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AVIVA-BERLIN.de im September 2010:

Margherita-von-Brentano-Preis 2008
AVIVA-Redaktion

Der Margherita-von-Brentano-Preis der Freien Universität Berlin geht an das Gründungsteam des Berliner Instituts für Geschlechterforschung in der Medizin (GiM) an der Berliner Charité.



Seit seiner Gründung im Jahr 2003 haben die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des GiM dazu beigetragen, die Geschlechterforschung in der Medizin im internationalen und nationalen Kontext zu etablieren. Als erste medizinische Fakultät in Europa hat die Charité "genderbezogene", geschlechtersensible Medizin in ihr reguläres Curriculum des Medizinstudiums integriert.

Um eine weitere Verfestigung über die Grenzen von Berlin hinaus zu erreichen, hat das GiM die Deutsche Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin (DGesGM e.V.) gegründet. Erstes Ziel ist der Aufbau von Datenbanken, die für Mitglieder und Nichtmitglieder nutzbar sein werden.

Die Arbeit des unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Ursula von der Leyen stehenden Instituts wird Anfang 2008 durch die Verleihung des Margherita-von-Brentano-Preises gewürdigt.

Seit 1995 zeichnet die Freie Universität Berlin innovative Projekte und Initiativen im Bereich der Frauen- und Geschlechterstudien aus. Der Preis ist ein Ausdruck des Selbstverständnisses der Universität, er entspricht dem Bemühen um eine aktive Frauenförderung. Mit ehemals 20.000 DM und nun 11.000 Euro versehen gehört der Margherita-von-Brentano-Preis zu den höchstdotierten Auszeichnungen seiner Art.
2006 erhielt die Rechtsanwältin Seyran Ates den Margherita-von-Brentano-Preis für ihr mutiges Eintreten für Frauenrechte.

Warum ein Margherita von Brentano-Preis?
Margherita von Brentano (1922-1995) entschied sich für eine akademische Karriere als es für Frauen noch unüblich war: 1948 promovierte sie bei Martin Heidegger, 1971 habilitierte sie sich an der FU Berlin. Anschließend erhielt sie dort ihre eigene Professur am Philosophischen Institut. Bereits 1970 war sie als erste Frau in das Amt der Vizepräsidentin an der FU gewählt worden. Von diesem Amt trat sie 1972 zurück – sie setzte so ein Zeichen gegen die politisch motivierte Weigerung des Berliner Senats, den Trotzkisten Ernst Mandel an die Freie Universität zu berufen.
Als Feministin und kritische Intellektuelle machte Margherita von Brentano die Überwindung der beruflichen Diskriminierung von Frauen, vor allem ihr rigider Ausschluss aus den höheren Hierarchieebenen an Universitäten und Forschungsinstituten zum Anliegen ihres Wirkens an der Freien Universität. Margherita von Brentano schrieb, es sei erschreckend, "dass Wissenschaft als Beruf die Menschen, die sie betreiben, um nichts widerstandsfähiger, um nichts kritischer und gefeiter macht gegen Vorurteile, gegen blinden Gruppen- und Geschlechtsegoismus".

(Quellen: BMFSFJ, FU Berlin)

Weitere Infos zum Margherita-von-Brentano-Preis sowie zur Bewerbung unter:
www.fu-berlin.de


Das Berliner Institut für Geschlechterforschung in der Medizin (GiM) im Netz:
www.charite.de/gender

Women + Work > Infos erstellt: 02.02.2008



 
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