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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 16.08.2010

DIW-Studie fragt - Verbessern Internet-Kreditmärkte den Kreditzugang für Unternehmerinnen
AVIVA-Redaktion

Frauen haben auf Internet-Kreditmärkten mindestens so gute Kreditchancen wie Männer – oft sogar bessere. Im Gegensatz dazu werden Frauen als Geschäftskundinnen von Banken noch immer...



... diskriminiert: Ihre Chancen auf einen Kredit sind geringer als die von Männern, die Konditionen oft deutlich schlechter.


Unter den GeschäftskundInnen einer Bank sind Unternehmerinnen und Gründerinnen im Regelfall eine Minderheit. Wissenschaftliche Studien, wie "Entrepreneurs` gender and financial constraints: Evidence from international data" von 2009, zeigen für Unternehmerinnen oft eine im Vergleich zu männlichen Unternehmern geringere Wahrscheinlichkeit für eine Kreditzusage oder höhere Kreditkosten. Die Untersuchungen belegen, dass Banken von Frauen einen höheren Zins oder mehr Sicherheiten als von Männern verlangen, obwohl keine Unterschiede bei den üblichen Einflussgrößen auf die Kreditkonditionen – wie zum Beispiel beim geschätzten Ausfallrisiko – feststellbar sind. Eine neue Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt jetzt, dass innovative Kreditmärkte, beispielsweise im Internet, diese traditionelle Diskriminierung überwinden können.

Internet-Kreditplattformen und deren Nutzung

2005 wurde in Großbritannien die erste Internet-Kreditplattform gegründet. Seitdem sind weltweit Dutzende solcher Plattformen entstanden, die zusammen ein Kreditvolumen von etwa einer Milliarde Dollar bewegen. "Im Vergleich zu traditionellen Kreditmärkten ist das natürlich sehr bescheiden", sagt DIW-Finanzexpertin Nataliya Barasinska. "Aber diese so genannten Peer-to-Peer-Netzwerke haben Vorteile für beide Seiten – KreditnehmerInnen und KreditgeberInnen. Und sie werden immer beliebter."
Für ihre Untersuchung "Verbessern Internet-Kreditmärkte den Kreditzugang für Unternehmerinnen?" haben Dorothea Schäfer und Nataliya Barasinska die Vergabe von Geschäftskrediten bei smava analysiert, der größten deutschen Kreditplattform im Internet. Die Mehrheit der dort vermittelten Kredite dient Konsumzwecken wie der Anschaffung von Gebrauchsgütern oder Einrichtungsgegenständen. Dennoch wird die Plattform auch von UnternehmerInnen und GründerInnen benutzt, um Geschäftskredite aufzunehmen. Zwar sind Geschäftskredite auf innovativen Kreditmärkten noch in der Minderheit, trotzdem werden auf smava im Schnitt 44 Geschäftskredite pro Monat vermittelt. Und dabei haben Frauen oft bessere Karten als Männer.

Frauen sind im Internet kreditwürdiger als Männer

"Wir haben alle für die Kreditvergabe relevanten Faktoren untersucht", erklärt Nataliya Barasinska. Alter, Beschäftigung, Bundesland, Geschlecht und Schufa-Klasse sind auf den Internet-Kreditmärkten für alle potenziellen KreditgeberInnen einsehbar. Alle diese Faktoren spielen also potenziell eine Rolle bei der Kreditvergabe. Das Ergebnis ist eindeutig: Über alle Schufa-Klassen hinweg haben Frauen etwas bessere Chancen als Männer, einen Geschäftskredit zu erhalten. Besonders stark ist dieser Effekt bei höheren Summen jenseits von 10.000 Euro. Der geschlechtsspezifische Unterschied in der Finanzierungschance des Kreditgesuchs ist umso höher, je größer der erwünschte Kreditbetrag ist. Hierfür wäre als Erklärung zum Beispiel denkbar, dass Frauen von Anlegerinnen bei der Kreditvergabe bevorzugt werden. Jedoch machen Anlegerinnen nur zehn Prozent aller InvestorInnen aus, und es gibt keine Kredite, die ausschließlich durch Frauen finanziert wurden.

Internet-Kreditmärkte stehen im Gegensatz zum klassischen Kredit

Offensichtlich schenken KreditgeberInnen auf Internet-Plattformen Frauen mehr Vertrauen, als das bei den Banken der Fall ist. Dieses Ergebnis steht im klaren Gegensatz zu den Befunden der Studien über die Kreditvergabe im klassischen Bankgeschäft. Sie zeigen, dass Banken bei GeschäftskundInnen zu einer Diskriminierung von Frauen neigen. "Die Ursachen dafür können in geschlechtsspezifischen Klischees liegen", sagt Nataliya Barasinska. "Viele glauben wohl noch immer, dass Frauen schlechtere unternehmerische Fähigkeiten haben." Auf Internet-Kreditmärkten würden diese Klischees offenkundig keine Rolle mehr spielen.


Weitere Informationen finden Sie unter:

www.diw.de

Hören Sie auch das Audio-Interview mit Nataliya Barasinska

Die Studie "Entrepreneurs` gender and financial constraints: Evidence from international data" Alexander Muravyev, Oleksandr Talavera und Dorothea Schäfer kann unter: www.sciencedirect.com kostenpflichtig beim "Journal of Comparative Economics" erworben werden.


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

"Förderung Riester-Rente und Studie zum Anlegeverhalten von Männern und Frauen 2009

(Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung)

Women + Work Beitrag vom 16.08.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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