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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 23.03.2004

Stiftung Digitale Chancen – Teil 2
AVIVA-Redation

Ziel der Stiftung ist es, EinsteigerInnen zu mehr Medienkompetenz zu verhelfen. AVIVA-Berlin im Gespräch mit Jutta Croll, der Chefredakteurin der Initiative.



AVIVA-Berlin: Auch die Arbeitswelt verändert sich. Wenn ich auf Jobsuche bin, brauche ich nicht das Portfolio einer Firma anzufordern, sondern kann gleich ins Netz gehen. Wir bieten z.B. in der AVIVA-Berlin für die NutzerInnen Tutorials mit Software-Programmen.(Dreamweaver etc.) an. Wie versende ich Attachements, wie verkleinere ich Bildddateien. Ich will mich bewerben und mein Arbeitgeber ist genervt, wenn er jetzt ein 3Megabyte großes Foto von mir bekommt.
Jutta Croll: Ein guter Anknüpfungspunkt zu dem Projekt, an dem wir gerade arbeiten. Am 1. Dezember 2003 wurde das neue Internetangebot der Bundesagentur für Arbeit, der Virtuelle Arbeitsmarkt, gestartet. Dieser Webauftritt hat nicht nur eine neue Weboberfläche, dahinter steckt eine massive Veränderung der Job-Suche. Die Chance, eine BewerberIn schneller in den passenden Job zu vermitteln, wird durch die Datenbank, in der die Bewerberprofile und die Stellenangebote hinterlegt sind, und das ablaufende Matching-Verfahren deutlich größer. Die Bundesagentur geht davon aus, innerhalb von 2 Jahren 50 % ihrer Beratungsdienstleistungen online abwickeln zu können. Das setzt voraus, dass viele Menschen in der Lage sind, das Angebot zu bedienen, um die darin liegenden Chancen für sich zu nutzen. Viele der Menschen, die heute noch keinen Zugang zum Internet gefunden haben, sind auch in anderer Hinsicht benachteiligt und haben z. B. geringere Chancen am Arbeitsmarkt. Es ist daher wichtig, ihnen einen Zugang zu ermöglichen und sie an solche Angebote wie den virtuellen Arbeitsmarkt heranzuführen. Die Stiftung entwickelt zurzeit ein Multiplikatorentraining, mit dem wir z.B. SozialarbeiterInnen in der Jugendhilfe oder Arbeitslosenberatung mit den Instrumenten des Virtuellen Arbeitsmarktes vertraut machen, damit sie wiederum ihre Klientel bei der Jobsuche online unterstützen können. Dazu gehören Trainingsmaterialien, die wir in Form von gedruckten Arbeitsblättern, aber auch online oder auf CD-Rom zur Verfügung stellen werden. Ab Sommer 2004 soll das Training als eintägiger Workshop über unsere Partner im Stiftungsbeirat, die großen Wohlfahrtsverbände und deren Weiterbildungseinrichtungen angeboten werden. Solche mehrwertigen Angebote tragen dazu bei, auch diejenigen, die bisher der Ansicht sind, dass ihnen das Internet keinen Vorteil bietet, vom Nutzen zu überzeugen.

AVIVA-Berlin: Sie haben bereits die Kooperation mit der Aktion Mensch und den Biene-Award erwähnt. Am 3. Dezember 2003 wurde im Museum für Kommunikation Berlin von der „Aktion Mensch“ und der "Stiftung Digitale Chancen" der "BIENE-Award 2003" für die besten barrierefreien deutschsprachigen Websites verliehen. AVIVA berichtete. Mehr als 170 Unternehmen, Organisationen und Verbände haben ihre Internetangebote zum BIENE-Award, dem Wettbewerb für barrierefreie Webgestaltung angemeldet. Bitte erzählen Sie uns mehr über die Hintergründe des Awards. Wer war Ihr persönlicher Favorit? Sind Sie zufrieden mit der Resonanz und den Ergebnissen? Was würden Sie sich für die Zukunft der Biene wünschen? Wird der Wettbewerb erneut stattfinden?
Jutta Croll: Aktion Mensch befasst sich im Rahmen der Initiative Einfach für Alle schon seit einiger Zeit mit barrierefreier Internetgestaltung, die Stiftung hat sich die Förderung der Internetnutzung durch Menschen mit Behinderungen zum Ziel gesetzt. Gemeinsam haben wir dann zu Beginn des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen 2003 die Idee entwickelt, einen Wettbewerb durchzuführen, der dem Thema zu mehr Aufmerksamkeit verhilft. Die Resonanz der Einreicher hat uns überwältigt und zugleich vor eine schwere Aufgabe gestellt. Um die besten Angebote herauszufinden war eine umfassende Prüfung auf Barrierefreiheit erforderlich, die wir mit einem Evaluationsteam an der Universität Bremen durchgeführt haben.

AVIVA-Berlin Sie haben bemängelt, dass gerade kommerzielle Anbieter in einer relativ kleinen Zahl vertreten waren. Solche Anbieter wie Otto-Versand, Amazon oder eBay, also E-Commerce, wo klar ist, ich kann dort ein Produkt bestellen. Oder die Postbank, ich will Online-Banking, kann aber zu schlecht sehen. Ich bin komplett aus dieser Art des Geschäftslebens ausgeschlossen.
Jutta Croll: Diese großen Anbieter waren beim Wettbewerb nicht vertreten, dabei können Menschen mit Behinderungen gerade dort besonders profitieren, weil sie in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. E-Commerce und E-Government ermöglichen ihnen eine größere Selbständigkeit und ein höheres Maß an Selbstbestimmtheit, z. B. im Hinblick auf die Informationsbeschaffung. Ein Blinder kann die Zeitung nicht lesen, er ist für die Nachrichten auf die Sendezeiten im Fernsehen angewiesen. Im Internet kann er immer, wenn es in seinen Tagesablauf passt, tagesaktuelle Nachrichten abrufen.

AVIVA-Berlin Da gibt es doch starke Defizite. Wie könnte man jetzt z. B. die Unternehmen erreichen? Man kann ja klar machen, es ist durchaus ein wirtschaftlicher Aspekt, wenn man mehr Nutzer erreicht.
Jutta Croll: Das ist ein Ergebnis des BIENE Awards 2003, bei dem die einzige goldene Biene an die Polizei NRW gegangen ist, dass gesetzliche Regulierung etwas bewirkt. Die Polizei NRW hat bereits vor der Regulierung durch ein Landesgleichstellungsgesetz begonnen, die Barrierefreiheit proaktiv umzusetzen. Und weil das Ergebnis beispielhaft ist, haben wir es mit der goldenen Biene prämiert. In den Bereichen, in denen es keine gesetzliche Regulierung gibt, ist bisher wenig passiert. Natürlich wollen wir mit dem BIENE-Award darauf aufmerksam machen. Was uns jetzt auf jeden Fall gelungen ist, ist deutlicher darauf hinzuweisen, alle Behinderungsarten mit in den Blick zu nehmen. Worauf wir 2004 unsere PR-Arbeit schärfer ausrichten müssen ist, an die Unternehmen heran zu gehen. Wir haben im Jahr 2003 sehr viele Agenturen davon überzeugt, dass es lohnend ist, sich mit diesem Thema zu befassen. Die Agenturen brauchen aber noch ein Stück zusätzliche Argumentationshilfe, um ihre Kunden zu überzeugen.

AVIVA-Berlin: Heißt das, die Biene fliegt auch in diesem Jahr wieder?
Jutta Croll: Ja, wir haben den Startschuss zur Ausschreibung am 22. 3. auf der CeBit gegeben, Einreichungsschluss ist am 1. 8. 2004. Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr auch interessante und prämierungswürdige Angebote in den anderen Kategorien zu sehen bekommen. Es gibt im Medienbereich und im Bereich E-Commerce einige Angebote, die sind zurzeit noch nicht vollständig barrierefrei, aber sie sind auf dem Weg dorthin. Diese Anbieter wollen wir ermutigen, sich beim Biene-Award 2004 zu beteiligen. Ich bin sicher, dass in diesem Jahr viele ein ganzes Stück weiter sind und auch bereit, ihre Sites einzureichen. Dann selbst wenn sie nicht zu den Gewinnern zählen, haben sie natürlich daraus gelernt, weil wir eine sehr gute Nachberatung gemacht haben. Alle Einreicher bekommen ein Feedback über die Punkte, die noch verbesserungswürdig sind. Insofern haben alle Teilnehmer, auch die, die jetzt nicht mit einer goldenen Biene nach Hause gegangen sind, davon profitiert, weil sie mit dem Ergebnisbericht unseres Evaluationsteams ihr Angebot verbessern können.

AVIVA-Berlin: Der Biene-Award hat dem Thema der Digitalen Integration viel öffentliche Aufmerksamkeit gebracht. Ein anderer Bereich dieser Öffentlichkeitsarbeit sind die Berliner Gespräche zur Digitalen Integration, die die Stiftung im Auftrag des BMWA inhaltlich vorbereitet und organisiert. Am 18.11.03 fand das erste Berliner Gespräch statt. Das Thema lautete: Zukunftschancen - Medienkompetenz für sozial- und bildungsbenachteiligte Jugendliche. Am 13.01.04 wurde der Integrationsmotor Internet als Digitale Chancen für MigrantInnen diskutiert. Welche Ergebnisse haben die Gespräche bisher gebracht? Welche Themen stehen außerdem auf dem Programm?
Jutta Croll: Wir freuen uns über die außerordentlich große Resonanz auf die Berliner Gespräche. Wir bieten mit den Gesprächen ein Forum für diejenigen, die mit den bisher bei der Internetnutzung unterrepräsentierten Gruppen arbeiten, aber auch für Politiker, die Informationen benötigen als Grundlage für Entscheidungen, und für VertreterInnen der Wirtschaft und der Wissenschaft. Unsere Erfahrungen bei den bisherigen Terminen zeigen, wie wichtig diese Vernetzung ist. Am 24. Februar stand der barrierefreie Zugang zu neuen Medien für Menschen mit Behinderungen auf dem Programm und das Thema ist auf sehr breites Interesse gestoßen. Am 30. März werden wir uns mit der Internetnutzung im ländlichen Raum befassen, am 11. Mai mit der Digitalen Integration gesellschaftlicher Randgruppen. Gezeigt hat sich, dass es noch eine Reihe von Fragen gibt, die im Zusammenhang mit der Internetnutzung zu behandeln sind. Neben den Zielgruppen, die wir bisher betrachtet haben, stehen Themenkomplexe wie Bildung, E-Government und E Commerce, aber auch Jugend-, Daten- und Verbraucherschutz auf der Agenda, wenn wir die Internetnutzung in der Bevölkerung weiter steigern wollen. Wir hoffen, dass wir uns auch in Zukunft mit EntscheidungsträgerInnen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft austauschen können, um gemeinsam die besten Lösungen zu finden.

Teil 1

Weitere Informationen zur Stiftung erhalten Sie im Internet unter:
www.digitale-Chancen.de

Weitere Informationen zu der Veranstaltungsreihe unter:
www.digitale-chancen.de/BerlinerG

Mehr zum Biene-Award unter:
www.biene-award.de
www.einfach-fuer-alle.de
www.aktion-mensch.de

Women + Work Beitrag vom 23.03.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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