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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 28.11.2008

Hillary Clintons Comeback als US-Außenministerin
Stefanie Denkert

Der designierte US-Präsident Barack Obama hat seiner ehemaligen Rivalin das Amt der Außenministerin angeboten. Eine weise Entscheidung, die den Clinton-AnhängerInnen eine späte Genugtuung gibt.



Am 7. Juni 2008 trat die New Yorker Senatorin Hillary Rodham Clinton nach monatelangem Wettkampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten zurück. Der Traum vom ersten weiblichen Präsidenten der USA war damit für Millionen von Hillary-Fans geplatzt. Barack Obama, ihr schärfster Konkurrent und der mittlerweile designierte "erste schwarze" US-Präsident, hatte schließlich genügend Delegierte hinter sich vereinen können, um die Wahl zum Kandidaten der Demokraten zu gewinnen.

Die studierte Juristin hatte bereits als First Lady der USA, während ihr Ehemann Bill Clinton die Präsidentschaft innehielt (1992-2000), Erfahrung auf höchster Ebene der Politik sammeln können. Ebenso wie ihr Vorbild Eleanor Roosevelt nutzte Clinton das eher repräsentative Amt der First Lady aktiv für politische Zwecke, u.a. für eine Gesundheitsreform. Doch Anfang der 1990er tat sich die amerikanische Öffentlichkeit mit der toughen First Lady noch schwer und auf ihre Kosten wurden unzählige Witze gemacht, z.B. "Warum trägt Hillary nie einen Rock? - Damit man ihre Eier nicht sieht." Vor allem die Konservativen wetterten gegen das gleichberechtigte Präsidentenpaar und denunzierten Hillary Clinton als ´Mannsweib´. Schließlich war Clinton die erste Präsidentenfrau, die vor dem Eintritt ins Weiße Haus eine beachtliche berufliche Karriere vorweisen konnte und ihren Mädchennamen behielt. Die Wiederwahl von ´Billary´ gab dem Präsidentenpaar Rückenwind und die ehrgeizige First Lady konnte sich sowohl als Role Model für Frauen durchsetzen als auch steigender Beliebtheit bei der Bevölkerung erfreuen.

Ab 2000 verfolgte die überzeugte Feministin ihre eigene politische Karriere und wurde im selben Jahr als Senatorin für den Staat New York gewählt. 2006 wurde sie mit 67% der Stimmen erneut im Amt bestätigt. Schon lange kursierte das Gerücht, dass die ehemalige First Lady selbst Präsidentin werden wollte und 2007 ging Hillary Clinton schließlich für die Vorwahlen zur Präsidentschaftskandidatin der Demokratischen Partei ins Rennen – und galt lange Zeit als sichere Siegerin. Nach ihrem Rücktritt aus dem Vorwahlkampf sagte die 61-Jährige Obama ihre vollste Unterstützung zu. Und die brauchte der 47-Jährige ganz dringend, um die zwischen Clinton und ihm gespaltenen DemokratInnen zu vereinen und WählerInnen zu gewinnen, die dazu neigten dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain ihre Stimme zu geben statt dem relativ unerfahrenen, afroamerikanischen Senator aus Illinois (übrigens Hillarys Geburtstaat). Als Dank für ihre Unterstützung wurde Hillary Clinton durch Obamas Initiative auf der Hauptversammlung der Demokratischen Partei im August 2008 als "Präsidentschafts-Kandidatin in Wartestellung" nominiert. Das galt als Trostpflaster für die Millionen von Hillary-AnhängerInnen in den USA, doch sie als Vize-Präsidentin zu küren wagte Obama nicht.

"Hillary for Außenministerin" - Clintons Comeback
Am 21. November 2008 bestätigte Hillary Clinton, dass sie den Posten der Außenministerin in Obamas designierter Regierung annehmen würde. Neben ihr war seit Tagen auch der ehemalige Präsidentschaftskandidat John Kerry im Gespräch und Zweifel bestanden, ob Clinton ihr Amt als erfolgreiche Senatorin aufgeben würde. Zudem musste Bill Clinton sich verpflichten, seine Vermögenssituation offen zu legen, doch der Ex-Präsident sicherte seiner Ehefrau die volle Unterstützung zu und machte ihr den Weg frei für den prestigeträchtigen Posten der Top-Diplomatin. Dass Hillary Clinton nicht von der politischen Bildfläche verschwinden würde war klar, und dass Obama sie zur Außenministerin ernannt hat, befinden ExpertInnen und Fans von ihr als kluge Entscheidung und erneute versöhnliche Geste. Clintons Chancen für eine erneute Kampagne zur Präsidentschaftskandidatur bezeichnete sie übrigens selbst als "close to zero", also nahe Null (vgl. US Magazine).

Nach Madeleine Albright, unter Bill Clinton von 1997 bis 2001, und der Republikanerin Condoleezza Rice unter George W. Bush seit 2005, würde Hillary Clinton somit die dritte Außenministerin der USA werden.
Die Nominierten in Obamas "Dream Team", bzw. die "Reiter der Apokalypse" wie MSNBC-Fernsehmoderator Chris Matthews die Nominierten laut Spiegel.de angesichts der Wirtschaftskrise nannte, müssen noch offiziell vorgestellt und vom Senat bestätigt werden.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

"Gelebte Geschichte"- Die Autobiographie von Hillary Rodham Clinton

Die Träne von Portsmouth – Hillary Clinton und die Medien

Quellen: Hillary Rodham Clinton "Gelebte Geschichte", FAZ, Spiegel, US Magazine

Women + Work Beitrag vom 28.11.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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