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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 02.02.2011

Die Femina 2011 - ein Filmpreis für Frauen
Dagmar Trüpschuch

Zum 15. Mal wird auf der Berlinale der Femina Filmpreis an eine Filmtechnikerin aus einem deutschsprachigen Spielfilm verliehen. Seitdem der Preis 1996 das erste Mal verliehen wurde, ist einiges...



... passiert.

Und wieder sind es drei. Die Regisseurin Angela Schanelec ist eine von ihnen. Die anderen beiden sind die Filmhistorikerin Renata Helker und die Szenenbildnerin Reinhild Blaschke, die im vergangenen Jahr den Femina Filmpreis für ihr Szenenbild in Thomas Arslans Film "Im Schatten" erhielt. Sie bilden die Jury für den Femina Filmpreis, der in diesem Jahr zum 15. Mal an eine Filmtechnikerin aus den Bereichen Kamera, Kostüm, Szenenbild, Montage und Musik vergeben wird.

34 Filmtechnikerinnen haben in diesem Jahr die Chance, den mit 2.000 Euro dotierten Preis zu gewinnen. 34 Frauen, die in 16 Filmen für die technischen und künstlerischen Details verantwortlich sind. "Mir scheint, es gibt mittlerweile in vielen Filmberufen fast so viele Frauen wie Männer, beim Szenenbild auf jeden Fall", sagt Reinhild Blaschke. "In anderen Bereichen wie im Kameradepartment wahrscheinlich noch nicht, aber ich denke, das wird sich auch ändern."

Ihre Einschätzung deckt sich mit der Statistik, die Silvana Abbrescia-Rath, Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Femina Filmpreis, jährlich erstellt. "Bei Szenenbild und Montage sieht es so aus, als wäre die "Gleichberechtigung" in der Realität angekommen", sagt sie. Seit 1996 – dem Jahr, in dem der Preis das erste Mal vergeben wurde – führt sie akribisch die Zahlenliste. Zugrunde liegen ihrer Statistik die Filme, die auf der Berlinale gezeigt werden und hier wiederum nur die Filme, die aus deutschsprachigen Ländern kommen – also vornehmlich aus Deutschland, Österreich, weniger aus der Schweiz.

Um es kurz zu machen: 1996 waren von 85 Positionen in den Bereichen Kamera, Ausstattung, Kostüm, Schnitt und Musik 29 von Frauen besetzt, das sind rund 34 Prozent. 2011 sind von 85 Positionen 37 von Frauen besetzt. Das sind 43,5 Prozent. Fast zehn Prozent Steigerung. Ein Grund zum Jubeln? Femina Filmpreis Vorstandsmitglied und Kamerafrau Sophie Maintigneux: "Das ist eine gute Nachricht. Aber – das ist noch nicht genug. Unser Ziel ist die Parität der Geschlechter."
Nun zum Schnitt. Zum Filmschnitt oder besser Montage, die von Filmeditorinnen, früher Cutterinnen, ausgeführt wird. Diese Arbeit gilt als traditioneller Frauenberuf. Der Frauenanteil liegt deswegen bei den bewerteten Filmen auch bei 56 Prozent. Doch das hat Tradition, weiß Bettina Böhler. Sie ist Filmeditorin für Kino- und Fernsehfilme. Zudem ist sie Gründungsmitglied vom Femina Filmpreis und hat denselbigen 2007 für die Montage von "Yella" bekommen, einem Film von Christian Petzold. Auch in diesem Jahr ist sie durch ihre Mitarbeit an dem neuen Petzold-Film "Dreileben - Etwas Besseres als den Tod", der im Forum läuft, Kandidatin für den Filmpreis. "In Deutschland war Montage bis vor knapp 20 Jahren ein Frauenberuf, mit fast 80 Prozent Frauenanteil. Erst jetzt, durch die digitale Technik, drängen auch die Jungs in den Beruf."

Während bei Szenenbild und Montage die Frauen gut vertreten sind, glänzen sie durch Abwesenheit im Bereich Musik und sind nach wie vor eine Minderheit bei der Kamera. Die einzige Kandidatin für den Femina Filmpreis im Bereich Musik ist die Filmkomponistin und Musikproduzentin Annette Focks (Andres Veiel "Wer wenn nicht wir"). Und gerade mal drei Frauen komponierten Bilder: Judith Kaufmann, Leena Koppe und Bernadette Paassen. Letztere muss jedoch als Kandidatin für den Filmpreis ausscheiden, weil ihre Kollegin vom Szenenbild, Reinhild Blaschke, in diesem Jahr in der Jury sitzt. So wollen es die Regeln. "Es gibt zwar immer mehr junge Kamerafrauen, die von ihrer Gage auch leben können", sagt Sophie Maintigneux. "Aber es gibt immer noch zu wenig Frauen, die in den Beruf wollen." Viele dächten noch immer, die Arbeit an der Kamera sei kein Job für Frauen. An der Filmhochschule Berlin, wo sie als Dozentin für Bildgestaltung arbeitet, bliebe die Bewerberinnenzahl der Kamerafrauen konstant bei 15 Prozent.

Dabei seien Filme auf die Kreativität und das künstlerische Denken von Frauen angewiesen, sagt Regisseurin Angela Schanelec. Und die Filmhistorikerin Renata Helker ergänzt: "Für das Kino, für die Ästhetik seiner Ausdrucksformen und Inhalte ist eine weibliche Perspektive unerlässlich." Und deswegen sei der Femina Filmpreis auch heute noch wichtig. Denn, so Helker: "Weibliche Filmkünstler sind in Relation zu ihren männlichen Kollegen im Filmgeschäft immer noch unterrepräsentiert."

In den vergangenen Jahren war der Filmpreis immer mit 3000 Euro dotiert. In diesem Jahr sind es erstmalig nur 2000 Euro. "Das hat damit zu tun, dass der Preis mittlerweile hauptsächlich über Spenden finanziert wird", sagt Silvana Abbrescia-Rath. "Und in diesem Jahr haben wir leider nicht mehr Geld zusammenbekommen." Sehr dankbar sei sie aber, dass das NW Filmbüro den Preis von nun an jährlich mit 500 Euro unterstützen wird. Sibylle Stürmer, die stellvertretende Vorsitzende des Filmbüro NW, sagt dazu, dass mit der Spende eine große Wertschätzung für die Arbeit des Vereins Femina Filmpreis verbunden sei, die dazu führe, "dass die Leistungen, die Frauen in unserer Branche erbringen, gewürdigt werden."

Und auch auf dieser Berlinale wird es wieder den Augenblick geben, dass eine Frau, die hinter den Kulissen arbeitet, für einen Moment im Rampenlicht steht – bei der Preisverleihung der unabhängigen Jurys. Wenn sie Urkunde sowie einen Strauß Blumen in den Händen hält und ihr Preisgeld in Empfang nimmt. Reinhild Blaschke: "Es ist überraschend und schön, die eigene Arbeit von geschätzten Kolleginnen gewürdigt zu sehen."

Weitere Infos zum Femina Filmpreis finden Sie unter: "Femina Filmpreis e.V."


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Women + Work Beitrag vom 02.02.2011 AVIVA-Redaktion 

   




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