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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 22.11.2005

Transkulturelles und interreligiöses Lernhaus der Frauen
Sarah Ross

Im Rahmen eines neuen Projektes sollen Frauen mit verschiedenen kulturellen und religiösen Hintergründen über die Religion als Anknüpfungspunkt zu mehr Austausch untereinander finden können.



Das im Jahr 2000 vom Bündnis für Demokratie und Toleranz ausgezeichnete Sarah-Hagar-Projekt, das erfolgreich Religion, Politik und Gender miteinander verknüpfte und von der Arbeit an einer Kultur des gleichberechtigten Austauschs vorangetrieben wurde, hat nun eine Nachfolgerin gefunden. Bereits im Laufe dieses Projekts kam die Idee auf, bundesweit ein transkulturelles und interreligiöses Lernhaus für Frauen zu errichten. In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Katholischen Fachhochschule Nordrheinwestfalen, die unter anderem zu den Schwerpunkten Gender und Migration arbeitet, ist es nun gelungen, Mittel für die Realisation dieser Idee zu bekommen.

Im Mittelpunkt des transkulturellen und interreligiösen Lernhauses für Frauen, das neben Berlin auch einen weiteren Standpunkt in Köln und Frankfurt/Main haben wird, steht der Gedanke des Lernens im Dialog. Frauen verschiedener kultureller und religiöser Herkunft, die einen besseren Austausch untereinander suchen, sich ehrenamtlich engagieren wollen oder neue berufliche Perspektiven anstreben, finden in den Lernhäusern einen Ort, an dem sie den gesellschaftlichen Herausforderungen der multikulturellen Gesellschaft begegnen werden und diese konstruktiv zu nutzen lernen. Dabei ist der Gedanke eines Dialogs auf gleicher Augenhöhe von zentraler Bedeutung. Die Lernhäuser bieten insgesamt Möglichkeiten zur Stärkung interkultureller/interreligiöser Netzwerke und der Gestaltungsmacht von Frauen in unserer Gesellschaft.

Das übergeordnete Ziel des anwendungsorientierten Projektes ist es, die teilnehmenden Frauen durch die Vermittlung von Techniken und Methoden, allgemeiner Sachkompetenz und berufsbezogener Kenntnisse zu qualifizieren. Da durch das neue Zuwanderungsgesetz vom 1. Januar 2005 Deutschland als eine Einwanderungsgesellschaft anerkannt wurde, ist weiterhin von zentraler Bedeutung, Multiplikatorinnen auszubilden und die Kultur des Austauschs im Rahmen des Projektes zu fördern. Kern eines Lernhauses wird eine feste „Lerngruppe“ von ca. 10-15 Frauen bilden, die vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen erkunden wird, welche Kompetenzen im Prozess der Gestaltung des Zusammenlebens und für das Vermitteln zwischen den unterschiedlichen Kulturen wichtig sind. Für die Teilnehmerinnen der Lerngruppe wird es ein Auswahlverfahren geben.

Aber auch Workshops und kleinere Veranstaltungen sind geplant, um die Lerngruppe in ein größeres Netzwerk einzubinden und Frauen die Möglichkeit zu geben, sich am Projekt zu beteiligen, auch wenn sie nicht verbindlich in den Lerngruppen teilnehmen. Damit soll eine breitere Öffentlichkeit angesprochen und der Lern- und Dialogprozess auf eine möglichst breite Basis gestellt werden.

Alle weiteren Informationen finden Sie auf der Website Projekts, die in Kürze eingerichtet wird (www.lernhaus-berlin.de) und unter www.kfhnw.de.



Women + Work Beitrag vom 22.11.2005 Sarah Ross 

   




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