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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 12.07.2003

Ein Magazin nicht nur für die Rucksack-Lesbe
Sharon Adler

Manuela Kay. Freie Journalistin, Autorin, Redakteurin der Siegessäule, heute Chefredakteurin von L-mag. Im Gespräch mit AVIVA spricht sie über das, was Lesben wirklich wollen und - über Handtaschen.



AVIVA-Berlin: Das erste Heft hat den Titel "was Lesben wirklich wollen". Was wollen sie denn?
Manuela Kay:
(lacht) Ja, das ist natürlich erst mal nur reißerisch gemeint. Aber in gewisser Hinsicht, denk ich, wollen sie ernst genommen werden. Das tut dieses Magazin. Lesben wollen als Menschen gezeigt werden, die nicht nur Probleme haben, die in ihrem Selbstverständnis souverän sind, die sich nicht nur für lesbische Dinge interessieren, aber auch, die eine souveräne, eigenständige Sexualität haben. Sie wollen ihresgleichen sehen, sie wollen andere offene, dabei aber auch erfolgreiche Lesben sehen. Und all das ist in diesem Magazin drin.

AVIVA-Berlin: Und wer kam auf den Slogan?
Manuela Kay:
Ich schätze, ich...

AVIVA-Berlin: Woher kam der Impuls, L-Mag zu machen? Wurden die Interessen der Frauen in der Siegessäule nicht genügend transportiert?
Manuela Kay:
Das hat mit der Siegessäule überhaupt nichts zu tun. Es war die Idee unseres Verlegers, nicht von mir, muss man dazu sagen. Wir sind das einzige, ernst zu nehmende schwul-lesbische Stadtmagazin. Auf vielen steht es drauf, aber da sind Lesben eben wirklich auf Lesbenseiten verbannt und die wenigsten haben lesbische Redakteurinnen, geschweige denn Chefredakteurinnen. Ich bin eine der wenigen, wirklich gleichberechtigt agierenden lesbischen Chefredakteurinnen. Der große Unterschied ist, dass wir wirklich schwul-lesbisch sind und die anderen sind schwul mit ein bisschen lesbisch. Und da es bundesweit außer der Lespress nichts gibt, dachten wir, wäre es mal Zeit, ein Magazin zu machen.

AVIVA-Berlin: Was war dabei die größte Herausforderung für dich?
Manuela Kay:
Ja, was reizt eine Journalistin daran, ein neues Magazin zu konzipieren? Alles! Dass man sich kreativ ausleben kann. Themen, die einem ja fast zufliegen in der Abwesenheit eines solchen Magazins, endlich mal aufzuarbeiten. Zu gucken, ob man diese Zielgruppe tatsächlich wirklich richtig einschätzen kann. Das hat mich daran gereizt und das hat auch funktioniert.

AVIVA-Berlin: Hättest Du es auch mit Deinem eigenem Geld getan?
Manuela Kay:
Wenn ich so viel Geld hätte, warum nicht, klar. Ich bin aber keine Unternehmerin, sondern sehe mich in erster Linie als Journalistin.

AVIVA-Berlin: Ich habe gehört, dass in letzter Sekunde das Projekt eingestellt werden sollte. Was ist da dran?
Manuela Kay:
Wir haben bis zum letztmöglichen Moment gewartet, ob es wirklich finanziell realisierbar ist. Das war´s. Wenn wir überhaupt keine Anzeigen bekommen hätten, hätte der Verleger es zurückgezogen. Aber es ist ein sehr viel besseres Ergebnis, als wir dachten und daher haben wir es dann auch gemacht.

AVIVA-Berlin: Wie ist die Resonanz? Auf den Feedback-Fragebogen?
Manuela Kay:
Bombastisch. Es ist viel besser, als ich dachte. Die Zielgruppe ist ja nicht die einfachste.

AVIVA-Berlin: Inwiefern?
Manuela Kay:
So klar umrissene gesellschaftliche Minderheiten sind nie einfach. Und gerade Lesben haben ein sehr - ich möchte mal sagen - strenges Bild davon, wie Lesben abzubilden sind und wie sich selber wiedergespiegelt haben wollen. Da ich sehr viel mit Ironie und Provokation arbeite, dachte ich, hm, ob sie das wirklich so lustig finden? Aber es ist mir halt ein Bedürfnis, Souveränität & Professionalität mit Humor & Selbstverständlichkeit zu verbinden. Das Fragebogenfeedback ist gigantisch. Wir werden das ganz professionell von einem Marktforschungsinstitut auswerten lassen und haben damit ganz nebenbei die erste statistische Erhebung über Lesben in Deutschland überhaupt, weil die ja nie gefragt werden.

AVIVA-Berlin: "L-mag passt in jede Handtasche." Was hältst Du persönlich von Handtaschen?
Manuela Kay:
(lacht) Ich persönlich gar nichts, das ist eher so mein Witz mit den Handtaschen. Mich haben bei meiner Mutter schon früher Handtaschen verstört, weil ich immer dachte: Was hast du da eigentlich alles drin, was schleppst du da mit dir rum?

AVIVA-Berlin: Wie schleppst du denn deine Sachen mit dir rum?
Manuela Kay:
Wenn´s geht, hab ich ein bisschen Geld in der Hosentasche, und das war´s. Ansonsten hab ich natürlich den lesbischen Rucksack dabei. (grinst) Und der ursprüngliche Slogan war: Passt sowohl in den rustikalen Rucksack, wie auch in die elegante Handtasche. Das ganze Spektrum eben. Das mit der Handtasche ist eher ein Witz, soll aber auch so verstanden werden, dass von der Rucksack- bis zur Handtaschen-Lesbe sich jede darin wiederfinden soll und dass auch Frauen mit Handtaschen als Lesben ernst genommen werden.

AVIVA-Berlin: Stichwort: Lesben und Mode/Glamour?
Manuela Kay:
Na ja, mit zunehmender Selbstbefreiung ist eine gewisse Form der Uniformierung einfach überflüssig. Ich persönlich steh da ja sehr drauf, ich liebe solche Klischees. Ich finde es wunderbar, wenn man Lesben schon an den Schuhen und am Haarschnitt erkennt - ich habe mich da geschmacklich festgelegt. Ich find´s aber toll, wenn man damit spielen kann und wenn im Grunde alle so aussehen, wie sie wollen. Es muss in jedem Fall ein Leben und Lebenlassen geben und es muss auch darüber hinaus möglich sein, in jeder Verpackung jede Lebenshaltung ausleben zu können.

AVIVA-Berlin: Was tust Du bei Liebeskummer?
Manuela Kay:
(überlegt) Was tu ich bei Liebeskummer? Mir ne Affäre suchen. (lacht)

AVIVA-Berlin: Gibt es etwas, was Du unbedingt noch machen möchtest? Wo willst Du hin?
Manuela Kay:
(überlegt) Ich würd´ gerne einen Spielfilm machen, so `ne Art lesbische Version von Charlie´s Angels. Das ist genau das, was mir fehlt, weil ich den ansonsten super finde. Er könnte zwar ein bisschen mehr auf aktuelle politische Geschehnisse eingehen, doch mit genau der gleichen Leichtigkeit und Ironie könnte man wunderbar die aktuelle Politik verarschen und dann noch aus den Dreien Lesben machen. Dann wär´s perfekt für mich.

AVIVA-Berlin: Wie geht es mit L-mag weiter?
Manuela Kay:
Nachdem wir jetzt auf dem CSD in Köln weitere Triumphe gefeiert haben (grinst wieder), hat der Verleger beschlossen, in diesem Jahr noch zwei Ausgaben von L-mag zu machen, eine zum Herbst, eine vor Weihnachten. Das steht schon mal fest. Und wie´s dann im nächsten Jahr weiter geht, muss man sehen, aber es wird irgendwie weiter gehen, das ist doch schon mal toll.



L-mag im Netz unter:
www.L-mag.de

Women + Work Beitrag vom 12.07.2003 Sharon Adler 

   




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