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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 30.09.2002

Das Geschäftskonzept - 1. Teil
Susanne Appelt

Sie spielen mit dem Gedanken, sich selbständig zu machen? Wir helfen dabei, Ihre Idee in Worte und Zahlen zu fassen. Sehen Sie , ob Ihre Idee rentabel ist oder nicht.



Eine Geschäftsidee kann noch so brilliant oder lukrativ erscheinen: Gewissheit haben Sie erst, wenn Sie für Ihre Idee ein Geschäftskonzept (oder auch: Business-Plan) erstellen, in dem die Fakten dargelegt werden. Sie wollen ja mit Ihrer Existenzgründung vor allem eins: unabhängig sein und mehr Geld verdienen.

Außerdem hilft Ihnen das Konzept bei der Beantragung von Krediten oder Fördergeldern, denn Finanzierungsfachleute wollen mehr als nur eine vage Idee sehen, um zu entscheiden, ob sie Ihnen Geld geben oder nicht.


[1][2][3][4][5][6] Wir beginnen nun mit dem 1. Schritt des Geschäftskonzepts:

1. Beschreibung des Vorhabens

Zuerst verfassen Sie einen kurzen prägnanten Text, in dem die Art und der Nutzen Ihres Waren- oder Dienstleistungs-Angebots beschrieben wird. Erläutern Sie die Besonderheiten Ihres Angebots und führen Sie an, wer Ihre Zielgruppe ist - also wen Sie mit Ihren Angeboten beliefern wollen.

Wenn Sie einen bestehenden Betrieb übernehmen wollen, beschreiben Sie, wie rentabel die Geschäfte in der Vergangenheit liefen und nennen Sie den Umfang der Stammkundschaft.
Bei der Gelegenheit sollten sie auch gleich prüfen, ob Ihnen von diesem Betrieb die Bilanzen nebst Gewinn- und Verlustrechnungen der letzten Jahre vorliegen.

Als nächstes sollten Sie die Unternehmensform beschreiben. Also: Wollen Sie als Freiberuflerin arbeiten oder ein Einzelunternehmen, eine GbR, eine GmbH o.ä. gründen. An die unterschiedlichen Unternehmensformen sind bestimmte Bedingungen und Zulassungen geknüpft. Diese hier im Detail darzustellen würde den Rahmen sprengen, deshalb werden wir darauf in der nächsten Ausgabe gesondert eingehen.

[1][2][3][4][5][6] Nun sind wir bereits bei Schritt 2:

2. Die Marktchancen

In diesem Teil beschreiben Sie Ihre Konkurrenten und wieweit Sie sich von ihnen unterscheiden. Vielleicht schließen Sie mit Ihrer Idee eine Marktlücke - dann sollten Sie das unbedingt hier beschreiben! Es kann natürlich auch sein, dass Sie Leistungen anbieten wollen, deren Nachfrage durch wirtschaftliche Veränderungen gerade boomt.
Auf jeden Fall sollte die Marktsituation der Branche, für die Sie sich entschieden haben, beschrieben werden.

Als nächstes beschreiben Sie, wie Sie Ihre potentiellen Kunden erreichen wollen (also: wie werben Sie für sich - wie machen Sie die Kunden auf sich aufmerksam?). Für Finanzberater ist auch interessant, ob sich Ihr potentieller Kundenstamm aus vielen Kleinkunden oder ein paar festen Großkunden zusammensetzt.

Vielleicht zählen Sie zu den Glücklichen, die bereits im Vorfeld Kunden akquiriert haben. In diesem Fall macht es sich immer gut, von einigen dieser Kunden Absichtserklärungen erstellen zu lassen, in denen diese ihr Interesse an Ihren Leistungen oder Waren schriftlich zum Ausdruck bringen. Das verpflichtet Ihre Kunden zu nichts, macht aber immer einen guten Eindruck. Sie legen diese Erklärungen einfach Ihrem Konzept als Anlage bei.

Diese Absichtserklärung muss nicht viel enthalten. Sie sollte auf dem jeweiligen Geschäftspapier des Kunden erstellt werden. Als Inhalt reichen ein paar kurze Sätze wie:


"Sehr geehrte Frau X,
mit Interesse haben wir von Ihrem Geschäftsvorhaben gehört/gelesen. Ihre Leistungen würden wir gerne in Anspruch nehmen.
Wir würden uns freuen, in Zukunft mit Ihnen zusammenarbeiten zu können.
Mit freundlichen Grüßen..."




[1][2][3][4][5][6] Weiter geht"s mit Schritt 3:

3. Der Standort

Hier beschreiben Sie, wo Sie Ihre Geschäftsidee verwirklichen wollen. Also: ob zu Hause in einem Arbeitszimmer, in einer Büro-/Werkstattgemeinschaft, eigenen Gewerberäumen usw..

Erörtern Sie, welche Vorzüge dieser Standort hat, wie weit Ihre Konkurrenten entfernt sind und welchen Vorteil Ihr gewählter Standort gegenüber dem der Mitbewerber hat.
Wenn Sie bereits einen Mietvertrag abgeschlossen haben, beschreiben Sie die darin enthaltenen Konditionen und die Vertragslänge (am Besten eine Kopie beilegen).
Ein weiteres Kriterium ist die räumliche Nähe zu Ihren potentiellen Kunden (spart z.B. lange Anfahrt- und Transportwege).
Bei Ladengeschäften ist es von Vorteil, wenn noch andere Geschäfte in Ihrer Nähe sind, weil dadurch der Publikumsverkehr größer sein kann als in einer abgelegenen Straße.
Auch eine Beschreibung der Verkehrsanbindung sollte nicht fehlen (öffentliche Verkehrsmittel, Parkplätze usw.).

[1][2][3][4][5][6] Jetzt haben Sie den allgemeinen Teil geschafft und begeben sich zu der Kostenaufstellung:

4. Der Kapitalbedarfsplan

In diesem Plan legen Sie dar, welche Investitionen Sie für Ihre Existenzgründung tätigen wollen. Hierzu zählen der Kauf von Geräten (Telefon, Computer, Kopierer usw.), Fahrzeugen, Immobilien, aber auch die Einrichtung der Geschäftsräume (inkl. Renovierungsarbeiten), die Sie zur Geschäftseröffnung benötigen.
Auch die Sicherung Ihrer Geschäftsräume (Schlösser, Alarmanlage usw.) darf nicht fehlen. Am besten ist es, wenn Sie diese Posten in einer Tabelle zusammenfassen.

Beispiel:


a) Betriebsausstattung:


1 Grafik-PC mit Farb-Scanner, Farb-Drucker, ISDN-Karte, Videokarte/-schnittstelle, Digitalkanera incl. Software

13.000,-- Euro
1 PC für Buchhaltung, Laserdrucker, Textverarbeitung, incl. Software2.000,-- Euro
2 Bürostühle500,-- Euro
2 Schreibtische250,-- Euro
2 Tischcontainer mit Hängeregistratur330,-- Euro
2 Besucherstühle75,-- Euro
2 Regale50,-- Euro
Druckkosten für Briefpapier und Visitenkarten400,-- Euro
Grafische Werkzeuge400,-- Euro
1 Schneidemaschine100,-- Euro
Büromaterial und -geräte1.750,-- Euro
Reserven für Unvorhergesehenes

1.000,-- Euro


Summe a)

19.855,-- Euro
zzgl. b) Renovierungskosten300,-- Euro
zzgl. c) Sicherung der Geschäftsräume vor Einbruch/Diebstahl

1.000,-- Euro


Gesamtinvestitionen =


21.155,-- Euro


Women + Work Beitrag vom 30.09.2002 Susanne Appelt 

   




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