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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 20.08.2012

Goethe-Medaille des Jahres 2012 am 28. August 2012 an Irena Veisaitë in Weimar verliehen
AVIVA-Redaktion

Selbst unter Lebensgefahr habe sie sich für die Kultur stark gemacht, bis heute hoffe sie auf einen gemeinsamen jüdisch-litauischen Blick auf die Geschichte, heißt es in der Begründung der...



... Auswahlkommission.

Neben der Theater- und Literaturwissenschaftlerin Veisaitë (Litauen) werden der Theaterregisseur Bolat Atabayev (Kasachstan) und der Schriftsteller Dþevad Karahasan (Bosnien und Herzegowina) ausgezeichnet.

Veisaitë, 1928 in Kaunas geboren, gehört zu den wenigen jüdischen Überlebenden des Holocaust in Litauen und ist eine der herausragenden Intellektuellen ihres Landes. Die Mitbegründerin der litauischen Soros-Stiftung, der sie zehn Jahre vorstand, leitete zudem das Thomas-Mann-Zentrum zur Förderung der deutschen Literatur und Sprache und war Kuratoriumsmitglied des Thomas-Mann-Festivals, an dem sie sich bis heute aktiv beteiligt. Sie veröffentlichte über 200 Artikel in der litauischen und ausländischen Presse, ist Mitautorin zahlreicher Lehrwerke und Herausgeberin einiger Bücher. Veisaitë hat sich in der Kulturszene von Vilnius für die Zusammenarbeit mit deutschen Kulturorganisationen eingesetzt und nach der Unabhängigkeit Litauens viele Projekte des Kulturaustauschs initiiert.

"Fremdsprachen haben mein Schicksal entscheidend geprägt", sagte Veisaitë, die sehr gut Deutsch, Litauisch, Russisch, Englisch und Jiddisch spricht, einmal. Jiddisch war die Sprache ihrer Grundschule, zuhause mit den Eltern sprach sie Litauisch, Russisch und Deutsch. Die Schulzeit sollte für Irena Veisaitë nur kurz dauern. Nachdem Litauen im Juni 1941 von den Nazis besetzt wurde, kam sie in das Ghetto von Kaunas. Ihre Mutter wurde im Juli 1941 ermordet. 1943 konnte sie aus dem Ghetto fliehen und überlebte in Vilnius, wo sie unter falscher Identität lebte und in einem Waisenhaus arbeitete. Obdach gab ihr ihre "zweite Mutter", die 1946 verhaftet und nach Sibirien deportiert wurde.

Die sowjetische Okkupation bedeutete für Veisaitë Befreiung, aber sie wurde auch von der sowjetischen Sicherheitspolizei verfolgt. Aus Vilnius floh sie zu Verwandten nach Moskau. Dort begann sie ihr Studium der Germanistik, das sie 1963 in Leningrad mit der Dissertation über die späte Lyrik Heinrich Heines abschloss. Von 1953 bis 1997 war sie Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Vilnius, wo sie westeuropäische und deutsche Literaturgeschichte unterrichtete. 62 Jahre war Veisaitë alt, als Litauen im Jahr 1990 seine Unabhängigkeit wiedererlangte. 1999 wurde ihr die Ehrenprofessur von der Pädagogischen Universität Vilnius verliehen. Im wiedererrichteten litauischen Staat gründete Irena Veisaitë den litauischen Standort der Soros-Stiftung (Open Society Institute). Sie war zudem Leiterin des Thomas-Mann-Kulturzentrums in Nidden sowie bis 2011 Kuratoriumsmitglied des Thomas-Mann-Festivals, an dem sie sich bis heute aktiv beteiligt. Veisaitë ist bis noch immer in internationalen Netzwerken der Kulturarbeit für die Soros-Stiftung wie auch für andere Institutionen tätig und ist gern gesehene Rednerin auf internationalen wissenschaftlichen und politischen Konferenzen. Irena Veisaitë lebt in Vilnius.

Mit der Goethe-Medaille ehrt das Goethe-Institut in diesem Jahr zum 58. Mal Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die Vermittlung der deutschen Sprache und den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. Seit der ersten Verleihung 1955 sind insgesamt 326 Persönlichkeiten aus 58 Ländern geehrt worden. In diesem Jahr hat die Auswahlkommission KünstlerInnen und Kulturschaffende ausgewählt, die für eine offene Aufarbeitung nationaler Traumata eintreten und auch gegenwärtige gesellschaftliche Schwierigkeiten thematisieren. "Sie zeigen Zivilcourage, erheben mutig ihre Stimme und glauben an die Macht des Wortes", heißt es in der Begründung.

Die KandidatInnen für die Medaille werden jedes Jahr von den Goethe-Instituten in aller Welt in enger Abstimmung mit den deutschen Auslandsvertretungen nominiert. Die Kommission zur Verleihung der Goethe-Medaille, die sich aus Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Kultur zusammensetzt, trifft eine Vorauswahl, die anschließend vom Präsidium des Goethe-Instituts bestätigt werden muss. Den Vorsitz der Kommission zur Verleihung der Goethe-Medaille hat derzeit die Kulturwissenschaftlerin und Vize-Präsidentin des Goethe-Instituts Christina von Braun inne.

Die Medaille wurde am 28. August 2012 in Weimar verliehen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.goethe.de


Women + Work Beitrag vom 20.08.2012 AVIVA-Redaktion 

   




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