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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 09.12.2009

Literaturnobelpreis für Herta Müller
Stefanie Denkert

Herta Müller wurde am 10. Dezember 2009 für ihren Roman "Atemschaukel" mit dem "Literatur-Nobelpreis" ausgezeichnet. Die gebürtige Rumänin ist damit die zwölfte Frau, die diesen Preis erhalten hat.



In ihrer Literatur verarbeitet Müller, 1953 in Nitzkydorf (Kreis Temesch) im Banat geboren, ihre Kindheit in Rumänien und die Erinnerungen an die kommunistische Diktatur unter Ceausescu. Seit Anfang der 1980er wurden mehr als zwanzig ihrer prosaischen Werke auf Deutsch veröffentlicht, und sind sogar in mehr als 20 Sprachen übersetzt worden. 1987 konnte zusammen mit ihrem damaligen Mann nach Deutschland ausreisen. Seitdem lebt sie als Autorin in Berlin, Lehraufträge an Universitäten führten sie zwischenzeitlich ins Ausland.

Für ihre Werke und ihr soziales Engagement wurde Herta Müller mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt erhielt sie am 1. November 2009 den Franz-Werfel-Menschenrechtspreis der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen. Bei der Verleihung forderte sie laut Deutschlandradio, die grundlegende Aufarbeitung der Judenverfolgung in Rumänien und Ungarn, (siehe: www.dradio.de) und kritisierte die evangelische Kirche, die sie auf Druck von Rumänien hin 1989 vom Kirchentag ausgeladen hatte.

In Schweden, vor der Verleihung des Nobelpreises sagte Müller im Interview mit dpa "Mir ist am wichtigsten, dass ein Thema diesen Preis bekommen hat, und das Thema ist die Diktatur und die systematische und planmäßige Zerstörung von Menschen darin" In ihrem preisgekrönten Roman "Atemschaukel" erzählt sie von der Deportation eines Rumänien-Deutschen in ein sowjetisches Arbeitslager nach 1945.

Die Nobelpreise, benannt nach dem schwedischen Erfinder Alfred Nobel, werden seit 1901 am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters, in verschiedenen Kategorien feierlich verliehen. Der Nobelpreis für Literatur wurde bisher insgesamt 105mal vergeben, unter den PreisträgerInnen waren jedoch nur zwölf Frauen. Dazu gehörten Selma Lagerlöf (1909), Grazia Deledda (1926), Sigrid Undset (1928), Pearl S. Buck (1938), Gabriela Mistral (1945), Nelly Sachs (1966), Nadine Gordimer (1991), Toni Morrison (1993), Wislawa Szymborska (1996), Elfriede Jelinek (2004) und Doris Lessing (2007).

Quellen: Die essentielle Frauen-Chronik 2009, Spiegel Online, FAZ Net, sueddeutsche.de, Deutschlandradio





Women + Work Beitrag vom 09.12.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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