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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 03.03.2005

World Womem Work 2005 - Erika Stets
AVIVA-Redaktion

Interview mit Erika Stets, Mitglied des Geamtbetriebsrates bei Volkswagen AG



AVIVA-Berlin: Das Motto der WWW 2005: "Wandel als Chance". Zwischen Work-Life-Balance und Netzwerk-├ľkonomie: Herausforderungen und Perspektiven in eine zunehmend globalisierten Lebensumfeld. Wo sehen Sie pers├Ânlich diese Herausforderungen und Perspektiven?

Erika Stets: Ich sehe Perspektiven darin, dass wir als Frauen uns besser darstellen m├╝ssen. Dass wir uns auch besser auf dem Markt anbieten m├╝ssen und zwar in der Art und Weise, dass wir dabei nicht zur├╝ckhaltend sind, sondern dass wir nach vorne blicken, dass wir einfach sagen, wir sind da und nicht immer diese Zur├╝ckhaltung ├╝ben. Perspektiven sehe ich weiterhin darin, dass wir momentan einen unheimlichen Wandel erleben, was die ganze Technologie betrifft. Wir haben inzwischen viele Frauen, die sich mit der Technologie befassen, die ein technologisches Studium absolvieren. Ich denke, dass es in naher Zukunft f├╝r Frauen auf dem Arbeitsmarkt wesentlich besser wird.

AVIVA-Berlin: Und wo sehen Sie die Risiken?

Erika Stets: Risiken sehe ich in den Unternehmen, die mit immer mehr Arbeit ins Ausland gehen, so dass wir verst├Ąrkt damit zu k├Ąmpfen habe, Arbeitspl├Ątze hier zu erhalten. Zum Teil geht das eben auch zu Lasten von Frauen.

AVIVA-Berlin: Wie bewerten Sie die Podiumsfrage 2 - Gleichstellung auch ohne Quote und Gesetz?

Erika Stets: Ich glaube, ohne Gesetz kriegen wir es nicht hin. Gestern war das f├╝r mich ein bisschen widerspr├╝chlich. Auf der einen Seite hat man gesagt, wir waren gegen die Quotierung, jetzt sind wir f├╝r eine Quotierung f├╝r eine bestimmte Zeit, aber auf der anderen Seite ist man wieder gegen dieses Gleichstellungsgesetz. Ich halte es aber f├╝r vollkommen verkehrt und ├╝berzogen, das Thema wieder nur auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu beziehen, weil ich mich frage: Warum ist das nur ein Thema von uns Frauen, warum befassen sich nur Frauen mit dem Thema Kinder? Die M├Ąnner sagen, es ist ein Problem, aber sie sind doch dessen Erzeuger. Sie bringen uns das Problem, wenn man es drastisch ├╝berzogen so sagen will. Denn ohne M├Ąnner h├Ątten wir auch keine Kinder und dann w├╝rde sich die Frage gar nicht stellen. Ich glaube, ohne dieses Gesetz werden wir nicht ein St├╝ck weiterkommen.

AVIVA-Berlin: Was tun Sie in Ihrem Unternehmen f├╝r den Bereich Frauenf├Ârderung?

Erika Stets: Vor 15 Jahren haben wir in unserem Unternehmen Grunds├Ątze zur Frauenf├Ârderung verabschiedet. Seitdem wir die verabschiedet haben, hat sich etwas in den K├Âpfen unserer m├Ąnnlichen Kollegen bewegt. Es gibt heute keine Einstellung mehr, bei der man einfach an den Frauen vorbeigeht. Obwohl wir auch immer noch keine Frau im Vorstand oder Aufsichtsrat haben. Aber ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg dorthin. H├Ątten wir diese Grunds├Ątze zur Frauenf├Ârderung nicht, glaube ich nicht, dass wir sonst schon so weit w├Ąren.

AVIVA-Berlin: W├╝rde ein Gesetz Ihnen f├╝r die Frauenf├Ârderung in Ihrem Unternehmen noch weiterhelfen?

Erika Stets: Ich denke, wenn ein Gesetz da w├Ąre, m├╝sste auch VW den Vorreiter spielen. Bisher haben sie den fast ├╝berall gespielt. Ich denke, ein Gesetz w├╝rde uns die Arbeit erleichtern.

AVIVA-Berlin: Mit welchen Erwartungen sind sie hergekommen? Sind die erf├╝llt worden?

Erika Stets: Ich war im letzten Jahr schon einmal hier, fand es dieses Jahr aber qualitativ wesentlich besser. Die Podiumsdiskussion war viel l├Ąnger mit mehr Zeit zur Aussprache. Nicht erf├╝llt wurden meine Erwartungen insofern, als dass wenig gekommen ist, was ich noch nicht wusste, eben nicht viel Neues. Was mich beeindruckt hat war die Vorstellung der Studie zu Vorbildern und Idealen. Die hat mich sehr fasziniert, auch der Filmvorspann. Es gibt also auch Anregungen, die ich f├╝r mich selbst mitnehme. Besonders weil wir ja dieses Jahr etwas zu 15 Jahre Frauenf├Ârderung bei Volkswagen machen wollen.

AVIVA-Berlin: Wie beurteilen Sie den Trend bez├╝glich der Debatte um Work-Life-Balance, die in Deutschland zunehmend auf die Work-Family-Debatte reduziert wurde?

Erika Stets: Ich halte es f├╝r verkehrt, alles auf Familie zu reduzieren, aber unsere Politiker sind darin geschickt. Die wissen genau, mit Familie kann ich viele Stimmen gewinnen. Das ist es, was ich verurteile, denn f├╝r mich geh├Ârt Familie zum normalen Alltag dazu.

AVIVA-Berlin: Was w├╝rden Sie sich f├╝r die WWW 2006 w├╝nschen, was m├Âchten Sie diskutiert wissen?

Erika Stets: Konkrete Themen kann ich jetzt gar nicht so genau benennen. Ich hoffe, dass es 2006 das Gleichstellungsgesetz gibt, weil ja dann Wahlen sind. Dann h├Ątten wir eine andere Zukunftsperspektive, denn man weiss ja: Stehen Wahlen an, dann besinnt man sich, dass man die W├Ąhlerstimmen der W├Ąhlerschicht Frauen ja braucht. F├╝r die Zukunft w├╝rde ich mir w├╝nschen, dass mehr M├Ąnner hier teilnehmen, damit man gemeinsam ├╝ber diese Themen sprechen kann. Ich glaube dadurch, dass wir hier fast nur Frauen sind, bleibt das Thema auch unter uns Frauen.

AVIVA-Berlin: Was nehmen Sie mit? Ihr Fazit?

Erika Stets: Ich habe nicht bereut, dass ich hierher gekommen bin. Was ich schade fand, war, dass es Getr├Ąnke nur in den Pausen gab, dass es keine Tischgetr├Ąnke gab usw. Das w├Ąre bei M├Ąnnern nie passiert. Das sind so Sachen, da denke ich, wir Frauen m├╝ssen uns vielleicht auch mal darauf besinnen, was wir hier predigen. Wir sagen, wir m├╝ssen selbstbewusst nach vorne gucken und doch stecken wir hier ein St├╝ck weit zur├╝ck, wollen nicht zu sehr auffallen oder ├╝berdimensionale Forderungen stellen. Positiv von dem Seminar nehme ich Visionen mit. Ich habe angefangen mir zu ├╝berlegen, was ich eigentlich f├╝r Vorbilder habe oder hatte. Das wird mich sicher auch noch zu Hause besch├Ąftigen, denn hier hat sich mir ein Blickwinkel ge├Âffnet, den ich so ├╝berhaupt noch nicht gesehen hatte.

AVIVA-Berlin: Vielen Dank f├╝r┬┤s Interview

Women + Work Beitrag vom 03.03.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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