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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2016 - Beitrag vom 20.01.2009

Ein Preis von Frauen f├╝r Frauen. Verleihung des 13. Femina-Film-Preises
Dagmar Tr├╝pschuch

Haben Sie heute schon den Film einer Frau gesehen? Diese Frage stellt der Verband der Filmarbeiterinnen seit Anfang der 80er-Jahre auf jeder Berlinale. Auch wenn sich in manchen Ohren diese Frage...



...altbacken anh├Âren mag, hat sie noch immer ihre Berechtigung.

Beispiel: Auf der Berlinale 2008 waren nur 29,6 Prozent aller gezeigten Filme von Frauen. Zwei Filme von Regisseurinnen standen im Wettbewerb von insgesamt 21 Filmen, die um die B├Ąren ins Rennen gingen. "Viele Regisseurinnen sind in den Genres Dokumentar- und Kurzfilm vertreten, die normalerweise nicht so teuer zu produzieren sind", sagt Silvana Abbrescia-Rath, Vorsitzende des Verbandes der Filmarbeiterinnen. "Gr├Â├čere Betr├Ąge werden anscheinend noch immer lieber M├Ąnnern anvertraut." Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, erstellt Kamerafrau Sophie Maintigneux, ebenfalls im Vorstand des Verbandes der Filmarbeiterinnen, jedes Jahr zur Berlinale einen Statistik, die den Anteil der Frauen am aktuellen Filmgeschehen dokumentiert. Die Ergebnisse werden an das Berlinale-Publikum verteilt.

Um auf die Arbeit von den Filmfrauen aufmerksam zu machen, die dazu beitragen, dass ein Film ├╝berhaupt erfolgreich werden kann, verleiht der Verband der Filmarbeiterinnen zus├Ątzlich seit 1996 den Femina-Film-Preis. Er geht an eine Filmtechnikerin im Bereich Ausstattung, Kamera, Kost├╝m, Musik oder Schnitt in einem deutschsprachigen Spielfilm aus den Sektionen Wettbewerb, Panorama, Forum und Perspektive Deutsches Kino. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und wird allein durch die Beitr├Ąge der Verbandsmitglieder getragen.

Die Jury, die die Arbeit der Filmtechnikerinnen bewertet, besteht aus drei im Filmbereich t├Ątigen Frauen. In diesem Jahr entscheiden die Schauspielerin und Entertainerin Maren Kroymann, die Regisseurin Erica von Moeller und die Szenenbildnerin Maria Gruber dar├╝ber, wer den Preis erhalten wird. Maria Gruber wurde erst im letzten Jahr mit dem Femina-Film-Preis f├╝r die Ausstattung des Spielfilms "Revanche" von G├Âtz Spielmann ausgezeichnet. F├╝r Maria Gruber ist es deswegen eine besondere Freude, in diesem Jahr selbst in der Jury zu sitzen. "Jurorin f├╝r den Femina-Film-Preis zu sein bedeutet zuerst mal eine gro├če Ehre, an einer sehr guten Idee mitarbeiten zu d├╝rfen", sagt sie. "Au├čerdem gibt die intensive Besch├Ąftigung mit der Arbeit von deutschsprachigen Filmarbeiterinnen die M├Âglichkeit, einmal mehr ├╝ber den Tellerrand zu schauen und am Netzwerk f├╝r Frauen weiterzuarbeiten." M├Ąnner w├╝rden immer noch die st├Ąrkeren Netzwerke bilden, f├Ąhrt sie fort. Gerade f├╝r die gr├Â├čeren Filmprojekte. Deswegen sei ein Filmpreis f├╝r Frauen nach wie vor wichtig. "Ich denke, dass sich an den Gegebenheiten, die zur Einf├╝hrung des Preises f├╝hrten, leider noch nicht so viel in Richtung Gleichstellung von Frauen im Filmbetrieb ge├Ąndert hat." Zudem werde die Arbeit der technischen Berufe bei Filmproduktionen generell zu wenig wahrgenommen. "Und dieser Preis tut etwas dagegen", sagt sie.

Nominiert f├╝r den 13. Femina-Film-Preis sind:

Heike Parplies (Montage), Silke Fischer (Szenenbild), Gitti Fuchs (Kost├╝m) in Alle Anderen von Maren Ade (Wettbewerb)
Steffi Bruhn (Kost├╝m) in Sturm von Hans-Christian Schmid (Wettbewerb)
Julie Delpy (Musik) in The countess von Julie Delpy (Panorama)
Renate Ober (Montage), Isolde R├╝ter (Szenenbild), Petra Kilian (Kost├╝m) in Ghosted von Monika Treut (Panorama)
Evi Romen (Montage), Martina List (Kost├╝m) in Der Knochenmann von Wolfgang Murnberger (Panorama)
Bernadette Paassen (Kamera), Ute Schall (Montage) in R├╝ckenwind von Jan Kr├╝ger (Panorama)
Karin Jacobs (Montage), Jutta Freyer (Szenenbild) Elena Wegner (Kost├╝m) in Schl├Ąft ein Lied in allen Dingen von Andreas Struck (Panorama)
Sarah Clara Weber (Montage), Juliane Maier (Kost├╝m) in Short cut to Hollywood von Mittermeier, Stahlberg (Panorama)
Silke Faber (Kost├╝m) in Mitte Ende August von Sebastian Schipper (Forum)
Stefanie Millat (Kost├╝m) in Distanz von Thomas Sieben (Perspektive Deutsches Kino)
Dorle Bahlburg (Szenenbild), Ingke Benesch (Kost├╝m) in Dorfpunks von Lars Jessen (Perspektive Deutsches Kino)

Weitere Infos finden Sie unter:
www.verbandderfilmarbeiterinnen.de


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Beteiligung von Frauen auf der Berlinale 2008

12. Verleihung des Femina-Film-Preises

Women + Work Beitrag vom 20.01.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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