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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 19.06.2013

Marisela Ortiz und Norma Andrade erhalten Alice Salomon Award
AVIVA-Redaktion

Die beiden mexikanischen Frauenrechtlerinnen setzen sich für die Aufklärung der Morde an jungen Frauen in der nordmexikanischen Grenzstadt Ciudad Juarez ein. Dort wurde Anfang der 1990er Jahre...



... alle zwölf Tage eine Frau ermordet, heute geschieht dies alle 20 Stunden.

"Wir wünschen uns, dass unsere Töchter nach (…) der Arbeit nach Hause kommen, denn die Angst jeder Mutter in Ciudad Juárez ist, dass sie ihre Töchter aus dem Haus gehen sehen und nicht wissen, ob sie zurückkehren", so Marisela Ortiz. Zusammen mit Norma Andrade hat sie die Organisation Nuestras hijas de regreso a casa (NHRC, "Unsere Töchter sollen nach Hause zurückkehren") gegründet. Die Organisation NHRC deutet die Frauenmorde als ein Modell des Femizids, also Mord an Frauen aufgrund ihres Geschlechts.

Viele der Morde weisen eine große Ähnlichkeit auf: die Opfer sind vorwiegend junge Frauen, die in den Maquiladoras, den Billiglohnfabriken, arbeiten. Alle werden nach dem gleichen Muster vergewaltigt, verstümmelt und anschließend umgebracht. Fast keiner der Fälle wurde bisher aufgeklärt, da sowohl Polizei als auch Regierung versuchen, die Aufklärung zu verhindern oder die Straftaten zu verharmlosen, weshalb auch nur wenig über die Hintergründe bekannt ist. Während aus Ciudad Juarez teilweise skandalisierend über die Morde berichtet wird, gerät die öffentliche Aufmerksamkeit über die "alltäglichen" Misshandlungen, Vergewaltigungen, Gewalt und Morde an Frauen in den Hintergrund. Umso mehr sind zivilgesellschaftliches Engagement und politische Parteinahme durch die Frauen selbst wichtig und lebensrettend.

Die Preisträgerin Ortiz und ihre Mitstreiterin Andrade setzen sich für die öffentliche Thematisierung von Gewalt gegen Frauen, die Aufklärung der Frauenmorde und das Ende der Straffreiheit für die Täter ein. Sie unterstützen betroffene Familien und die Kinder der ermordeten Frauen. All das geschieht unter Lebensgefahr – nach Morddrohungen und Anschlägen musste Marisela Ortiz Mexiko inzwischen verlassen und hat in den USA um Asyl gebeten.

Für ihren mutigen Einsatz werden die Frauenrechtlerinnen, auch stellvertretend für all jene Frauen in der Welt, die sich in diesen Tagen der Gewalt und Unterdrückung widersetzen müssen, nun mit dem Alice Salomon Award ausgezeichnet. Mit dem Alice Salomon Award ehrt die ASH Berlin Persönlichkeiten, die zur Emanzipation der Frauen und der Entwicklung der Sozialen Arbeit Herausragendes beigetragen haben und die im übertragenen Sinn das Werk Alice Salomons unter heutigen Bedingungen weiterführen und verstärken. Zu den bisherigen Preisträgerinnen gehören Rugiatu Neneh Turay, Barbara Lochbihler, Fadéla Amara und Alice Shalvi.



Die Verleihung des Alice Salomon Award an Marisela Ortiz und Norma Andrade im Audimax der Alice Salomon Hochschule Berlin am

Donnerstag, den 20. Juni 2013 um 18 Uhr
im Audimax der ASH Berlin
Alice-Salomon-Platz 5
12627 Berlin

ist öffentlich.

Um Anmeldung per E-Mail unter award@ash-berlin.eu bis zum 20. Juni nachmittags wird gebeten.




Weitere Informationen finden Sie unter:

Frauenmorde in Mexiko: Der Kampf gegen eine "Kultur des Schweigens"

FrauenStimmen gegen Gewalt

Dossier "Frauenmorde in Zentralamerika und Mexiko" der "Lateinamerika Nachrichten"

Amnesty International: Frauenmorde in Ciudad Juárez – Ermittlungen der Behörden weiterhin unzureichend

Studie der CONAPRED (auf spanisch)

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Frauenmorde in Zentralamerika und Mexiko

Traurige Berühmtheit des mexikanischen Ciudad Juarez



Women + Work Beitrag vom 19.06.2013 AVIVA-Redaktion 

   




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