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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 06.12.2016

Karrierevorteil Auslandssemester - So lassen sich die Kosten finanzieren
Katrin Bergmann

Wer sich heute in einem international vernetzten Unternehmen besonders hervortun und der Karriere auf die Sprünge helfen möchte, sollte ein Auslandsstudium ernsthaft in Betracht ziehen. Gerade für Frauen kann ein Auslandsaufenthalt...



... in der Studienzeit das entscheidende Kriterium bei der Besetzung von Führungspositionen darstellen.

Folgender Beitrag gibt einen Überblick darüber, welche Vorteile und Kosten ein Auslandsstudium/Auslandssemester mitbringt, welche Möglichkeiten der Finanzierung bestehen und warum sich das Studieren im Ausland gerade für Frauen lohnen kann.

Was ist ein Auslandsstudium und warum können besonders Frauen hiervon profitieren?

Ein Auslandsstudium ist ein Studienaufenthalt von in der Regel ein bis zwei Semestern. Absolviert wird dieser dabei außerhalb des Landes, in dem das Studium aufgenommen wurde. Wenn das Studium vollständig außerhalb Deutschlands durchgeführt wird, ist von einem Auslandsstudium die Rede. Hinsichtlich der Karriereaussichten muss frau sich nichts vormachen: Auch in der heutigen Zeit verdienen Frauen im Vergleich zu Männern schlechter und sind auch auf der Chefetage in der Minderheit. Dies untermauern unzählige Debatten und Studien, die sich mit den Themen Frauenquote, Chancengleichheit und Gleichberechtigung beschäftigen. Die überholten Denkmuster stehen den Aufstiegschancen nicht selten im Weg. Eine Möglichkeit, um den eigenen Karriereambitionen Auftrieb zu verleihen, ist ein Studium im Ausland. Oft genügt es auch, nur einzelne Semester außerhalb der hiesigen Grenzen zu absolvieren. Inzwischen sind Auslandssemester fast schon ein obligatorischer Teil eines erfolgreichen Lebenslaufs. In vielen großen Dienstleistungsunternehmen und Industriebetrieben wie Daimler oder Lufthansa sind Auslandssemester als persönlichkeitsbildende Maßnahme sogar fest vorgesehen. Denn vor allem die Absolventinnen und Absolventen, die sich später eine Festanstellung in einem großen internationalen Unternehmen erhoffen, sollten mit Auslandserfahrung aufwarten.

Welche Vorteile ein Auslandsstudium mit sich bringt

Die Vorteile eines Auslandsstudiums/Auslandssemesters liegen auf der Hand. So fördert das neue Umfeld während des Studiums Flexibilität, Selbständigkeit sowie Unabhängigkeit und damit Eigenschaften, welche in jedem Beruf gefragt sind. Im Sinne einer Horizonterweiterung lernen die Studentinnen und Studenten ferner neue Kulturen kennen und gewinnen nützliche Eindrücke und Erfahrungen. Darüber hinaus werden die eigenen Sprachkenntnisse deutlich verbessert. Denn egal ob an der Uni, im Restaurant oder beim Einkaufen - überall und rund um die Uhr ist man von der neuen Sprache umgeben. Dank der täglichen Anwendung wird die fremde Sprache vertrauter und Lernerfolge stellen sich schneller ein. Gleichzeitig werden lokale Akzente und Finessen kennengelernt. Diese sprachlichen Fertigkeiten können sich im Unternehmen als sehr wertvoll erweisen, gerade wenn es um die Korrespondenz mit internationalen GeschäftspartnerInnen geht und sehr lukrative Aufträge in Aussicht stehen. Nicht zuletzt kann man sich über das Auslandssemester ein internationales Netzwerk aufbauen. Neben Freundschaften können so auch geschäftliche Kontakte gepflegt werden, die sich später als wertvoll erweisen können. Insbesondere in Hinsicht auf neue Geschäftsbeziehungen oder eine Tätigkeit im Ausland.

Studieren im Ausland zunehmend beliebter

Ein Auslandssemester ist heute keine Seltenheit mehr, haben schließlich viele die Zeichen der Zeit erkannt. Waren im Jahr 2000 noch rund 50.000 deutsche Studentinnen und Studenten an ausländischen Hochschulen eingeschrieben, hat sich deren Zahl im darauffolgenden Jahr laut Zahlen des statistischen Bundesamtes bereits auf 136.000 erhöht. Dies hört sich zwar nach viel an, sind aber lediglich 6,4 Prozent der deutschen StudentInnenschaft. Von diesen Studierenden wurden dabei 27.593 im Rahmen des Erasmus-Programms der EU gefördert. Die beliebtesten Zielstaaten deutscher StudentInnen sind dabei Österreich, die Niederlande, die Schweiz, Großbritannien, die USA sowie Frankreich. Auf diese 6 Staaten entfallen knapp drei Viertel der Auslandsstudierenden. Mehr als zwei Drittel entschieden sich für eine Uni in den Mitgliedsstaaten der EU und weitere knapp 13% für eine Hochschule in einem anderen europäischen Staat. Somit studieren knapp 84% im europäischen Ausland, 8,4% in Amerika, 5,7% in Asien und 1,9% in Australien.

Mit welchen Kosten zu rechnen ist

Studiengebühren, Lebenshaltung, Flug - die Kosten eines Auslandsstudiums hängen von vielen Faktoren ab und können pauschal nicht festgelegt werden. Dies fängt bereits bei den Studiengebühren an, deren Höhe je nach Land und Hochschule variiert. In Skandinavien sowie Frankreich wird von solchen Gebühren abgesehen, während sich diese in Spanien auf 700 bis 1.400 Euro im Jahr belaufen. Am teuersten wird es in Australien und Amerika. Im Schnitt werden pro Jahr Studiengebühren zwischen 11.000 und 17.000 Euro fällig. Elite-Unis wie Yale oder Harvard verlangen sogar bis zu 40.000 Euro. Hinsichtlich der Lebenshaltungskosten sind bei einem 3-monatigen Semester mindestens 3.000 Euro zu veranschlagen. Im asiatischen Raum gibt es teils große Differenzen. Während die Studiengebühren in Singapur denen in den USA gleichen, sind sie in Japan und Indien deutlich geringer. Realistisch sind dabei Lebenshaltungskosten von etwa 4.000 Euro im Jahr. Keine Studiengebühren bezahlen Studentinnen und Studenten, die sich an einer Partner-Universität der eigenen Hochschule oder für das Erasmus-Programm bewerben. Derartige Förderprogramme sind sehr beliebt, lag der Frauenanteil bspw. der durch die DAAD geförderten Studentinnen bei 53%. Für die Verwaltung verlangen einige Auslands-Unis zudem Verwaltungskosten von etwa 100 Euro.

Finanzierung eines Auslandsaufenthalts über ein Stipendium

Wer ein Auslandsstudium anstrebt, sollte die Finanzierung im Vorfeld sorgfältig planen. Hierzulande winken zahlreiche Förderungen von staatlicher sowie privater Seite. Nicht selten lassen sich auch einzelne Zuschüsse miteinander kombinieren, wodurch sich der Eigenanteil noch einmal reduzieren lässt. Eine erste interessante Möglichkeit zur Finanzierung des eigenen Auslandsstudiums sind Stipendien. Hierbei werden seitens einer privaten oder staatlichen Institution über einen begrenzten Zeitraum rückzahlungsbefreite Gelder zur Verfügung gestellt. Stipendien sind allerdings heiß begehrt, weshalb eine Bewerbung hierauf unumgänglich ist. Sehr unterschiedlich fallen teilweise auch die Bewerbungsanforderungen und Vergabekriterien aus.

Erasmus

Sehr beliebt ist Erasmus+, ein Stipendienprogramm der Europäischen Union. Sämtliche Universitäten, welche sich an diesem Programm beteiligen, besitzen in diversen Ländern Partneruniversitäten. Demnach ist die Wahl des Studienortes zumeist auf die Heimstädte dieser Partneruniversitäten beschränkt. Der große Vorteil von Erasmus+ besteht darin, dass die im Ausland erbrachten Studienleistungen zum Teil oder gar vollständig auf das Studium in Deutschland angerechnet werden können. Das Programm fördert überdies Auslandsfortbildungen, Lehraufenthalte und Praktika. Im Rahmen von Erasmus+ profitieren die TeilnehmerInnen neben dem Erlass der Studiengebühren auch von einer monatlichen Zahlung in Höhe von 200 Euro. Der Auslandsaufenthalt darf sich zwischen 3 und 12 Monaten erstrecken.

DAAD

Ebenfalls interessante Stipendien vergibt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD). Angesichts der weltweiten Programme kann das Studium nahezu überall absolviert werden. Dafür fallen die Auflagen (z.B. Dauer des Auslandsaufenthaltes, Forschungsschwerpunkte, Studiengänge) etwas strikter aus. Auf der Homepage des DAAD sind verschiedene Stipendienangebote verfügbar. Je nach Auslandsstudium beläuft sich die Förderung auf 300 bis 800 Euro. Eine Kombination mit dem Erasmus-Programm ist nicht möglich.

Begabtenförderungswerke

Über sogenannte Begabtenförderungswerke besteht die Möglichkeit, das Auslandsstudium mit privaten Mitteln zu finanzieren. Hierzulande gibt es hiervon 13 an der Zahl, die unter dem Dach des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vereint sind. Erhältlich sind die Fördergelder für EU-BürgerInnen und Menschen mit gültiger Aufenthaltserlaubnis in Deutschland. Da die Gelder zumeist von Stiftungen und Vereinen mit einem bestimmten religiösen oder politischen Hintergrund ausgegeben werden, sollten sich Interessierte mit den Zielen dieser Institutionen identifizieren können. Nicht selten kommen auch nur die BewerberInnen zum Zug, die im jeweiligen Bereich zu den Jahrgangsbesten zählen. Die Höhe richtet sich nach dem Einkommen der Eltern und ist an den Berechnungstabellen des BAföG gekoppelt. Monatlich kann sich das Grundstipendium auf bis zu 670 Euro belaufen, zzgl. 300 Euro Studienkostenpauschale.

Welche weiteren Finanzierungsquellen in Frage kommen

Auslands-BAföG

Beim Auslands-BAföG handelt es sich um eine staatliche Unterstützung mit reduzierter Rückzahlung. Ein Anspruch auf Auslands-BAföG ist dabei nicht von einem BAföG-Bezug in Deutschland abhängig. Bezogene Leistungen müssen ihm Rahmen dieses Programm lediglich zur Hälfte zurückbezahlt werden. Förderfähig sind Fach- oder Hochschulstudien innerhalb der EU und der Schweiz. In Einzelfällen ist ein Studium auch außerhalb dieser Grenzen möglich. Der Auslandsaufenthalt muss sich auf mindestens 6 Monate belaufen. Obligatorisch sind zudem ausreichende Kenntnisse in der Unterrichts- und Landessprache. Zusätzlich zur regulären Auslands-Bafög-Rente können weitere Zuschläge bspw. für Reisekosten, Studiengebühren, höhere Krankenkassenbeiträge oder höhere Lebenshaltungskosten bezahlt werden. Wichtig ist eine frühzeitige Antragstellung von mindestens 6 Monate vor Antritt des Auslandssemesters.

Private Kreditgeber

Sparkassen und Banken sehen für Studentinnen und Studenten weniger strenge Auflagen hinsichtlich der Bonität vor. Ein Kredit zwischen 10.000 Euro und 30.000 Euro geht bei einer Laufzeit von 84 Monaten mit einem effektiven Jahreszins von etwa 2 bis 7 Prozent einher. Günstigere Konditionen sind oftmals über Online-Kreditportalen wie Smava verfügbar, dem Marktführer in diesem Segment.

Bildungs- und Studienkredite

Auch gibt es die Möglichkeit, das Auslandsstudium über Bildungs- und Studienkredite komplett privat zu finanzieren. Einige Bankinstitute halten für Studentinnen und Studenten spezielle Ratenkredite mit attraktiven Zinssätzen bereit. Zu sehr günstigen Konditionen werden etwa Bildungskredite durch das Amt für Ausbildung vermittelt. Wer höchstens 24 Monate vor dem Ende seines Studiums steht, kann überdies einen Bildungskredit beim Bundesverwaltungsamt bis höchstens 7.200 Euro zu einem effektiven Jahreszins von aktuellen 1,18 % beantragen. Monatliche Raten sowie Kreditvolumen sind dabei flexibel gestaltbar.


Women + Work > Infos Beitrag vom 06.12.2016 AVIVA-Redaktion 

   




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