Anna Rheinsberg wird mit dem Renate-Chotjewitz-Häfner-Förderpreis ausgezeichnet - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Gründerinnenzentrale Finanzkontor_Banner Weiberwirtschaft
Aviva-Berlin > Women + Work AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Infos
   WorldWideWomen
   Wettbewerbe
   Lokale Geschichte_n
   Schalom Aleikum
   Veranstaltungen in Berlin
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Chanukka 5778




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 13.10.2011

Anna Rheinsberg wird mit dem Renate-Chotjewitz-Häfner-Förderpreis ausgezeichnet
AVIVA-Redaktion

Die Essayistin, Herausgeberin und Autorin des Romans "Das grüne Kleid" erhält den im November 2011 erstmalig verliehenen Renate-Chotjewitz-Häfner-Förderpreis. Anna Rheinsberg erforschte in ...



... ihren Werken unter anderem die Leben in Vergessenheit geratener jüdischer Autorinnen der 20er Jahre.

Der Preis und seine Stifterin

Die Malerin, Autorin und Übersetzerin Renate Chotjewitz-Häfner wurde vor allem als Herausgeberin und Übersetzerin der Theaterstücke von Dario Fo und Franca Rame bekannt. Darüber hinaus veröffentlichte sie Erzählungen, Essays, Gedichte und Features. Sie starb am 24. November 2008 im Alter von 71 Jahren und stellte testamentarisch einen Geldbetrag für die Förderung von Autorinnen zur Verfügung. Zukünftig wird der Preis zweimal im Jahr - zu ihrem Geburtstag und zu ihrem Todestag - vergeben.

Die Verleihung wird am 24. November 2011 in Frankfurt stattfinden.

Die Preisträgerin Anna Rheinsberg, 1956 in Hermsdorf im Norden Berlins geboren, ist Lyrikerin, Essayistin, Prosaautorin und Herausgeberin. Als Stipendiatin des Deutschen Literaturfonds und langjährige Mitarbeiterin beim HR Frauenfunk veröffentlichte sie in den 80er Jahren mehrere Prosabände und arbeitete als Journalistin für Frauenzeitschriften, Tageszeitungen, Radio und Fernsehen.

In all ihren Texten geht es darum, eine radikale, ganz eigene Sprache zu entwickeln. 1979 erschien ihr erster Lyrikband "Marlene in den Gassen", 1981 folgt der zweite unter dem Titel "Bella Donna". Beide offenbarten Rheinsbergs Nähe zum Stil der expressionistischen Gedichte der 20er Jahre. In den 80er Jahren erschienen mehrere Prosabände, unter anderem 1987 die Novelle "Marthe und Ruth", bei Luchterhand. Darüber hinaus begann sie, sich intensiv mit Leben und Werk jüdischer und nichtjüdischer Autorinnen der 20er Jahre zu beschäftigen. Daraus resultierten fünf Bände, davon zwei Herausgaben, welche die oftmals vergessenen Schriftstellerinnen vorstellen und würdigen.

1988 erschien "Bubikopf. Aufbruch in den Zwanzigern" und 1993 "Wie bunt entfaltet sich mein Anderssein. Lyrikerinnen der zwanziger Jahre". Viele der Autorinnen hat Anna Rheinsberg wiederentdeckt und so vor dem Vergessen bewahrt. Ihre eigenen schriftstellerischen Werke kreisten in der folgenden Zeit um die familiären Wurzeln, so in der Erzählung "Schwarzkittelweg" von 1995. Rheinsbergs durchgängiges Thema, die Auseinandersetzung mit dem Zusammenhang von Sprache und Gewalt, – und in welchen Formen dieser insbesondere Frauen betrifft – zeigt sich eindringlich in dem 1996 erscheinenden Erzählband "Shanghai – Erster Klasse": drei Erzählungen, in denen sie mit einer obsessiven, von Lyrik durchdrungenen Prosa beeindruckt. Die Titelerzählung, in der ein Mädchen den Mord an der Mutter erzählt, wurde 1994 unter der Regie von Ulrike Hofmann Paul am Modernen Theater Berlin uraufgeführt, die zweite Erzählung "Kleine Monde, Wolf" wurde verfilmt.
Rheinsbergs besondere Stärke liegt in der sprachlichen Verknappung, ihre Texte sind oft nicht leicht zu entschlüsseln und verlangen von LeserInnen einen aufmerksamen und offenen Blick – wer sich aber darauf einlässt, wird auf eine Fülle von eigenwilligen Figuren, auf viele so verstörende wie kluge Gedanken und eine sehr sinnliche und leuchtende Sprachkraft stoßen.

2004 erschien der Liebesroman "Basco", ein poetisches Roadmovie, in dem Rheinsberg vom späten Wiederaufleben einer Jugendliebe erzählt. 2011 erschien ihr neues Buch "Das grüne Kleid".

"Eine zwei Meter lange rote Federboa, einen lila Handschuh und ein grünes Kleid findet die Heldin auf einem gigantischen Kleiderberg in einer staubigen Lagerhalle. Zusammen mit anderen schräg kostümierten jungen Kunstproduzentinnen sucht sie ihren eigenen kompromisslosen Weg. Silberne Fische in Gläsern, Mimosensträuße, ein rotes Pferd und immer neue Trödelkleider bilden die Szenerie verschiedener Liebesabenteuer, die vom jugendlichen Aufbegehren, von Reisen und Lebensentwürfen, vom Abseitsstehen, Verlassenwerden und Tod handeln. Assoziativ und in der Zeit springend entwirft Anna Rheinsberg ein Tableau autobiografisch inspirierter Erlebnisse. Immer geht es der Autorin um Glück und Schönheit, sie schildert Aufbrüche und Zusammenbrüche, Mut und Wut." (Verlagsinformationen)



Anna Rheinsberg
Das grüne Kleid

Roman
Edition Nautilus, erschienen August 2011
Gebunden mit Schutzumschlag
128 Seiten
16,– Euro
ISBN 978-3-89401-742-2
www.edition-nautilus.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Anna Rheinsberg wird 50


Women + Work Beitrag vom 13.10.2011 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken