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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 24.07.2010

Bella Savitzky Abzug - Die New Yorkerin, Feministin, Antikriegs-Aktivistin, Politikerin und Rechtsanwältin wäre am 24. Juli 2010 neunzig Jahre alt geworden
AVIVA-Redaktion

Ein Portrait auf FemBio und AVIVA. "Jeder, der meint, er brauchte mich nicht ernst zu nehmen, sollte sich in Acht nehmen", warnte die "Very Serious Woman" einst ihre GegnerInnen. Sie starb ...



... im Alter von 77 Jahren, doch ihre Arbeit für Frauen und die Schwächeren der Gesellschaft wirkt fort.

Erste Jüdin im Kongress

Sie war eine nationale Persönlichkeit, oft einfach Bella genannt, die auch durch ihre Vorliebe für eigenwillige Hutkreationen auffiel. Ihre kraftvolle Art und ihr flamboyanter Stil riefen in der politischen Arena der USA Kontroversen und Kritik hervor, aber in Wirklichkeit widmete sie ihr Leben dem Gemeinwohl und dem Einsatz für Unterdrückte und Vergessene. Nationale Berühmtheit erlangte sie als erste Jüdin, die in den Kongress gewählt wurde, und als Führerin der Weltfrauenbewegung. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit, sich Gehör zu verschaffen, hinterließen bei jüngeren Aktivistinnen einen bleibenden Eindruck. "Manche Männer würden mich gerne abtun mit blöden Kommentaren über meine Hüte, meine Kraftausdrücke oder meine Figur. Vielleicht glauben sie, dass sie, indem sie sich auf Aspekte meines farbenfrohen Charakters konzentrieren, von den Dingen ablenken können, die mir wirklich wichtig sind, wie Kinderbetreuung, Abschaffung der Wehrpflicht und Beendigung des Krieges", sagte sie über ihr Leben.

Anwältin und Aktivistin

Bella Savitzky, am 24. Juli 1920 in New York geboren, wuchs als Tochter russisch-jüdischer ImmigrantInnen in der Bronx auf. Schon im Alter von elf Jahren beschloss sie, Anwältin zu werden. Ihr Redetalent trainierte sie bereits, als sie in U-Bahn-Stationen Geld für zionistische Anliegen sammelte. 1947 machte Bella ihren juristischen Abschluss an der Columbia-Universität. Sie hatte sich auf Arbeitsrecht spezialisiert und konzentrierte sich in ihrer Anwaltskanzlei auf linkspolitische Anliegen: Gewerkschaften, Arbeitsrecht und Bürgerrechte. Während der McCarthy-Ära verteidigte sie MandantInnen, die wegen kommunistischer Aktivitäten angeklagt waren. In den 60er Jahren machte Bella gegen den Vietnamkrieg und Atomversuche mobil. Sie war Mitbegründerin der Organisation "Women´s Strike For Peace" und führte Gruppen nach Washington, um dort Lobby-Arbeit für den Frieden zu machen.

"Diese Frau gehört ins Haus – ins Abgeordnetenhaus"

Mit einem Friedens- und Frauenprogramm ließ sie sich für den Kongress aufstellen. Ihr Wahlkampfslogan war: "Diese Frau gehört ins Haus – ins Abgeordnetenhaus". Als eine von nur neun Frauen unter insgesamt 435 Abgeordneten war sie von 1970 bis 1976 Parlamentsmitglied. Im Jahr 1971 legte der US-amerikanische Kongress auf Initiative Bella Abzugs hin fest, dass am 26. August jeden Jahres der "Women´s Equality Day" zu feiern sei. Das Datum wurde in Erinnerung an die 19. Ergänzung der Konstitution im Jahr 1920 gewählt, in der Frauen erstmals das Wahlrecht garantiert wurde.
Diese Ergänzung der Konstitution stellte den Höhepunkt der massiven, friedlichen Frauenrechtsbewegung dar, die formal bereits 1848 mit dem ersten Kongress für Frauenrechte in Seneca Falls, New York, begonnen hatte. Der "Women´s Equality Day" soll bis heute die Aufmerksamkeit auf aktuelle Bemühungen von Frauen, die Gleichberechtigung der Geschlechter voranzutreiben, gelenkt werden. Der 26. August ist somit ein beliebter Termin für Konferenzen und Demonstrationen der Frauenrechtsbewegung. 2008 fand beispielsweise die Konferenz "Democratic Womens´s Caucus" in Denver statt, an der prominente Rednerinnen wie Michelle Obama, Hillary Clinton, Senatorin Barbara Boxer und Cecile Richards, Präsidentin der "Planned Parenthood Federation of America", teilnahmen.

Starke Überzeugungen

Als Abgeordnete wurde Bella Abzug berühmt für ihre starken Überzeugungen, ungeschminkten politischen und persönlichen Meinungen und die geschickte Nutzung des parlamentarischen Systems. Sie war eine machtvolle, mitreißende Rednerin. Vom ersten Tage an setzte sie sich für die Beendigung der Wehrpflicht und des Vietnamkrieges ein, aber auch für die Interessen der Veteranen. Sie kämpfte im Kongress unermüdlich für Frauenrechte, die Rechte von Minderheiten, Lesben und Schwulen, für Kinderbetreuung, sozialen Wohnungsbau und eine allgemeine Gesundheitsfürsorge. Feindschaft erlebte sie aufgrund ihrer Kritik am "old boys´ network", das unter Ausschluss von Frauen das politische System dominierte.

Offene Kritik übte sie entsprechend an sogenannten Fortschrittlichen, die Kompromisse eingingen, kapitulierten und Gefälligkeiten austauschten, statt sich für die Interessen ihrer WählerInnen einzusetzen. Gegenangriffe zielten auf Bellas Stil, Auftreten und Äußeres. Die Medien brachten des öfteren Sensationsberichte über ihre Persönlichkeit und ihre Aktivitäten. Sie opferte Schlaf und Gesundheit für ihre WählerInnen und die USA, und sie klagte, ihr gnadenloser Terminkalender mache sie einsam. Nachdem ihr Mann, der Schriftsteller und Börsenmakler Martin Abzug im Jahr 1986 gestorben war, standen ihr die beiden Töchter Eve und Liz zur Seite.

Einflussreiche politische Kraft

Bella wandte sich nach ihrer Tätigkeit im Abgeordnetenhaus wieder ihrer Anwaltskanzlei zu, blieb aber national wie international eine einflussreiche politische Kraft. Präsident Jimmy Carter ernannte sie zur Co-Vorsitzenden des National Advisory Committee on Women – entließ sie aber, als sie Einwände gegen Kürzungen zu Ungunsten von Frauen erhob. Viele Ausschussmitglieder traten aus Solidarität mit ihr zurück.

Auch ihre Brustkrebserkrankung konnte sie nicht von der politischen Arbeit abhalten. Ihre Aktivitäten in der Umweltbewegung und der Weltfrauenbewegung komplettieren ihr Lebenswerk. Sie war Präsidentin der von ihr mitbegründeten Women´s Environment and Development Organization. Als Vorsitzende der New York City Commission on the Status of Women und danach in der Ersten Weltkonferenz über Brustkrebs leitete Bella Abzug Anhörungen über die Zusammenhänge zwischen Umwelt und Brustkrebs. Sie kämpfte für einen höheren Frauenanteil in politischen Ämtern und arbeitete als Beraterin über Umwelt und Entwicklung bei der UN-Konferenz.

1991 organisierte sie den ersten Frauenkongress für die Gesundheit des Planeten als Teil des UN-Umwelt-Gipfels in Rio. Nur zwei Nächte nach einer Ansprache vor der UNO starb Bella Abzug 1998 an Komplikationen nach einer Herzoperation. Ihr Vermächtnis ist ein unbedingter Einsatz für Frauen, Menschenrechte, Arme und Unterdrückte sowie die Vision eines friedlichen und umweltfreundlichen Zusammenlebens der Menschen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Ein Porträt zu Bella Abzug von Katherine E. Horsley findet sich auf dem Portal FemBio: www.fembio.org.
FemBio (Hannover/Boston) von Professorin Luise F. Pusch ist das weltweit umfassendste Frauenbiographie-Portal mit den Schwerpunkten Europa und Amerika.

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(Quelle: FemBio Frauenbiographieforschung e. V., AVIVA-Berlin)


Women + Work Beitrag vom 24.07.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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