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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 06.11.2009

Marie NDiaye erhält den Prix Goncourt 2009
Sunna Krause-Leipoldt

Als erste afro-französische Autorin wurde die in Berlin lebende Autorin am 2. November 2009 mit dem begehrtesten Literaturpreis Frankreichs ausgezeichnet. Ihr Roman "Trois femmes puissantes" ...



... erzählt die Lebensgeschichte dreier Frauen im Spannungsfeld zwischen Frankreich und Afrika.

Der Prix Goncourt ist damit schon die zweite Auszeichnung, den die 42-jährige Schriftstellerin erhält. 2001 wurde sie bereits für ihren Roman "Rosie Carpe" mit dem renommierten Prix Femina geehrt. Mit diesem französischen Bestseller gelang ihr auch der internationale Durchbruch. Die Erzählung, die wie die meisten ihrer Arbeiten Frauen und ihre Familien in schwierigen Lebenssituationen thematisiert, wurde in rund 15 Sprachen übersetzt.

Seit Marie NDiaye mit knapp 18 Jahren ihr erstes Werk "Quant au riche avenir" veröffentlichte, gilt sie als Wunderkind der französischen Gegenwartsliteratur. Seitdem hat sie über 20 Novellen, Romane und Theaterstücke geschrieben. Auf Deutsch sind davon 1993 vom Hanser Verlag "Die lieben Verwandten" und sieben Jahre später vom Kunstmann Verlag "Die Hexe" herausgegeben worden. Weiterhin veröffentlichte der Merlin Verlag 2003 "Hilda" und bei Suhrkamp erschienen "Rosie Carpe" 2005, "Alle meine Freunde" 2006 und "Mein Herz in der Enge" 2008. KritikerInnen bezeichnen Marie NDiayes Stil als nüchtern und präzise.

In der Nähe von Orléans am 4. Juni 1967 geboren, lernte die Schriftstellerin ihren senegalesischen Vater erst im Alter von elf Jahren kennen und reiste mit 18 Jahren das erste Mal in dessen afrikanische Heimat. "Ich wurde in ein Milieu, in eine Familie geboren, die sehr einfach waren. Die Eltern meiner Mutter waren Bauern. Was ich von der Welt weiß und vom Leben in Frankreich, ist dort entstanden, in der tristen, farblosen Provinz. Ich habe keine doppelte Kultur und litt nie unter der Zerrissenheit, die damit einhergeht.", so Marie NDiaye laut Tagesspiegel vom 3. November 2009.

2007 zog die Schriftstellerin mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern nach Berlin. Frankreich empfand sie nach der Wahl von Staatschef Nicolas Sarkozy als "monströs".

Nur mit symbolischen zehn Euro dotiert, gilt der mehr als hundert Jahre alte Prix Goncourt doch als einer der begehrtesten Literaturpreise Frankreichs, da er die Auflage der ausgezeichneten Arbeiten oft stark erhöht. Zu den früheren PreisträgerInnen zählte unter anderem 1954 die Autorin Simone de Beauvoir.

Weitere Informationen zu Marie NDiaye und ihren Arbeiten finden Sie im Netz unter:
www.remue.net/cont/NDiaye.html

Weitere Informationen zum Prix Goncourt erhalten Sie unter:
www.academie-goncourt.fr
und unter:
www.tour-literatur.de/preise/prix_goncourt.htm

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

"Rosie Carpe" von Marie Ndiaye.


Das Foto von wurde uns freundlicherweise vom Suhrkamp Verlag zur Verfügung gestellt. Die Bildrechte liegen bei Catherine Hélie / Editions Gallimard.

Women + Work Beitrag vom 06.11.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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