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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 23.06.2010

30 Jahre Berufsverbot und einjährige Haftstrafe für iranische Journalistin und BOB-Preisträgerin Zhila Bani Jaghob
Evelyn Gaida

Die Bloggerin, Frauenrechtlerin und Journalistin Zhila Bani Jaghob zahlt für ihre Berichterstattung und ihren Einsatz für Meinungsfreiheit in ihrem Blog "Wir sind Journalisten" ...



... einen sehr hohen Preis.

Die iranische Justiz habe deutlich gemacht, dass ein Grund für dieses Urteil "die Artikel, die ich auf meinem Weblog veröffentlicht habe" seien, sagte Bani Jaghob der Deutschen Welle. Sie werde gegen das Urteil Berufung einlegen. Auf ihrem persischsprachigen Blog "Wir sind Journalisten" berichtete die Dissidentin wiederholt über die Proteste gegen die umstrittenen iranischen Präsidentschaftswahlen im Jahr 2009 und informierte die nationale sowie internationale Öffentlichkeit über aktuelle Geschehnisse in ihrem Land.

Tabuthemen

Seit Anfang der 1990er Jahre schrieb Bani Jaghob über zahlreiche Tabuthemen in ihrer Heimat: So unter anderem in eindringlicher Weise über die Haftbedingungen ihrer KollegInnen, über den Mord an iranischen Intellektuellen durch Sicherheitskräfte, Selbstmord unter Jugendlichen oder die Verbreitung von AIDS. Ihre Texte widmet die Feministin zudem immer wieder frauenspezifischen Fragen und Problemen wie der Schulbildung von Mädchen, frauendiskriminierenden Gesetzen und der Prostitution.

Unabhängige ReporterInnen im Iran

Bani Jaghob gehört zu den ersten unabhängigen ReporterInnen im Iran und auch zu den letzten: Laut Lucie Morillon, Mitglied der Journalisten-Organisation "Reporter ohne Grenzen" sei sie "eine der wenigen Journalisten, die noch immer im Iran arbeiten." Bani Jaghobs eigenen Angaben zufolge sind derzeit mehr als 40 JournalistInnen und BloggerInnen im Iran inhaftiert. Ihr ungebrochenes Engagement muss die Bloggerin teuer bezahlen: Repressalien und Verhöre durch Sicherheitskräfte, mehrere Festnahmen und Inhaftierungen - insgesamt war sie bereits drei Mal in Haft. Zuletzt wurde Bani Jaghob gemeinsam mit ihrem Mann, dem Journalisten Bahaman Ahamadi, und rund 20 weiteren JournalistInnen am 20. Juni 2009 nach der Präsidentschaftswahl in Teheran festgenommen. Die Dissidentin wurde am 24. August 2009 wieder freigelassen, doch ihr Ehemann ist wie viele ihrer KollegInnen weiterhin inhaftiert. Er wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, einige Quellen sprechen von sieben Jahren.

Die Journalistin arbeitete lange Zeit vor allem für reformorientierte Zeitungen, die mittlerweile zumeist geschlossen sind, und hat rund 4.000 Reportagen veröffentlicht. Das Internet ist für Bani Jaghob deswegen mittlerweile die wichtigste Möglichkeit, um weiterhin über die aktuelle (politische und rechtliche) Situation im Iran zu informieren. Der Zugang zu ihrem Blog ist in Jaghobs Heimatland gesperrt, aber über Proxies weiterhin erreichbar.

"Reporter ohne Grenzen Award" 2010 für Zhila Bani Jaghob

Für ihren herausragenden und heldinnenhaften Blog-Einsatz wurde Jaghob am 22. Juni 2010 in Bonn mit dem "Reporter ohne Grenzen Award" geehrt. Zu dieser Preisverleihung konnte sie jedoch nicht persönlich erscheinen, da die iranischen Behörden ihr ein Reiseverbot erteilt hatten, schickte aber ein Grußwort. Die Deutsche Welle (DW) und Reporter ohne Grenzen (ROG) zeichnen durch den BOB-Preis ("Best Of The Blogs") Blogs aus, die in besonderer Weise die Meinungsfreiheit fördern und die Bedeutung dieses Menschenrechts hervorheben.

Heldin der freien Meinungsäußerung

"Sie ist eine Heldin der freien Meinungsäußerung. Zhila ist in ihrer Heimat eine Vorkämpferin für die Meinungsfreiheit", begründete Lucie Morillon, Leiterin des ROG-Referates "Neue Medien" und Jurymitglied bei den BOBs die Wahl der Jury. "Zhila und ihre Angehörigen mussten einen schweren Tribut für ihr Engagement zahlen. Unsere Organisation ist stolz, ihr diesen Preis zuerkennen zu dürfen und stellvertretend allen iranischen Bloggern und Journalisten, die in den vergangenen Monaten festgenommen, inhaftiert oder zur Flucht gezwungen wurden, Ehre zu erweisen", so Morillon.

Der "Reporter ohne Grenzen Award" ist eine von insgesamt 17 Preiskategorien des internationalen Blog-Wettbewerbs der Deutschen Welle "Best Of The Blogs (BOBs)", der bereits zum sechsten Mal stattfindet und elf Sprachen einbezieht. Die alljährlich vergebenen BOBs sind damit die größte internationale Blog-Auszeichnung. Am 15. April 2010 wurden die Namen der GewinnerInnen im Rahmen der Blogger-Konferenz "re:publica" in Berlin bekanntgegeben.

InternetnutzerInnen konnten weltweit Vorschläge für preiswürdige Blogs einreichen. Eine 14-köpfige internationale Jury aus JournalistInnen, Weblog-ExpertInnen sowie einer/m ROG-VertreterIn nahm anschließend in jeder Wettbewerbskategorie elf Nominierungen vor. In der Zeit vom 15. März bis 14. April 2010 wurden die GewinnerInnen in einem kombinierten Verfahren von Online-Wahl und Jury-Entscheidung ermittelt.

Die Auszeichnung ehrte im vergangenen Jahr gleich zwei Blogs mit frauenspezifischen oder -relevanten Inhalten: das iranische "equality project", das gegen frauenfeindliche Gesetze im Iran kämpft. Außerdem den Blog der chinesischen Dissidentin Zeng Jinyan, die das Leben unter der ständigen Überwachung durch die Behörden schildert.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.thebobs.com

Bani Jaghobs Blog "Wir sind Journalisten"

Meldung nach der Preisverleihung, inklusive Bani Jaghobs Grußbotschaft

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Quellen: lifepr.de, reporter-ohne-grenzen.de, dw-world.de

Women + Work > WorldWideWomen Beitrag vom 23.06.2010 Evelyn Gaida 

   




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