass Frauen die zuverlässigeren Rückzahler sind. Die Vorstandssprecherin der KfW-Bankengruppe Ingrid Matthäus-Maier erklärte dazu: "Die Erfahrung zeigt, dass Frauen diese Kredite zuverlässig zurückzahlen. Mehr als zwei Drittel aller 150 Millionen Kunden, die derzeit weltweit einen Mikrokredit haben, sind Frauen. Die durchschnittliche Rückzahlungsquote liegt bei etwa 97 Prozent."

Zur Stärkung des Landrechtserwerbs sollen Maßnahmen wie das bisher von 42 afrikanischen Staats- und Regierungschefs unterschriebene und im September 2005 in Kraft getretene, Maputo-Protokoll unterstützt werden. Darin wurden spezifische Rechtsansprüche zum Schutz von Frauen und Mädchen, wie auch die Garantie und Anerkennung ökonomischer Rechte sowie gleiche Land- und Besitzrechte festgehalten. Dazu gilt es aber auch, Bildung für Frauen zugänglicher zu machen. Schließlich sind zwei Drittel der AnalphabetInnen Frauen. Der Erwerb von Bildung fördert jedoch die politische Teilhabe der Frauen und stärkt sie in ihrer körperlichen und sexuellen Selbstbestimmung, was vor allem in HIV-Risikogebieten für die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen entscheidend ist.

Die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zur Halbierung der Weltarmut bis 2015 seien nur zu erreichen, wenn Frauen stärker als bisher in den Blickpunkt der Politik rücken, betonte die dänische Entwicklungsministerin Ulla Tornaes auf der Pressekonferenz der Tagung am 23.02.2007 in Berlin. Die Analysen und Daten wurden erhoben, jetzt sei es Zeit zu handeln, fuhr sie fort.
Der Gender-Aktionsplan beabsichtigt zur Umsetzung dieser Ziele die stärkere Verankerung von Gender-Aspekten in die eigenen Aktivitäten der Weltbankgruppe, die Mobilisierung von zusätzlichen Ressourcen und die Verbesserung der Informations- und Aufklärungslage, sowie die Investition in konkrete Projekte. Während der vierjährigen Laufzeit des Plans (2007 bis 2011) werden dafür 24,5 Millionen Dollar bereitgestellt. Keine hohe Summe, gemessen an den 20 Milliarden, die jährlich von der Weltbank vergeben werden. So sollten die afrikanischen Länder auch nicht allzu große Hoffnungen in die Hilfeleistungen der Weltbank und von reichen Geberländern setzen, warf Ngozi Okonjo-Iweala, die ehemalige Finanzministerin von Nigeria ein. "Wir müssen unsere Regierungen selbst unter Druck setzen, damit sich etwas verändert."

Informationen und Publikationen zum Gender-Aktionsplan finden Sie auf den Internetseiten des BMZ

(Quellen:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), vom 22.02.2007
"Nur mit Frauen kommen wir weiter", Artikel von Heidemarie Wieczorek-Zeul aus der Frankfurter Rundschau, vom 17.02.2007
"Frauen zahlen zuverlässiger zurück", Interview mit KfW-Vorstandssprecherin Ingrid Matthäus-Maier über die Unterstützung von Mikrokreditprojekten aus dem Tagesspiegel, vom 24.02.2007)

Women + Work Beitrag vom 27.02.2007 Clarissa Lempp 

   




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