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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 16.10.2014

Pro Quote Regie - Zusammenschluss von Regisseurinnen in Deutschland
Helga Egetenmeier

Die neu gegr├╝ndete Initiative "Pro Quote Regie e.V." ging am 14. Oktober 2014 mit einer Pressekonferenz erstmals an die ├ľffentlichkeit. Sie fordert die Einf├╝hrung einer Frauenquote f├╝r Spielfilme,..



... Serien und Dokumentationen in Deutschland und will bis zum Jahr 2024 einen Frauenanteil in der Regiearbeit von 50 Prozent erreichen.

In Anwesenheit von zehn der zw├Âlf Gr├╝nderinnen f├╝hrte Vorstandsmitglied und Initiatorin Katinka Feistl in den Anlass der Vereinsgr├╝ndung ein. Obwohl in den letzten 20 Jahren durchschnittlich 42 % der Regieabschl├╝sse an den deutschen Filmhochschulen von Frauen gemacht wurden, werden beim TV nur 15 % der Auftr├Ąge an Regisseurinnen vergeben. Diese Zahl sei wichtig, da das Fernsehen als "Nadel├Âhr" f├╝r die weitere Karriere im Regiegesch├Ąft gilt und ohne einen Fernsehsender im Hintergrund kein Projekt f├╝r die Filmf├Ârderung eingereicht werden kann.

Filmemacherin Imogen Kimmel erkl├Ąrte, dass es f├╝r den Verein um eine l├Ąnger angelegte Lobbyarbeit mit den Verantwortlichen bei Politik, ├Âffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sowie den Filmf├Ârderungen des Bundes und der L├Ąnder, den Sendern und der Filmindustrie geht. Obwohl bereits ├╝ber 200 Film- und FernsehregisseurInnen sowie ├╝ber 100 Unterst├╝tzerInnen f├╝r die Einf├╝hrung einer verbindlichen Frauenquote eintreten, freuen sich die Vereinsfrauen ├╝ber weitere Mitstreiterinnen. Als Initiative streben sie eine Quotenregelung an, wie sie in Schweden bereits existiert, da sie von einer Selbstverpflichtung eher eine Verschlechterung bef├╝rchten.

Dass der Blick auf die Parit├Ąt nicht reicht, wurde mit dem Hinweis auf eine aktuelle Studie ├╝ber weibliche Regisseurinnen in europ├Ąischen Filmproduktionen von Julio Talavera Milla, bekr├Ąftigt. Es sollte immer auch die Budgetverteilung betrachtet werden, da Frauen oft geringere F├Ârderbetr├Ąge erhalten. Als dritte Sprecherin verwies Tatjana Turanskyi darauf, dass sich "Pro Quote Regie" in der 3. Generation von Frauen sieht, die Gleichheit in ihrem Beruf fordert und deshalb endlich Erfolg haben will. Die Quotenregelung sei f├╝r die Kultur, Wirtschaft und die Gesellschaft langfristig eine qualitative Verbesserung.

Die intensive Diskussion im Anschluss an die Pr├Ąsentation zeigte das gro├če Interesse an der angesto├čenen Auseinandersetzung. Gefragt wurde nach der konkreten Umsetzungsm├Âglichkeit der geforderten Quotenregelung. Dazu verwiesen die Regisseurinnen auf bereits gef├╝hrte Gespr├Ąche mit der Bundesbeauftragten f├╝r Kultur und Medien (BKM), der Filmf├Ârderungsanstalt (FFA), mit dem Medienboard Berlin-Brandenburg und mit dem Bundesministerium f├╝r Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die alle dringenden Handlungsbedarf sehen w├╝rden.

Ebenfalls in Planung ist eine Studie zum Werdegang und der beruflichen Situation von Regisseurinnen in Deutschland, die von der Filmf├Ârderungsanstalt beauftragt wird. Als die Frage auf erfahrene konkrete Diskriminierungen von Regisseurinnen kam, wurde auch auf diese Bedeutung der Initiative verwiesen, die Benachteiligungen als Systemfrage bewusst macht und somit gegen sie im kleinen wie im gro├čen angeht.

Mehr Informationen:

www.proquote-regie.de

www.obs.coe.int Pressemitteilung zur Studie "Female Directors in European Film Productions"

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Gender Bias without Borders. An Investigation of Female Characters in Popular Films across 11 Countries. Diskriminierung gegen Frauen in der globalen Filmindustrie - erste weltweite Studie

AVIVA-Reihe - Frauen im Filmbusiness. Interview mit der Regisseurin Isabell Suba

Christina Haberlik - Regie Frauen

Interview mit Sabine Kartte von ProQuote Medien

Vereine und Organisationen im Netz



Women + Work Beitrag vom 16.10.2014 Helga Egetenmeier 

   




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