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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 03.03.2005

World Women Work 2005 - Dr. Ingrid Voigt
AVIVA-Redaktion

Interview mit Dr. Ingrid Voigt, stellvertretende Geschäftsführerin der Bundesgeschäftsstelle "Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e.V."



AVIVA-Berlin: Fangen wir vielleicht an mit der Frage nach der Quote, die Sie vor Ihrem biographischen Hintergrund vielleicht anders sehen, als viele der hier Anwesenden.

Dr. Ingrid Voigt: Da ich im Osten Deutschlands aufgewachsen bin, habe ich ein bißchen Probleme mit den Quotenfrauen und zwar auch mit der Begründung, die heute wieder genannt wurde. Man muß einfach gut sein und nicht durch eine bestimmte Quote zu einer Führungsposition kommen.
Sicherlich ist es mitunter unterstützend und an vielen Stellen auch hilfreich, aber ich schließe mich dann doch der Diskussionsteilnehmerin an, die sagte, man müsse es vorleben. Und ich glaube, dass das positive Beispiele, auch von den Frauen, die heute auf dem Podium sitzen, unglaublich wichtig ist und unwahrscheinlich Mut macht.

AVIVA-Berlin: Aber wurde die Berufstätigkeit von Frauen, auch in sogenannten Männerberufen, zu DDR-Zeiten nicht ganz anders gefördert?

Dr. Ingrid Voigt: Ja, natürlich, das ist so in der Denke der Führungsstrukturen gewesen. Und es ist uns natürlich in der Schule ja auch so mit auf den Weg gegeben worden. Es gab zudem direkte Angebote an die Mädchen, auch technische Berufe zu erlernen.
Ich bin diesen Weg gegangen, und die technische Universität in Ilmenau hätte es am liebsten gesehen, unsere ganze Klasse mit etwa 50 % weiblichen Azubis mit technischer Berufsausbildung und Abitur sofort in die Universität aufzunehmen.
Das wäre deren Wunsch gewesen, doch wir haben uns dann, unseren individuellen Neigungen und Vorstellungen folgend, woanders ausbilden lassen, haben woanders studiert.
Aber richtig ist, es war politisch schon so gewollt. Es gab natürlich auch viele andere zusätzliche familienunterstützende Maßnahmen, die heutzutage gar nicht mehr erwähnt werden. Es gab Kredite für junge Eheleute, sehr viele Vergünstigungen für Frauen mit Kindern, das belief sich nicht nur auf den Kindergartenplatz.
Es war sicherlich der Geist der Zeit, der dazu geführt hat, daß damals in der DDR viele Frauen auch sehr jung Kinder bekommen haben, auch während des Studiums. Und dort waren ja die Ausbildungszeiten auch wesentlich kürzer, als sie heute in Deutschland sind.

AVIVA-Berlin: Es sind nach der Wende offenbar viele Strukturen zerstört worden, die heute gut gebraucht werden könnten.

Dr. Ingrid Voigt: Ich weine dem nicht nach, aber es eben unkritisch zerstört worden. Man hätte manches nach gründlicher Überlegung und mit kritischem Blick integrieren können.

AVIVA-Berlin: Das Motto der WWW 2005: ist "Wandel als Chance" - zwischen Work-Life-Balance und Netzwerk-Ökonomie: Herausforderungen und Perspektiven in einem zunehmend globalisierten Lebensumfeld. Wo sehen Sie persönlich diese Herausforderungen und Perspektiven?

Dr. Ingrid Voigt: Ja, die Perspektiven sind heute aufgezeigt worden.
Work-Life-Balance ist eine ganz wesentliche Voraussetzung dafür, daß wir in Deutschland in den Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, daß Familie und Beruf, persönliche Lebensplanung mit den Interessen der Unternehmen vereinbart werden. Insofern ist es überfällig, dieses Thema nun auch tatsächlich praxisgerecht umzusetzen.

AVIVA-Berlin: Welche Risiken sehen Sie in diesem Zusammenhang?

Dr. Ingrid Voigt: Risiken sehe ich nicht.

AVIVA-Berlin: Wie beurteilen Sie den Trend bezüglich der Debatte um "Work-Life-Balance", die in Deutschland zunehmend auf die "Work-Family-Debatte" reduziert wurde?

Dr. Ingrid Voigt: Das wird sicherlich heute hauptsächlich fokussiert, aber es kommen ja noch sehr viele andere Aspekte mit hinzu: wir werden alle länger arbeiten müssen und da meint "Work-Life-Balance" ja nicht nur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern kann durchaus auch mal andere Phasen integrieren, wie z.B. die Pflege der älteren Generation.

AVIVA-Berlin: Was wird in Ihrem Unternehmen, in Ihrem Ressort konkret für die Gleichstellung getan?

Dr. Ingrid Voigt: Sehr viel. Etwa 50 % unserer Mitarbeiter sind weiblichen Geschlechts und viele davon sind auch in höherqualifizierten Aufgaben tätig, wenn auch dort die Frauenquote nicht 50 % beträgt, aber so sehr viele Führungspositionen sind dort nicht zu besetzen. Aber insgesamt sind wir, glaube ich, mit über 50 % Frauen für die Zukunft gut ausgerüstet.
Wir haben eine besondere Arbeitszeitregelung, die den Belangen der Frauen oder der Männer mit familiären Verpflichtungen Rechnung trägt, wir haben zudem die Möglichkeit, daß Telearbeitsplätze zuhause benutzt werden können. Das ist ein Beitrag, den wir selber leisten. Wir sagen nicht nur, wie es Unternehmen allgemein besser machen können, sondern wir versuchen diese good-practice-Beispiele auch im eigenen Unternehmen anzuwenden.

AVIVA-Berlin: Wie werden diese Angebote angenommen?

Dr. Ingrid Voigt: Das wird sehr gut angenommen. Flexible Arbeitszeit allemal, Telearbeitsplätze haben wir gerade eingeführt. Setzt natürlich voraus, daß jeder die technischen Möglichkeiten zuhause selber schafft, das basiert auf Vertrauen und funktioniert gut.

AVIVA-Berlin: Wie sehen Sie die Zukunft von world woman work?

Dr. Ingrid Voigt: Ich bin das erste Mal dabei und kann diese Frage noch nicht abschließend beantworten.

AVIVA-Berlin: Vielen Dank, Frau Dr. Voigt.

Women + Work Beitrag vom 03.03.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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