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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 01.09.2006

Die drei Elemente-Trilogie
Dagmar Trüpschuch

Die Regisseurin der drei Elemente Trilogie "Fire", "Earth" und "Water", Deepa Mehta, im Gespräch. Das Interview führte Dagmar Trüpschuch für AVIVA-Berlin



Alle Fotos © HAMILTON MEHTA PRODUCTIONS

Sie wurde 1950 in Amritsar, der Stadt des Goldenen Tempels in Indien, geboren. Heute lebt die Regisseurin Deepa Mehta in Toronto. Bekannt wurde sie in Deutschland 1996 durch den Film "Fire", der eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen erzählt. "Fire" war der erste Film ihrer drei Elemente Trilogie "Fire", "Earth" und "Water".
Die Filme der Regisseurin, die das indische Gesellschaftssystem kritisch betrachten, stoßen in Indien nicht immer nur auf Gegenliebe. "Fire" wurde zwar erfolgreich gezeigt, musste aber nach nur zwei Wochen Spielzeit wieder aus den Kinos genommen werden, nachdem fundamentalistische Hindus die Filmtheater zerstörten.
"Water", der dritte Film der Trilogie, der das Schicksal indischer Witwen in den 40er- Jahren thematisiert, musste nach Anfang der Dreharbeiten fünf Jahre pausieren und konnte nur in Sri Lanka unter großer Geheimhaltung fertig gestellt werden.
Wieder waren es fundamentalistische Hindus, die die Dreharbeiten zu verhindern wussten, indem sie die Regisseurin bedrohten und das Filmset zerstörten. Sie betrachteten die Arbeit der Regisseurin, wie schon bei "Fire", als anti-hinduistisch.

© HAMILTON MEHTA PRODUCTIONS
Zum Filmstart von "Water" am 7. September 2006 und zur DVD-Release von "Fire" am 18. September 2006 sprach AVIVA-Berlin mit Deepa Mehta.

AVIVA-Berlin: Frau Mehta, ich möchte mit Ihnen über die Trilogie Fire - Earth - Water sprechen. Was verbindet diese Filme?
Deepa Mehta: "Fire" ist ein Film über Sexualität und Genderpolitik, "Earth" thematisiert Nationalität und daraus folgenden Separatismus und "Water" ist ein Film über Politik und Macht von Religion. Die Elemente gelten als Metapher für diese drei Stadien. Es sind alles Elemente, die uns sowohl wachsen lassen als auch zerstören können.

AVIVA-Berlin: "Fire" und "Water" thematisieren direkt ein Frauenthema. In "Earth" wird zwar auch die Situation der Frauen in Indien angesprochen, aber eher marginal. Der Hauptaspekt gilt der Teilung Indiens 1947 und dem Massaker zwischen Hindus, Sikhs und Muslimen.
Deepa Mehta: Wie dem auch sei, ich habe nie angedacht, dass die Trilogie von Frauen handelt - sie handelt einfach von Menschlichkeit.
Zu "Earth" wurde ich inspiriert durch einen Satz, den die Schriftstellerin Bapsi Sidhwa in ihrem Buch "Cracking India" schreibt. Sie sagt: "Alle Kriege werden auf den Schultern von Frauen ausgetragen." Dieses Buch wurde für "Earth" adaptiert.

AVIVA-Berlin: "Fire" ist in meinen Augen der provokanteste Film der Trilogie ...
Deepa Mehta: Jeder hat seinen Favoriten in dieser Trilogie. Es freut mich, dass Ihrer "Fire" ist.

AVIVA-Berlin: ... er hat Tabus gebrochen, indem er erstmalig lesbische Liebe auf der Leinwand zeigte. Homosexualität ist in Indien zwar nicht verboten, aber man spricht nicht darüber. Mit "Fire" kam dieses Thema zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. Wie waren die Reaktionen und gab es Schwierigkeiten beim Dreh und bei der Aufführung?
Deepa Mehta: Es gab keine Schwierigkeiten den Film zu drehen. Und tatsächlich gab es auch keine Schwierigkeiten den Film zu vertreiben. Er wurde für zwei Wochen sehr erfolgreich überall in Indien gezeigt, bevor fundamentalistische Hindus entschieden haben, dass er anti-hinduistisch sei und angefangen haben, die Kinos zu stürmen und zu zerstören. Der Film wurde daraufhin abgesetzt.

AVIVA-Berlin: "Fire" wurde 1996 gedreht, vor zehn Jahren. Wie ist die aktuelle Situation von Lesben und Schwulen in Indien?
Deepa Mehta: Ich glaube mittlerweile sind auch in Indien Lesben und Schwule geoutet. Und seit 1996 wurden noch weitere Filme über Lesben und Schwule gedreht.

© HAMILTON MEHTA PRODUCTIONS
AVIVA-Berlin: "Water", Ihr aktueller Film, erzählt aus dem Leben von Witwen, die alleine leben müssen, nachdem ihr Mann gestorben ist. Sie leben in einem Ashram, um ihr "schlechtes Karma" zu sühnen und um ihren Familien finanziell nicht weiter zur Last zu fallen. Das Leben des Mannes bestimmt das Leben der Frauen und mit seinem Tod sind sie nichts mehr wert. Das achtjährige Mädchen Chuya wird kurz nach ihrer Hochzeit Witwe und kommt in einen Ashram für Witwen.
Gibt es im heutigen Indien noch Kinderwitwen?
Deepa Mehta: Die Diskriminierung von Witwen ist illegal in Indien, Dennoch existieren diese Ashrams. Aber ich habe selber noch keine Kinderwitwe in einem Ashram gesehen. Aber 1938 war es Realität. Heutzutage hört man zwar immer noch von Kinderheiraten in ländlichen Gegenden, aber das ist mittlerweile sehr selten.

AVIVA-Berlin: Frau Mehta, Sie leben in Kanada und haben den Blick von Außen auf Ihr Land und auf die Situation von den dort lebenden Frauen. Noch immer ist ein Mädchenleben in Indien nicht so viel wert wie das eines Jungen. Was muss in Indien passieren, damit die Rolle der Frau in der Gesellschaft gestärkt werden kann?
Deepa Mehta: Einige der stärksten Frauenrechtlerinnen, die ich kenne, leben in Indien und leisten dort wertvolle Arbeit. Und die Situation der Frauen dort hat sich sprunghaft verbessert. Aber nicht nur in Indien sind Frauen Bürger zweiter Klasse, sondern überall auf der Welt, auch in Deutschland und den USA.

Lesen Sie auch die Rezension von drei Elemente "Water".


Women + Work Beitrag vom 01.09.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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