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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 25.01.2006

Interview mit Karoline Herfurth
Christiane Müller

In ihrem neuen Kinofilm "Eine andere Liga" (Start: 26.1.06) verkörpert die Schauspielerin eine junge Sportlerin, die an Brustkrebs erkrankt. Eine anspruchsvolle Hauptrolle, die sie aufwühlte.



Karoline Herfurth wurde 1984 in Berlin geboren, wo sie noch heute lebt. Mit elf Jahren stand sie für einen TV-Film das erste Mal vor der Kamera. 1999 gab sie ihr Kinodebüt in Hans-Christian Schmids "Crazy". Ihre erste Kino-Hauptrolle folgte schließlich im Jahr 2000 in der erfolgreichen Komödie "Mädchen Mädchen" von Dennis Gansel. Derzeit besucht Karoline Herfurth die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und steht für Tom Tykwers Bestseller-Verfilmung "Das Parfum" vor der Kamera, die 2006 in die Kinos kommt. In Buket Alakus´ "Eine andere Liga" hat sie die Hauptrolle und spielt "Hayat", ein deutsch-türkisches Mädchen, das mit einer Brustamputation fertig werden muss.

AVIVA-Berlin: Was hat Sie an der Rolle der Hayat besonders gereizt?
Karoline Herfurth: Als ich das Drehbuch las, hatte ich das Gefühl, das ist eine Figur, die mich wahnsinnig berührt. Da war wirklich ein Schicksal zu erzählen von jemandem, der es nicht leicht hat, der mit sich zu kämpfen hat. Außerdem war sie mir unheimlich fern: Sie hat eine schlimme Krankheit, sie spielt Fußball und sie ist eine Halbtürkin, und das sind natürlich drei große Aspekte, die mich reizten die Herausforderung anzunehmen.

AVIVA-Berlin: Wie haben Sie sich sportlich auf die Rolle vorbereitet?
Karoline Herfurth: Ich habe ganz einfach Fußball trainiert über zwei Monate. Das hat großen Spaß gemacht. Im letzten Monat habe ich drei Stunden Training gehabt am Tag, das ist natürlich unglaublich anstrengend, aber auch unglaublich toll. Ich hatte die Möglichkeit Fußball zu lernen im Einzelunterricht bei einem Trainer vom HSV.

AVIVA-Berlin: Und wie war Ihre Vorbereitung auf Ihre Rolle als eine Frau, die an Brustkrebs erkrankt ist?
Karoline Herfurth: Die eigentliche Recherche hat eher Buket gemacht, bei mir haben wir es bewusst dabei belassen, dass ich nicht unglaublich viel an Wissen hab´ - der Krebs überrascht "Hayat" ja, er überfällt sie. Aber ich habe ein Buch gelesen, in dem die Schicksale von neun Frauen beschrieben sind. Das hat mir viel gegeben, woraus ich schöpfen konnte für diese Figur. Die haben dort über ihre Depressionen erzählt, über ihre Todesangst, und dass sie sich verstümmelt gefühlt und sich nicht mehr als Frau gefühlt haben.

AVIVA-Berlin: Eine Botschaft des Film ist es ja, dass diese Frauen eben nicht ihre Weiblichkeit verlieren...
Karoline Herfurth: Ja, und vor allem ist es die Botschaft, dass man sich nicht aufgeben darf. Es ist ja ein Kampf ums Leben über den Fußball. Ein Kampf, am Leben zu bleiben und sich nicht bestimmen zu lassen von der Krankheit, sondern selbst zu entscheiden.

AVIVA-Berlin: Mal eine heikle Frage: Wenn Ihnen dasselbe passieren würde, können Sie sich vorstellen, dass Sie auch so einen Kampfgeist hätten?
Karoline Herfurth: Ich denke schon… aber ich kann es nicht... (überlegt) Ja, doch, ich denke, dass ich auch versuchen würde, mein Leben trotzdem noch selber zu gestalten und es nicht von der Krankheit gestalten zu lassen - und dass ich auch nicht daran glauben würde zu sterben. Ich würde glauben, dass ich es überlebe und würde die veränderte Situation versuchen zu meiner Situation zu machen. Ich würde mich nicht brandmarken oder behindert machen lassen. Aber das ist natürlich ein schwieriges großes Thema.

AVIVA-Berlin: Wie war die Zusammenarbeit mit Ihrem Partner Ken Duken? Er gilt ja schon so ein bisschen als Frauenschwarm, oder?
Karoline Herfurth: (lacht) Es war schön, aber es war jetzt nicht so, dass ich seinem Charme verfallen bin, was sehr von Vorteil war, weil wir dadurch dieses ganze Thema ausgespart hatten. Er ist verheiratet, seine Frau war auch in Hamburg. Ich bin vergeben, also das war kein Thema zwischen uns, was auch sehr erleichternd ist bei so einer Arbeit. Aber es war sehr angenehm, wir konnten uns sehr viel geben. Wenn mir was gefehlt hat oder wenn es mir nicht gut ging war Ken immer da. Wenn ich zum Beispiel sehr erschöpft war, hat er mir aus der Apotheke Tropfen besorgt oder so. Es war sehr herzlich.

AVIVA-Berlin: Können Sie es dennoch verstehen, dass Schauspieler sich ineinander verknallen, wenn sie heftige Liebesszenen drehen?
Karoline Herfurth: Ja, denn man spielt ja "Verliebtsein" und spielt eine Nähe, und man kann nicht auslassen, dass man sich in dieser Nähe trifft. Das muss passieren, sonst ist es unglaubwürdig. Natürlich muss man wissen, das ist Arbeit und der Rest ist privat und das trennt man halt. Trotzdem öffnet man sich jemandem und dann lässt man diese Schwingungen zu. Natürlich muss man damit umgehen können. Deswegen kann ich verstehen, dass manche Menschen dann da drin bleiben. Aber meistens ist so, dass nach den Dreharbeiten sowas dann auch vorbei ist, denn im Alltag…also meist gibt es am Set große Liebesgeschichten auch im Team, aber nach dem Dreh war´s das, weil das Set eine andere Welt ist. Dann kommen alle wieder in ihren Alltag zurück und das gehört da nicht hin.

AVIVA-Berlin: Es gibt ja viele Schauspieler, die sagen, dass Liebesszenen am schwierigsten zu spielen sind.
Karoline Herfurth: Es ist schon schwierig, weil ich ja meine Intimität nicht mit Menschen teilen will, die ich sonst nicht gewählt hätte. Gerade Sexszenen sind da keine schöne Sache, aber wenn man damit gut umgeht, wenn das Team damit gut umgeht, dann ist es reine Arbeit, und dann ist es auch okay. Natürlich ist es trotzdem immer schwierig - ich berühre einen Menschen intim mit meinem Mund, den ich eigentlich nicht berühren würde, aber ich tue es ja als die Figur und nicht als "Ich" persönlich und das muss man trennen können.

AVIVA-Berlin: Haben Sie Vorbilder?
Karoline Herfurth: Komischerweise nicht wirklich. Cate Blanchet zum Beispiel ist eine tolle Schauspielerin, aber ich würde sie nie als mein Vorbild ansehen. Für die Rolle der "Hayat" war Buket (Buket Alakus, die Regisseurin. Anm. d. Red.) mein Vorbild . Es ist mehr so, dass ich Menschen, die der Rolle ähnlich sind, beobachte.

AVIVA-Berlin: Was haben Sie als nächstes vor?
Karoline Herfurth: Erstmal Schauspielschule. Ich bin ja auf der Ernst-Busch-Schule seit einem Jahr und die werde ich zu Ende machen. Mein nächstes Projekt dort ist "Romeo und Julia", aber als Szenenstudium in der Schule, als ganz normale Prüfung.

AVIVA-Berlin: Dann wünsche ich viel Erfolg und bedanke mich für das Interview!

Lesen Sie auch unsere Filmkritik zu "Eine andere Liga".


Women + Work Beitrag vom 25.01.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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