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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 02.06.2008

Lisa Ortgies verlässt EMMA
AVIVA-Redaktion

Der Generationenwechsel ist gescheitert: Nach zwei Monaten Einarbeitung als Chefradakteurin bei EMMA geht Lisa Ortgies und Alice Schwarzer übernimmt wieder die Leitung des feministischen Magazins.



"Und ich bin, mit Verlaub, übrigens auch nicht abzulösen."
- Alice Schwarzer (Rede zur Börne-Preisverleihung, 4. Mai 2008)

Im Dezember 2007, kurz nach ihrem 65. Geburtstag, verkündete Alice Schwarzer bei "Johannes B. Kerner", dass sie nach 31 Jahren ihren Posten als Chefredakteurin der EMMA im Frühjahr 2008 abgeben würde. Bald folgte eine EMMA-Pressemitteilung, in der die Moderatorin ("frau tv") und Journalistin Lisa Ortgies als Nachfolgerin präsentiert wurde. Die 41-jährige, die seit 2005 bereits regelmäßige EMMA-Kolumnistin war, sei "eine Frau, die an der Front der aktuellen Herausforderung moderner Frauen steht, will sagen: die beides vereint, Kinder und Karriere." Die verheiratete zweifache Mutter sollte frischen Wind in das älteste feministische Magazin bringen – doch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie war dort offensichtlich nicht möglich.

In der von Alice Schwarzer unterzeichneten Presseerklärung vom 30. Mai 2008 gab die EMMA-Redaktion bekannt, "dass sie die Phase der Einarbeitung von Lisa Ortgies in die Chefredaktion nach zwei Monaten beendet". Weiter hieß es: "Zu unserem Bedauern eignet sich die Kollegin – die wir als Autorin weiterhin sehr schätzen und gerne als redaktionelle Mitarbeiterin mit Standort Hamburg gewonnen hätten – nicht für die umfassende Verantwortung einer Chefredakteurin." Zumindest nicht bei EMMA. Seltsamerweise wurde Lisa Ortgies auch nie als Chefredakteurin ins Impressum aufgenommen.

Auf die Gerüchte angesprochen soll Ortgies´ Sprecher am Donnerstag bestätigt haben, dass sie die Chefredakteurinnenstelle aufgibt. Bei EMMA klang das etwas anders: "Dies hätten wir selbstverständlich lieber intern und kollegial geregelt, reagieren jedoch hiermit auf den für uns unerwarteten und überraschenden gestrigen Schritt von Frau Ortgies in die Öffentlichkeit. Im Interesse von Lisa Ortgies wird es hierzu keine weitere Stellungnahme von EMMA geben."

Die Spiegel Online-Redaktion merkte zu dem Thema an: "Frau Ortgies´ Sprecher legt dagegen Wert auf die Feststellung, dass ihr nicht gekündigt worden sei, sie habe von sich aus gekündigt.". Am 31. Mai wurde der Bericht um ein Statement von Lisa Ortgies bereichert: "Ich habe keinen konzeptionellen Vorschlag und keines der Themen, für die ich angetreten bin, verwirklichen können". Und auch Alice Schwarzer, die weiterhin Verlegerin und Herausgeberin blieb, äußerte sich ein weiteres mal: Laut Spiegel Online "beklagte" Deutschlands bekannteste Feministin, "dass ihre Nachfolgerin ihre Einarbeitung inklusive Probezeit wegen familiärer Verpflichtungen" – so nannte sie explizit ´Kinder in Hamburg´ und einen ´kranken Vater ´- mehrfach verschob".

Kein Wunder, dass sich nun bekannte Feministinnen auf die Seite von Lisa Ortgies schlagen: Bascha Mika (Schwarzer-Biografin und "taz"-Chefredakteurin) verurteilte das Verhalten von EMMA als "frauenverachtend, bösartig und gemein" und Journalistin Inge Kolb bezeichnete Alice Schwarzer auf Spiegel Online" als "absolut unglaubwürdig".

Generationenkonflikt

Bereits Anfang Mai 2008 hatte es einen medialen Schlagabtausch zwischen Alice Schwarzer und den Autorinnen von "Neue Deutsche Mädchen" und "Wir Alphamädchen" gegeben. Wie AVIVA-Berlin berichtete, hatte sich Alice Schwarzer in ihrer Dankesrede zum Erhalt des Ludwig-Börne-Preises spöttisch über die "Post-Girlies" geäußert und sie als "Propagandistinnen eines Wellness-Feminismus" diffamiert. Anstatt sich an die feministische Maxime der weiblichen Solidarität zu besinnen und den Schulterschluss mit der jüngeren Generation zu suchen, distanzierte sich Alice Schwarzer nachdrücklich von allen potentiellen Gemeinsamkeiten mit den Autorinnen und forderte sie auf, "ganz einfach ihr Eigenes zu schreiben und zu sagen – so sie etwas zu sagen haben". Das gilt nun auch für Lisa Ortgies, die ´ihr Eigenes´ als Chefredakteurin bei EMMA nicht umsetzen durfte. Wahrscheinlich ist, dass nach dem medialen Streit Ortgies´ EMMA-Kolumne (seit 2005) ebenfalls eingestellt wird.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Generationenkonflikt im Feminismus

Quellen: dpa/Spiegel Online/EMMA

Women + Work Beitrag vom 02.06.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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