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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 21.01.2010

Schokoladenfabrik seit fünf Jahren in Frauenbesitz
AVIVA-Redaktion

Berlins größtes Frauenzentrum die Schokoladenfabrik e.V. feierte am 23. Januar 2010 das 5-jährige Jubiläum der Genossinnenschaft eG. Im Rahmen des jährlichen Neujahrsempfangs fand die feierliche...



... Enthüllung einer Gedenktafel statt, um an das außerordentliche Engagement und die immense, vor allem ehrenamtliche, Arbeit vieler hunderter Frauen in und an der "Schokofabrik" zu erinnern.

1980 wurde aus der Kreuzberger HausbesetzerInnenszene heraus die Idee verwirklicht, ein Frauenstadtteilzentrum zu gründen. Über Nutzungsrecht und als Förderprojekt der Internationalen Bauausstellung (IBA) kam es zum Mietvertrag mit der Gemeinnützigen Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft Berlin (GSW). Durch Kredite, geförderte Arbeitsstellen und ein umfangreiches ehrenamtlichen Engagements wurde die Ruine der ehemaligen Schokoladenfabrik in selbstorganisierten Baugruppen von Frauen aufwendig saniert. Durch ein Architektinnenteam wurden dabei ökologische und alternative, noch wenig erprobte, Bauweisen umgesetzt, die im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Modellcharakter besaßen.

"Alles unser!"
Als die GSW 2004 einen Großteil ihrer Immobilien verkaufen musste, entschied das Frauenzentrum, die Häuser der Naunynstraße 72 und Mariannenstraße 6 selbst zu kaufen. Über eine Eigentümerinnen-Gemeinschaft und die Gründung einer Genossinnenschaft wurden diese Häuser dann am 10. Dezember 2004 an die Frauen übereignet.
An dieses außergewöhnliche Engagement von hunderten Frauen wird nun eine Tafel am Eingang der Mariannenstraße 6 erinnern. Ihre feierliche Enthüllung fand am 23. Januar 2010 um 19.00 Uhr statt.

Was möglich ist, wenn Frauen an einem Strang ziehen...

Das Frauenzentrum Schokoladenfabrik ist gegenwärtig mit mehr als 1000 qm Fläche das größte Frauenzentrum Europas. Es ist als wichtige und prägende Institution aus dem bundesdeutschen Feminismus-Diskurs der 80-er Jahre heraus entstanden und stellt heute Raum für viele frauen- und genderpolitische Initiativen. Es bietet ein umfangreiches Beratungs- und Bildungsangebot, aber auch vielfältige Freizeit- und Sportaktivitäten sowie eine Ganztageskinderbetreuung und eine gewerbliche Tischlerei. Es beherbergt das traditionsreiche HAMAM, das Türkische Bad für Frauen, mittlerweile auch eine bedeutende Touristinnenattraktion Berlins.

Langfristig ist geplant, das Vorderhaus der Mariannenstraße 6 an weitere Frauenprojekte und -unternehmen zu vermieten. Den Anfang machte die Bar "Marianne" am 1. August 2008 mit dem Einzug in die Ladenräume des Vorderhauses. Um diese Pläne umsetzen zu können, werden weitere Mitstreiterinnen gesucht, die Genossin werden wollen.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.genossinnenschaft-schokofabrik.de und www.schokofabrik.de

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Women + Work Beitrag vom 21.01.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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