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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 14.01.2010

Miep Gies am 11. Januar 2010 gestorben
Claire Horst

Die Retterin von Anne Franks Tagebuch wurde am 15. Februar 1909 in Wien als Hermine Santrouschitz geboren. Sie war eine der vier Personen, die die jüdischen Familien Frank, van Pels und Fritz...



... Pfeffer während des Zweiten Weltkriegs in Amsterdam versteckten.

Aufgrund der Armut ihrer Familie wurde Gies nach dem Krieg 1920 aus Österreich zu einer holländischen Gastfamilie geschickt. Dort sollte sie sich erholen, weil sie an Tuberkulose erkrankt und unterernährt war. Da sie sich in den Niederlanden sehr wohl fühlte, blieb sie schließlich dort.

Mit 18 Jahren verließ sie die Schule und nahm eine Stelle als Sekretärin an. Seit 1933 war sie in Amsterdam in der In- und Exportfirma Opekta angestellt, deren Leiter Otto Frank war. Otto Frank war mit seiner Frau Edith und den Töchtern Margot und Anne aus dem nationalsozialistischen Deutschland geflohen. Mit ihnen freundeten Miep und ihr Freund Jan Gies sich an. Als die beiden 1941 heirateten, organisierte Otto Frank für sie eine Feier im Büro.

Als die Familie Frank 1942 untertauchen musste, unterstützte Miep Gies sie bis zu ihrer Entdeckung 1944 gemeinsam mit ihren KollegInnen Johannes Kleiman, Victor Kugler und Bep Voskuijl. Auch als weitere jüdische Bekannte, die Familie van Pels und Fritz Pfeffer, untertauchen mussten, wurden sie in der kleinen Hinterhauswohnung versteckt und von Miep und Jan Gies täglich mit Nahrungsmitteln versorgt. Zudem versteckte das Ehepaar ein weiteres jüdisches Paar in der eigenen Wohnung, von dem nicht einmal die HinterhausbewohnerInnen wussten. Miep Gies arbeitete weiterhin bei Opekta, während Jan Gies, der bei der Stadtverwaltung angestellt war, die nötigen Lebensmittelmarken besorgte.

"Miep schleppt sich ab wie ein Packesel. Fast jeden Tag treibt sie irgendwo Gemüse auf und bringt es in großen Einkaufstaschen auf dem Fahrrad mit. Sie ist es auch, die jeden Samstag fünf Bücher aus der Bibliothek bringt.", schrieb Anne Frank am 11. Juli 1943.

Am 4. August 1944 wurde das Versteck verraten und die Verfolgten von der Gestapo verhaftet, ebenso zwei der HelferInnen. Miep Gies und Bep Voskuijl sammelten Anne Franks Tagebuchseiten ein und versteckten sie. Nach dem Krieg übergab sie das Tagebuch Otto Frank, der als einziger die Shoah überlebt hatte. Seine Töchter waren im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordet worden. Anne Franks Tagebuch wurde in 70 Sprachen übersetzt und gilt als Mahnmal für die Opfer der Shoah. Mit seiner Rettung und ihrer Hilfe für die verfolgten Menschen ist Miep Gies zur Symbolfigur für die Menschlichkeit geworden.

Miep Gies während ihres letzten Besuchs im Anne Frank Haus am 16. März 2003. © Anne Frank House, Riekus Heller


Auch nach dem Krieg kämpfte sie weiter gegen das Vergessen, etwa als Zeugin in Prozessen gegen den mutmaßlichen Verräter des Verstecks und gegen Zweifler an der Echtheit des Tagebuchs. Sie hat bis zu ihrem 90. Lebensjahr immer wieder im In- und Ausland öffentlich über die Zeit des Nationalsozialismus gesprochen und mit vielen Menschen auf der ganzen Welt korrespondiert.

Ich betone immer wieder, dass wir keine Helden sind. Wir taten unsere Menschenpflicht. Miep Gies.

Miep Gies wurde 1972 zusammen mit ihrem Mann Jan in die Liste der Gerechten unter den Völkern in Yad Vashem aufgenommen. 1987 veröffentlichte sie das Buch "Meine Zeit mit Anne Frank", die 2009 in einer erweiterten Neuauflage erschien. Ebenfalls 1987 wurde Gies in den USA von B´nai B´rith geehrt. 1989 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz, die Niederlande ernannten sie 1995 zum "Ritter im Orden von Oranje-Nassau". Im Juli 2009 erhielt Gies das "Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich".

Miep Gies, die zuletzt zurückgezogen in Hoorn lebte, wurde 100 Jahre alt. Bis zuletzt war sie an den Aktivitäten des Anne-Frank-Hauses beteiligt. Sie starb am 11. Januar 2010 nach kurzer Krankheit. Auf der Seite des Anne-Frank-Hauses gibt es ein Kondolenzregister, in das sich Interessierte eintragen können.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Mirjam Pressler - Grüße und Küsse an alle - Anne Franks Familiengeschichte in Briefen

Selma Meerbaum-Eisinger: Ich bin in Sehnsucht eingehüllt. Gedichte

Helga Deen: Wenn mein Wille stirbt, sterbe ich auch. Tagebuch und Briefe

Mirjam Bolle: Ich weiß, dieser Brief wird dich nie erreichen. Tagebuchbriefe der Mirjam Bolle aus Amsterdam, Westerbork und Bergen-Belsen.

Manfred Theisen: Der Koffer der Adele Kurzweil

Eva Erben: Mich hat man vergessen. Erinnerungen eines jüdischen Mädchens

Karen Levine: Hanas Koffer

Mirjam Pressler: Malka Mai. Hörspiel nach einer wahren Geschichte

Weitere Informationen über Miep Gies und Anne Frank finden Sie im Netz unter:

Miep Gies

Anne-Frank-Haus

Anne-Frank-Fonds

Anne Frank Zentrum Berlin

Anne Frank WebGuide für SchülerInnen

Women + Work Beitrag vom 14.01.2010 Claire Horst 

   




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