Gender Marketing und Diversity Management - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Weiberwirtschaft Gr├╝nderinnenzentrale Finanzkontor_Banner
Aviva-Berlin > Women + Work
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Infos
   WorldWideWomen
   Wettbewerbe
   Lokale Geschichte_n
   Schalom Aleikum
   Veranstaltungen in Berlin
   Public Affairs
   Kultur
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild f├╝r das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in gr├Â├čerer Schrift!

TIPP: ├╝ber den Zur├╝ck-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 10.05.2006

Gender Marketing und Diversity Management
AVIVA Redaktion

Kongressbericht zum 1. Internationalen Gender Marketing Kongress in Berlin (April 2006)



Neue Wege denken - wirtschaftlicher Erfolg durch Gender Marketing lautete das Motto des 1. Internationalen Gender Marketing Kongresses in Berlin am 27./28. April 2006. ├ťber 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmerinnen waren gekommen.

Die ├ťberschrift war jedoch etwas zu eng gew├Ąhlt. Eigentlich besch├Ąftigte sich der Kongress mit Gender Marketing und mit Diversity Management. Diversity Management wird in den USA und Skandinavien bereits erfolgreich eingesetzt. Es geht dabei darum, wie Unternehmen die Verschiedenheit ihrer MitarbeiterInnen - im Geschlecht, der kulturellen Herkunft, Alter oder der sexuellen Orientierung - zum beiderseitigen Vorteil nutzen k├Ânnen. Gender Marketing besch├Ąftigt sich speziell mit den unterschiedlichen Anspr├╝chen und Bed├╝rfnissen von Frauen und M├Ąnnern, wie sie sich im Wirtschaftsleben durch die ver├Ąnderten Rollenmuster in unserer Gesellschaft ergeben.

Zum Kongress eingeladen hatte Eva Kreienkamp von der Beratungsfirma FrischCo. Die Schirmherrschaft ├╝bernahm Berlins B├╝rgermeister Klaus Wowereit. Vortr├Ąge hielten u.a. Renate K├╝nast (Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion B├╝ndnis 90/ Die Gr├╝nen) und Susanne Ahlers (Staatssekret├Ąrin in der Berliner Senatsverwaltung f├╝r Wirtschaft, Arbeit und Frauen). Die prominente Ausrichtung des Kongresses l├Ąsst erwarten, dass die Themen Gender Marketing und Diversity Management zuk├╝nftig st├Ąrker ins gesellschaftliche Bewusstsein r├╝cken.

Der Er├Âffnungsvortrag von Alan Flack (IBM UK Ltd, Strategic Brand Manager) ging der Frage nach, ob "Diversity und Gender Marketing einzig eine amerikanische Erfolgsgeschichte?" ist. Flack konnte zeigen, dass dies seit einigen Jahren nicht mehr stimmt. Auch in Europa und Japan setzen sich die Konzepte zunehmend durch.

Viele der BesucherInnen waren gekommen, um in den zwei Tagen Anregungen und Impulse f├╝r ihre eigene Arbeit zu erhalten. AVIVA-Berlin interviewte einige von ihnen und fragte nach ihren Erwartungen.

Maud Pagels (Deutsche Telekom, Leiterin Diversity im Konzern Deutsche Telekom weltweit) sagte, sie erwarte prim├Ąr "die Sensibilisierung f├╝r ein zielgruppenorientiertes Marketing, insbesondere auch f├╝r die Zielgruppe Frauen mit den vielen Facetten." Doris Kortus-Schultes (Hochschule Niederrhein, Professorin f├╝r Betriebswirtschaftslehre, insbesondere f├╝r Marketing sowie Handelsbetriebslehre) erg├Ąnzte: "Ich war neugierig auf die Erfahrungen in anderen Branchen. Bislang habe ich mich seit mehreren Jahren fast ausschlie├člich mit der Automobilbranche besch├Ąftigt und hier insbesondere der Bedeutung und kommunikativen Ansprache der Zielgruppe Frauen." Und Susann Schronen (Gesch├Ąftsf├╝hrerin Art Directors Club, Berlin) ├Ąu├čerte: "Ich habe generell die Erwartung, dass das Thema, das in Deutschland noch nicht sehr stark besetzt ist, umfassend behandelt wird, mit all seinen Aspekten. Von einer klaren Definition von Gender Marketing, hin zu Untersuchungsmethoden und nat├╝rlich auch Ergebnissen."

Besonders wichtig war den TeilnehmerInnen der Austausch von Praxiserfahrungen. So z. B. Saverio Mazzalupi (Bauknecht Hausger├Ąte GmbH, Marketingdirector Germany): "Wir sind hier eingeladen worden, um unsere Erfahrungen mit M├Ąnnerwaschkursen zu erkl├Ąren und weil das auch f├╝r uns eine ├ťberraschung war, wie sehr und wie gut das von den Konsumenten angenommen worden ist. Wir wollten diese Erfahrung mit den anderen Kollegen teilen."

Insbesondere diese Hoffnung sollte nicht entt├Ąuscht werden. Vortr├Ąge und Best-Practice-Beispiele wechselten sich in einer bunten Reihe ab. Maria Widell Christiansen (Volvo Car Corporation, Project Manager YCC/VCC) stellte die Einf├╝hrung des von Frauen f├╝r Frauen konzipierten Autos vor. "Das komplette von Volvo entwickelte Konzept-Auto wird es als solches nicht im Angebot geben. Konzept-Autos wie der YCC entstehen in ┬┤think-tanks┬┤ und zeigen Ideen und M├Âglichkeiten f├╝r die Zukunft auf. Das Konzept-Auto stimuliert den Dialog zwischen den diversen M├Ąrkten und unseren Kunden. Wir h├Âren den Bed├╝rfnissen und W├╝nschen unserer Kunden zu, diese flie├čen in den Prozess des Konzept-Autos ein. Die von unseren Kunden als wichtigste eingestufte Neuerungen werden dann in der Produktion ├╝bernommen."

Professorin Doris Kortus-Schultes, Leiterin des Kompetenzzentrums Frau und Auto an der Hochschule am Niederrhein gab einen ├ťberblick ├╝ber die Umsetzung von Gender Marketing in der Automobil Branche: "Nach meinen Beobachtungen sind die skandinavischen Unternehmen Vorreiter in diesem Bereich gewesen: Diversity (und damit Gender) haben sie in ihre internationale Firmenkultur eingebracht. Und so kamen die Themen auch nach Deutschland. Ford - und auch hier kommt der Impuls ├╝ber die amerikanische Mutterfirma - ist seit einiger Zeit in diesem Bereich aktiv: Dort gibt es ein ÔÇÜEuropean Women Marketing Panel┬┤, das von einer Deutschen geleitet wird. VW ist sehr gut aufgestellt im Bereich Frauenf├Ârderung. Hier greifen erfolgreich Mentorinnen-Programme sowie regelm├Ą├čige Treffen der weiblichen F├╝hrungskr├Ąfte. Bei Daimler-Chrysler hat mich am vergangenen Freitag die Nachricht erfreut und ├╝berrascht, wonach Herr Zetsche bei den anstehenden Entlassungen anmahnt, aufgrund der guten Erfahrungen, die er bei Chrysler in den USA mit Diversity-Programmen sammeln konnte, Frauen bevorzugt nicht zu entlassen."

Auch aus anderen Branchen wie Banken, Versicherungen, etc. stellten ReferentInnen ihre Projekte und Erfahrungen vor. Vier Innovations-Workshops gaben die M├Âglichkeit, Aspekte zu vertiefen. Trotz der immer zu knapp bemessenen Zeit und dem dichten Programm fand ein reger Austausch auf einem interessanten und anregenden Niveau auf der Tagung statt. Vielen Gedankenanst├Â├če konnten ausgel├Âst werden.

Die meisten TeilnehmerInnen waren mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Doris Kortus-Schultes "Ich habe anl├Ąsslich des Internationalen Gender Marketing Kongresses vieles lernen k├Ânnen: Meine zuk├╝nftigen Marktforschungsstudien muss ich viel mehr auf Problemanalyse, auf die ÔÇÜN├Âte der Menschen┬┤ ausrichten. (ÔÇŽ) Unsere Antennen in der Marktforschung sind jedoch sehr stark darauf ausgerichtet, Meinungen abzufragen und doch nicht so tief zu graben, bis es an die eigentlichen Motive von Verhalten, Einstellung und Pr├Ąferenzen geht. Hier m├Âchte ich in Zukunft wissenschaftlich st├Ąrker Methoden entwickeln und einsetzen. (ÔÇŽ) Und insofern war es f├╝r mich ein ├Ąu├čerst lohnender Aufenthalt in Berlin!"

Einige TeilnehmerInnen machten bereits Vorschl├Ąge f├╝r neue Tagungen. Diana Jaff├ę (Bluestone AG, Vorstand) z. B. w├╝nscht sich f├╝r weitere Tagungen: "Ich halte - zu diesem Stadium - eine ├Âffentliche Diskussion ├╝ber Definitionen f├╝r sinnvoll. Es hat sich auf dem Kongress gezeigt, wie neu der Begriff Gender Marketing ist, und dass sich sogar alte H├ĄsInnen mit Abgrenzungen, Inhalten und Konzepten zuweilen noch etwas schwer tun. Mehr Zeit f├╝r Gespr├Ąche im gr├Â├čeren Rahmen w├Ąre ebenso w├╝nschenswert wie die Formulierung von Zielen."

PD Barbara Drinck (Freie Universit├Ąt Berlin, Leiterin des AB Geschlechterforschung in der Erziehungswissenschaft) w├╝nschte sich zuk├╝nftig eine st├Ąrkere Zusammenarbeit zwischen WissenschaftlerInnen und Unternehmen. Sie erhofft sich davon offenbar eine st├Ąrkere Sensibilisierung ihrer Kollegen an der Universit├Ąt. Pointiert hielt sie fest: "Was mir sehr angenehm aufgefallen ist, dass relativ viele M├Ąnner hier sind, dass dieses Thema Gender sich schon rumgesprochen hat. Ich hab immer so meine Probleme an der Universit├Ąt, dass meine m├Ąnnlichen Kollegen das alles f├╝r Quatsch halten und meinen die Emanzipation der Frau sei ja schon abgeschlossen."

Maria Widell Christiansen "F├╝r mich w├Ąre es reizvoll, in Situationen in denen wir uns mit einem Thema wie Gender Marketing befassen, dies noch fokussierter anhand von Fallbeispielen zu untersuchen. Dies interessiert mich anhand der Unterschiede von speziell "weiblicher", "geschlechtsneutraler" und "m├Ąnnlicher" Perspektiven zu diskutieren. Sowie die Unterscheide der Altersgruppen und Generationen wie z.B. der babyboomer (Geburten starken Jahrg├Ąnge) zu untersuchen und so ein gr├Â├čeres Verst├Ąndnis zu schaffen".

Die Tagung ist insgesamt als wichtiger und erfolgreicher Auftakt einer breit angelegten Diskussion ├╝ber Gender Marketing und Diversity Management zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik anzusehen.

Weitere Informationen im Netz unter:
www.gendermarketingkongress.de
www.frischco.de

Women + Work Beitrag vom 10.05.2006 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken