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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 30.09.2008

Diagnose Brustkrebs – Ein Gespräch mit Sylvia Magro
Stefanie Denkert

"Herr Krebs ist gekommen, wie ein Gerichtsvollzieher, unangemeldet. Auf einmal war er da. Der spinnt wohl!" findet die 53-jährige Wahlberlinerin, die seit Herbst 2007 ihrem Brustkrebs entgegentritt.



Brustkrebs ist weltweit die häufigste Krebserkrankung unter Frauen, vor allem in den westlichen Industrieländern ist der Mammakarzinom, wie es medizinisch heißt, weit verbreitet. Anlässlich des Brustkrebs-Bewusstseins-Monat im Oktober, der Anfang der 1990er in den USA ins Leben gerufen wurde, sprach AVIVA-Berlin-Redakteurin Stefanie Denkert mit Sylvia Magro über ihre persönliche Erfahrung mit dem Brustkrebs, der bei gewissenhafter Vor- und Nachsorge noch lange kein Todesurteil bedeutet!
Sylvia Magro, geb. 1955 in Wilhelmshaven, lebt seit Ende der 1970er in Berlin, wo sie die meiste Zeit ihres Berufslebens als Selbständige tätig war. Die Mutter einer 15-jährigen Tochter erhielt im September 2007 die Diagnose Brustkrebs. Nach einer Chemo-Therapie und anschließender Brustamputation im Frühjahr 2008, lässt sie sich ihren Humor nicht nehmen, trotzt erfolgreich dem Krebs und will auch anderen Frauen Mut machen.

AVIVA-Berlin: Im Herbst 2007 wurde bei dir Brustkrebs diagnostiziert, wie und wann war das genau?
Sylvia Magro: Das war am 27. September, es jährt sich also jetzt zum ersten Mal. Ich war bei einer gynäkologischen Routineuntersuchung als meine Ärztin meine Brust abtastete und plötzlich sagte, sie müsse noch mal genauer gucken, sie hätte da was gefühlt. Beim Ultraschall konnte sie lediglich erkennen, dass es sich nicht um eine klassische Zyste handelt. Sie überwies mich dann ins Brustzentrum im Westend, weil auch dort ihre Praxis war. Die Untersuchung war am Donnerstag, doch zum Brustzentrum konnte ich erst am Montag gehen. Ich dachte, ´Oh toll, die ganzen Tage warten!´. Zuhause hatte ein zwanzig Jahre altes Buch über die weibliche Brust, da habe ich dann schon mal reingeguckt und gesehen, dass es ja sowohl gutartige als auch bösartige Fibrome gibt. Naja, dann musste ich erstmal abwarten. Am Montag wurde wieder Ultraschall gemacht und die Ärztin im Brustzentrum meinte gleich, dass es nicht gut aussehen würde. Sie hat deshalb eine Biopsie gemacht, sprich eine Gewebeprobe aus der Brust entnommen. Da der 3. Oktober ein Feiertag ist, wollte sie die Probe sofort ins Labor geben und mich noch am nächsten Tag mit dem Ergebnis anrufen. Ich bin am Dienstag ganz normal ins Büro gegangen und habe beim Arbeiten auf den Anruf gewartet. Mittags rief sie schließlich auf meinem Handy an und meinte, ´es ist bösartig´. Im Nachhinein habe ich mich geärgert – wie kann man einer Frau so etwas am Telefon sagen? Damals war ich eher irritiert, und dachte nur ´wie jetzt bösartig´? Ich habe das meinem Mann erzählt und dann erstmal mit der Buchhaltung weitergemacht.

AVIVA-Berlin: Das heißt, dir wurde gar nicht weiter erklärt, was es bedeutet, einen bösartigen Tumor in der Brust zu haben?
Sylvia Magro: Es hieß nur, da der Mittwoch ein Feiertag ist, sollte ich den genießen und dann Donnerstag vorbeikommen, um alles weitere zu besprechen. Als sich eine Freundin per SMS meldete, um nach dem Ergebnis zu fragen, schrieb ich zurück ´ich habe Brustkrebs´ - aber ich konnte das noch gar nicht richtig verstehen. Mit meiner Familie war ich dann noch Essen, so als wäre nichts. Normalerweise ist man ja nach so einer Diagnose niedergeschlagen und kann gar nicht essen, aber ich habe das in dem Moment einfach nicht richtig wahrgenommen. Am Donnerstag vor dem Arztbesuch habe ich mir jedoch mehrere Fragen aufgeschrieben, so was wie ´Wenn ich operiert werde, kann ich danach noch Auto fahren?´ Schließlich folgten die Herbstferien und ich wollte nach Wilhelmshaven zu meiner Mutter. Da wusste ich noch gar nicht, was alles auf mich zukommen würde! Sechs Tage später lag ich schon im Krankenhaus.

AVIVA-Berlin: Was waren die ersten Behandlungsschritte?
Sylvia Magro: Vor der Operation, in der der Tumor entfernt werden sollte, wurde noch eine Mammographie gemacht. Dabei hat man festgestellt, dass Mikrokalk, das sind kleine Tumorzellen, im Nachbargewebe war. Das hat mir damals keiner richtig erklärt, ich habe erst später verstanden, was das ist. Ich dachte mir bloß, ich lasse mir den Tumor entfernen und dann ist gut. Am nächsten Tag kam jedoch der Operateur und meinte, er müsse noch mal an die Brust ran. Das hat mir dann schon zu Denken gegeben und bald folgte die Nachricht, dass ich eine Chemotherapie machen muss. Chemo? Na ja, gut. Dann dachte ich aber, ´oh da verlierst du ja deine Haare´… Das waren so meine Gedanken, mehr eigentlich erstmal nicht. Es folgte noch eine Komplettuntersuchung, die generell nach der Diagnose Brustkrebs gemacht wird, weil Metastasen zuerst in die Knochen, Leber oder Lunge gehen – das hat man mir jedoch auch nicht erklärt. Bei der Untersuchung der Leber hieß es dann, da sei eine Metastase. An dem Tag war ich völlig fertig und mir war nun klar, dass ich noch viel länger im Krankenhaus bleibe. Vor der Leberpunktion hatte der Radiologe plötzlich Zweifel und schickte mich zum MRT (Kernspintomographie). Meine Gefühle sind bei diesen Untersuchungen Achterbahn gefahren, bis sich glücklicherweise herausstellte, dass es sich nur um ein Blutschwämmchen handelte. An meinem Geburtstag Mitte Oktober wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen, da fing mein neues Leben an.

AVIVA-Berlin: Wie meinst du das?
Sylvia Magro: Mit dem Tag, an dem ich aus dem Krankenhaus kommen würde, wollte ich mein Leben verändern. Seitdem nehme ich viele Dinge gelassener. Doch drei Tage später hatte ich den nächsten Besuch im Krankenhaus, bei dem mir die folgenden Behandlungen erklärt wurden: Chemotherapie, dann ein Jahr lang Herceptin und fünf Jahre Anti-Hormon-Tabletten.

AVIVA-Berlin: Ist das der übliche Verlauf?
Sylvia Magro: Jeder Tumor ist anders und danach richtet sich die Therapie, die in den Brustzentren bei wöchentlichen Tumorkonferenzen besprochen werden. Mein Tumor war besonders aggressiv, andererseits brauchte ich keine Bestrahlung. Zudem ist meine Brustkrebserkrankung hormonabhängig, weshalb ich mit der Anti-Hormon-Therapie künstlich in die Wechseljahre geschickt werde. Ich habe auch Frauen kennengelernt, bei denen die Lymphknoten nicht befallen waren und die deshalb keine Chemo brauchten. Es gibt zudem Frauen, die wollen keine Chemo machen und versuchen eine Behandlung nur auf Naturheilbasis. Allerdings ist das mit hohem Risiko verbunden, man macht das dann auf eigene Verantwortung. Viele haben ja Angst vor der Chemo, aber ich war neugierig: ´Na komm mal her, zeig mal, was du mit mir machst´ dachte ich mir. Die Chemo habe ich gut vertragen - im Gegensatz zu anderen Frauen, denen von den Infusionen übel wurde, habe ich während der Behandlung gefrühstückt. Die gute Einstellung scheint geholfen zu haben, das habe ich auch von anderen Frauen gehört! Der Kopf spielt eine große Rolle bei der Bewältigung!

AVIVA-Berlin: Wie bist du mit den Folgen der Chemo umgegangen?
Sylvia Magro: Ich habe mir Perücken besorgt und bin viel mit Kopftuch und Baseball-Cap rumgelaufen. Das erste Mal mit Kopftuch in der Öffentlichkeit war auch komisch für mich, aber ich habe mir zum Schutz einfach eine Sonnenbrille aufgesetzt und fühlte mich damit wohler. Aber nach und nach kam immer mehr Selbstbewusstsein, z.B. in der Yoga-Gruppe für Brustkrebsbetroffene, wo wir Frauen unter uns waren, bin ich auch so mit kurzen Haaren hin. Da ich mich innerlich eigentlich gut fühlte, habe ich mich dann auch äußerlich schick gemacht, mich geschminkt, so dass gar nicht so krank ausgesehen habe.

AVIVA-Berlin: Ungefähr zwei Monate nach der Chemotherapie wurde dir dennoch die Brust amputiert. Wie und warum wurde das gemacht?
Sylvia Magro: Nach der Chemo konnte der Radiologe zwar keinen Mikrokalk mehr finden, aber er meinte, ich soll mir keine Hoffnungen machen, die Brust müsse vorsorglich ab. Vor der OP habe ich mir noch eine Zweitmeinung geholt, das sollten sich viel mehr Frauen trauen! Zum Glück hatte ich auch nach dieser Operation keine Schmerzen, eigentlich die ganze Zeit über nicht! Zwei Wochen vor der Entfernung der Brust, bei der ich gleich den Aufbau mit Teilen vom Rückenmuskel und einem Kochsalz-Implantat mitmachen ließ, hatte es noch geheißen, meine Brustwarze könnte erhalten werden. Und zwei Stunden vor der Operation konnte der Arzt sich nicht mehr an die Vereinbarung erinnern. Da meinte er, die Warze müsse ab, weil sich darin wieder neuer Krebs bilden könnte. ´Naja, das müssen Sie jetzt selbst entscheiden!´, hieß es dann. Nur zwei Stunden vor der OP! Natürlich sagt man da, ´ich will ja leben, also weg damit´! Im Nachhinein war es die richtige Entscheidung und ich lasse auch keinen Brustwarzenaufbau mehr machen. Kurz darauf traf ich nämlich eine Patientin, bei der hatten sich neun Jahre später in der Brustwarze Tumore gebildet. Warum soll ich mir das antun? Meine Brust ist gut gelungen, hier an der Seite habe ich ein Ventil - wie bei einer Luftmatratze (lacht) – damit werde ich aufgepumpt, damit die Haut sich langsam dehnt. Das verheilt gut und ich kann dir gar nicht sagen, wie oft ich schon mein T-Shirt gehoben habe, um anderen Frauen meine Brust zu zeigen und ihnen so die Angst zu nehmen! Damit habe ich überhaupt kein Problem – andere Betroffene sagten schon zu mir, ´Mensch Sylvia, dass du dabei noch lachen kannst!´ Aber warum denn nicht?

AVIVA-Berlin: Es gibt leider immer noch Menschen, die sich fragen, was sie falsch gemacht haben, dass sie mit Krebs bestraft werden...
Sylvia Magro: Nein, man sollte das nicht als Bestrafung sehen! Krebs kann viele Ursachen haben. Bei mir waren es mehrere Faktoren, wie schlechte Ernährung - zu wenig Obst und Gemüse! Wie oft habe ich Diäten gemacht und dabei zu wenig Vitamine zu mir genommen! Dann habe ich auch erst spät ein Kind gekriegt, bin noch nicht in die Wechseljahre gekommen. Stress kann auch ein Faktor sein, aber nicht unbedingt der Hauptgrund. Die Fernsehmoderatorin Miriam Pielhau, erst 32 Jahre alt, war kürzlich in den Medien, weil sie von der "tödlichen Krankheit" betroffen ist. Warum wird Brustkrebs ständig als tödlich dargestellt? Krebs muss in den meisten Fällen gar nicht tödlich verlaufen! Durch diese negative Darstellung in den Medien wird lediglich Angst eingeflösst und dadurch können viele Menschen auch nicht mit Betroffenen umgehen. Ich habe selbst gemerkt, wie viele Bekannte sich distanziert haben, sich nicht mehr trauen, mich zu kontaktieren, seit ich von der ´tödlichen Krankheit´ befallen bin. Ich selbst musste auch Vorurteile abbauen. Beispielsweise dachte ich, wenn ich zum Brustkrebskreis gehe, dann zieht mich das nur runter, aber das hat mir so gut getan da hinzugehen! Bei meiner Yoga-Gruppe für Betroffene fühle ich mich auch total wohl. Da weiß ich, die machen das gleiche durch und man tauscht sich aus, hat Kontakt. Die eine hatte gerade ihre Haare verloren, der habe ich dann meine Tücher geschenkt. Wir bauen uns gegenseitig auf und geben uns Tipps zur Behandlung, man lernt auch ständig was dazu: eine empfiehlt vielleicht ein gutes Buch zum Thema Brustkrebs, die andere einen Kräutertee usw. Und wir sind die meiste Zeit gut drauf!

AVIVA-Berlin: Wie läuft die Nachsorge ab?
Sylvia Magro: Die fängt nach der Chemo an, zunächst alle drei Monate und nach einem Jahr nur alle sechs Monate. Meine erste Nachsorge hatte ich schon, da habe ich zu meiner Onkologin gesagt ´Ach, jetzt fangen die fünf Jahre an, vor denen alle Frauen so viel Angst haben´. Das braucht man aber nicht, man darf bloß nicht nachlässig sein mit den Untersuchungen. Mein Radiologe meinte zu mir, ´Wir haben alles entfernt, Sie fangen jetzt bei Null an!´

AVIVA-Berlin: Wo hast du Kraft geschöpft, um den Kampf gegen den Krebs aufzunehmen?
Sylvia Magro: Ich sehe das so, mein Körper war in einem ungünstigen Moment schwach und hat den Krebs angenommen. Das habe ich nicht gemerkt und muss nun Sorge dafür tragen. Ich sage manchmal ´Herr Krebs ist gekommen, wie ein Gerichtsvollzieher, unangemeldet. Auf einmal war er da. Der spinnt wohl! Wat will der hier? Der soll abhauen und braucht gar nicht wieder zu kommen!´ Ich kämpfe nicht gegen den Brustkrebs, ich trotze ihm. Hier so (zeigt Stinkefinger und lacht)!
Ich weiß nicht, wo ich die Kraft hernehme. Ich bin hart im nehmen, das war ich schon immer. Manchmal glaube ich, ich habe einen Schutzengel bei mir. Dabei war ich vorher nicht sehr religiös. An etwas zu glauben ist sehr wichtig, egal an was man sich dabei festhält. Außerdem hat mich mein Mann Mario in schwachen Momenten aufgebaut und mir Mut gemacht. Er hat immer an meiner Seite gestanden - mit oder ohne Brust! Es gibt ja auch Männer, die nach solch einer Diagnose das Weite suchen! Und meine Tochter Alina hat das Leben für mich lebenswert macht, mich unterstützt und zum Lachen gebracht. Da weiß man dann, wofür man alles macht.

AVIVA-Berlin: Du hast dich also durch die Erkrankung mehr mit deinem Glauben beschäftigt, was hast du noch getan bzw. tust du nun, um gesund zu bleiben?
Sylvia Magro: Ich bin zum Brustkrebskreis und ich gehe zu einem Yoga-Kurs, der ist Teil einer Studie zu Brustkrebs. Ich habe seit Anfang der Diagnose einen, wie ich ihn nenne, ´Hau-ab-Brustkrebs-Tee´ getrunken, der besteht aus Ringelblume, Scharfgarbe und Brennnessel. Zudem meine Ernährung umgestellt und mache eine Misteltherapie. Ich habe auch meinen Immunstatus untersuchen lassen, denn das Immunsystem ist nach der Chemo im Keller und durch eine Blutuntersuchung kann ich u.a. mit Nahrungsergänzungsmitteln eventuelle Mangelerscheinungen ausgleichen. Außerdem habe auch endlich die Darmspiegelung gemacht, die ich ewig vor mir her geschoben habe. Aber auch positives Denken und viel Lachen sind wichtig! Ich lache mittlerweile so viel und über Sachen, die andere gar nicht lustig finden. Meiner Tochter ist das oft peinlich, aber das stachelt mich noch mehr an. Ich bin wie ich bin und – das wusste ich auch nicht – durch das Lachen produziert der Körper eigene Killerzellen, die hinter dem Krebs herjagen und ihn abtöten. Bei der letzten Laboruntersuchung waren meine NK-Zellen (´Natürliche Killerzellen´) gut, das kommt vom Lachen! Natürlich habe ich auch meine traurigen Momente, aber das ist ja normal.

AVIVA-Berlin: Wie gut haben dich die ÄrztInnen und deine Krankenkasse informiert und unterstützt?
Sylvia Magro: Von den ÄrztInnen hätte ich mir mehr Aufklärung gewünscht. Im Nachhinein habe ich mich selber erst später schlauer gelesen. Man muss sich auch trauen, den ÄrztInnen Fragen zu stellen. Und die ÄrztInnen sollen die Betroffenen von Anfang an besser informieren und aufklären.
Aber meine Krankenkasse (Barmer) hat sich gut gekümmert. Die haben sofort Broschüren und Fragebögen geschickt. Die bieten mir z.B. einen Chi-Gong-Kurs pro Jahr an und zahlen auch die Herceptin-Therapie von 40.000 Euro, die nicht jede Krankenkasse übernimmt.

AVIVA-Berlin: Der krankheitsbedingte Berufsausfall bedeutet sicherlich auch finanzielle Einbußen. Was zahlt die Krankenkasse?
Sylvia Magro: Man bekommt Krankengeld und quasi ein Standardpaket, aber viele Zusatzuntersuchungen, die ich gemacht habe, musste ich selbst bezahlen und das können sich nicht alle leisten.

AVIVA-Berlin: Was kann präventiv getan werden? Was rätst du anderen Frauen?
Sylvia Magro: Auf jeden Fall immer regelmäßig zur Kontrolle zur/zum Frauenärztin/-arzt gehen! Wenn man mehrere Krebserkrankungen in der Familie hat, vielleicht auch eine Gen-Untersuchung. Wenn man an Krebs erkrankt ist, darf man nach der Behandlung auch nicht bei der Nachsorge nachlässig sein! Erst neulich habe ich bei einem Kongress von einem Arzt gehört, dass einige Frauen auf eigene Faust ihre Tabletten absetzen, weil sie unter den Nebenwirkungen leiden. Das erhöht natürlich die Gefahr einer Neuerkrankung!

AVIVA-Berlin: Was folgt als nächstes?
Sylvia Magro: Die Anschluss-Heilbehandlung, das heißt ich fahre zur Kur an die Ostsee. Das folgt eigentlich zwei, drei Wochen nach der Behandlung, aber ich wollte unbedingt zu meinem Wunschkurort Boltenhagen. Ich musste jedoch ein halbes Jahr warten, weil die so ausgebucht sind. Ich freue mich schon, dass es endlich soweit ist!

AVIVA-Berlin: Dann danke ich dir vielmals für das Gespräch und wünsche dir gute Erholung und vor allem ein langes, gesundes Leben!

Persönliche Buch-Empfehlungen von Sylvia Magro:
Ursula Goldmann-Posch und Rita Rosa Martin "Über-Lebensbuch-Brustkrebs"
Dr. D. Gingras und Dr. R. Báliveau "Krebszellen mögen keine Himbeeren"
David Servan-Schreiber "Anti-Krebs-Buch"

Auf Wunsch kann unseren Leserinnen, insbesondere denen, die selbst von Brustkrebs betroffen sind, der Kontakt zu Sylvia Magro vermittelt werden!

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:
Brustkrebsmonat Oktober 2008 mit vielen weiterführenden Informationen und Links zum Thema Brustkrebs!

Women + Work Beitrag vom 30.09.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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