Lala Süsskind - Preisträgerin des Tolerantia-Preises 2011 - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 06.12.2011

Lala Süsskind - Preisträgerin des Tolerantia-Preises 2011
Meital Lior

Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin hat sich in besonderer Weise gegen Homophobie und Hassgewalt engagiert, so Klaus Wowereit. Ihr Einsatz für die "Regenbogenbrücke Berlin-Tel Aviv"..



... von Maneo wurde nun am 1. Dezember 2011 mit dem Tolerantia-Preis 2011 gewürdigt.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit überreichte im Rahmen der internationalen Maneo-Fachkonferenz "Building a Queer and Tolerant Neighbourhood" im Roten Rathaus den Tolerantia-Preis 2011 an die heute 65-jährige Lala Süsskind, die seit 2008 Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin ist.
Wowereit in seiner Laudatio: "Mit dem Einsatz für die ´Regenbogenbrücke´ Berlin-Tel Aviv von Maneo hat Lala Süsskind sich in besonderer Weise gegen Homophobie und Hassgewalt engagiert. Sie hat ein beispielhaftes Zeichen in unserer Gesellschaft für Toleranz und Gleichberechtigung gesetzt."

Anschlag in Tel Aviv auf lesbischschwules Zentrum

Am 1. August 2009 hatte eine vermummte Person die Räume der "Gay and Lesbian Association" (Aguda) in Tel Aviv betreten und mit einem Sturmgewehr auf die dort sich aufhaltenden Menschen geschossen. Ein 16-jähriges Mädchen und ein 26-jähriger junger Mann waren sofort tot, mindestens 15 weitere Menschen wurden verletzt.

Nach dem Anschlag nahm MANEO-Projektleiter Bastian Finke mit dem für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle (LGBT) zuständigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung in Tel Aviv Kontakt auf. Eine Delegation von Jugendlichen, Überlebenden des Anschlags, wurde im August 2010 zu einem zehntägigen Aufenthalt nach Berlin und Köln eingeladen. Zusammen hatten sie das Projekt "Regenbogenbrücke" als eine Brücke zwischen den lesbischschwulen Szenen in Tel Aviv und Berlin, Potsdam und Köln im Zeichen einer Stärkung des gegenseitigen Austausches, Verständigungsprozesses und Solidarität aufgebaut. "Es macht mich stolz und glücklich in einer Stadt zu leben, in der eine Regenbogenfahne mit dem Symbol der israelischen Flagge in der Öffentlichkeit gezeigt werden kann und Akzeptanz findet", so sagte Süsskind damals.

Die Preisträgerin, 1946 in Niederschlesien geboren, legte 1966 ihr Abitur ab und verbrachte danach ein halbes Jahr in einem Kibbuz in Israel, dort hat sie Baumwollpflanzen verzogen und Apfelblüten ausgegeizt. Mit Israel verbindet sie eine starke Beziehung. "Israel ist mein Staat, und Berlin ist meine Stadt", sagte die Mutter von zwei Kindern gegenüber dem Stern am 11. Dezember 2007. Über ihre Familiengeschichte weiß sie nur wenig, denn ihre Eltern, Holocaust Überlebende, weigerten sich, über die Vergangenheit zu sprechen. Für ihr Studium der Soziologie und Publizistikwissenschaften kehrte sie nach Berlin zurück. Nach der Geburt ihrer beiden Kinder beendete sie das Studium jedoch nicht. Süsskind hatte in ihrem Leben neben ihrer Tätigkeit für die Jüdische Gemeinde zu Berlin viele öffentliche Ämter inne, darunter den Bundesvorsitz der zionistischen Frauenorganisation WIZO und den Vorsitz der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin.

Am 4. Dezember 2011 fanden die Wahlen der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, zu der etwa 11.000 Mitglieder zählen, statt. Süsskind tritt nach vier Jahren im Amt nicht erneut an. Sie will mit ihrer Familie Zeit verbringen. "Es war eine intensive Zeit, aber die Familie ist total zu kurz gekommen", sagte die noch amtierende Vorsitzende gegenüber der Morgenpost am 24. November 2011. Aus diesem Grund kandidiere sie nicht mehr.

Seit 1990 besteht das Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO als eigenständiges Projekt von Mann-O-Meter e.V.. Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo veranstaltete zum Abschluss der Gewaltpräventionskampagne 2010/11 vom 30. November bis 3. Dezember 2011 die Konferenz "Building a Queer and Tolerant Neighbourhood" in Berlin. ExpertInnen schilderten hier ihre Erfahrungen mit Regenbogenkiezen in ihren Städten und stellen ihre Visionen und Ideen vor. Schirmherr der Veranstaltung war Klaus Wowereit.
Der Tolerantia-Preis wird seit 2006 jährlich von einem Bündnis national wirkender und anerkannter schwul-lesbischer Anti-Gewalt-Projekte in Europa vergeben. Zum Bündnis zählen derzeit die Organisationen: Maneo (Deutschland), SOS-Homophobie (Frankreich), Lambda Warschau und Kampania Przeciw Homofobii (Polen) sowie COGAM (Spanien).


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Unbekannter ermordet einen Mann und ein Mädchen in lesbischschwulem Zentrum in Tel Aviv

(Quellen)

www.juedische-allgemeine.de
www.stern.de
www.morgenpost.de


(Copyright Foto von Lala Süsskind: Sharon Adler, AVIVA-Berlin)

Women + Work Beitrag vom 06.12.2011 AVIVA-Redaktion 

   




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