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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2016 - Beitrag vom 02.02.2011

Die Femina 2011 - ein Filmpreis f├╝r Frauen
Dagmar Tr├╝pschuch

Zum 15. Mal wird auf der Berlinale der Femina Filmpreis an eine Filmtechnikerin aus einem deutschsprachigen Spielfilm verliehen. Seitdem der Preis 1996 das erste Mal verliehen wurde, ist einiges...



... passiert.

Und wieder sind es drei. Die Regisseurin Angela Schanelec ist eine von ihnen. Die anderen beiden sind die Filmhistorikerin Renata Helker und die Szenenbildnerin Reinhild Blaschke, die im vergangenen Jahr den Femina Filmpreis f├╝r ihr Szenenbild in Thomas Arslans Film "Im Schatten" erhielt. Sie bilden die Jury f├╝r den Femina Filmpreis, der in diesem Jahr zum 15. Mal an eine Filmtechnikerin aus den Bereichen Kamera, Kost├╝m, Szenenbild, Montage und Musik vergeben wird.

34 Filmtechnikerinnen haben in diesem Jahr die Chance, den mit 2.000 Euro dotierten Preis zu gewinnen. 34 Frauen, die in 16 Filmen f├╝r die technischen und k├╝nstlerischen Details verantwortlich sind. "Mir scheint, es gibt mittlerweile in vielen Filmberufen fast so viele Frauen wie M├Ąnner, beim Szenenbild auf jeden Fall", sagt Reinhild Blaschke. "In anderen Bereichen wie im Kameradepartment wahrscheinlich noch nicht, aber ich denke, das wird sich auch ├Ąndern."

Ihre Einsch├Ątzung deckt sich mit der Statistik, die Silvana Abbrescia-Rath, Vorsitzende des gemeinn├╝tzigen Vereins Femina Filmpreis, j├Ąhrlich erstellt. "Bei Szenenbild und Montage sieht es so aus, als w├Ąre die "Gleichberechtigung" in der Realit├Ąt angekommen", sagt sie. Seit 1996 ÔÇô dem Jahr, in dem der Preis das erste Mal vergeben wurde ÔÇô f├╝hrt sie akribisch die Zahlenliste. Zugrunde liegen ihrer Statistik die Filme, die auf der Berlinale gezeigt werden und hier wiederum nur die Filme, die aus deutschsprachigen L├Ąndern kommen ÔÇô also vornehmlich aus Deutschland, ├ľsterreich, weniger aus der Schweiz.

Um es kurz zu machen: 1996 waren von 85 Positionen in den Bereichen Kamera, Ausstattung, Kost├╝m, Schnitt und Musik 29 von Frauen besetzt, das sind rund 34 Prozent. 2011 sind von 85 Positionen 37 von Frauen besetzt. Das sind 43,5 Prozent. Fast zehn Prozent Steigerung. Ein Grund zum Jubeln? Femina Filmpreis Vorstandsmitglied und Kamerafrau Sophie Maintigneux: "Das ist eine gute Nachricht. Aber ÔÇô das ist noch nicht genug. Unser Ziel ist die Parit├Ąt der Geschlechter."
Nun zum Schnitt. Zum Filmschnitt oder besser Montage, die von Filmeditorinnen, fr├╝her Cutterinnen, ausgef├╝hrt wird. Diese Arbeit gilt als traditioneller Frauenberuf. Der Frauenanteil liegt deswegen bei den bewerteten Filmen auch bei 56 Prozent. Doch das hat Tradition, wei├č Bettina B├Âhler. Sie ist Filmeditorin f├╝r Kino- und Fernsehfilme. Zudem ist sie Gr├╝ndungsmitglied vom Femina Filmpreis und hat denselbigen 2007 f├╝r die Montage von "Yella" bekommen, einem Film von Christian Petzold. Auch in diesem Jahr ist sie durch ihre Mitarbeit an dem neuen Petzold-Film "Dreileben - Etwas Besseres als den Tod", der im Forum l├Ąuft, Kandidatin f├╝r den Filmpreis. "In Deutschland war Montage bis vor knapp 20 Jahren ein Frauenberuf, mit fast 80 Prozent Frauenanteil. Erst jetzt, durch die digitale Technik, dr├Ąngen auch die Jungs in den Beruf."

W├Ąhrend bei Szenenbild und Montage die Frauen gut vertreten sind, gl├Ąnzen sie durch Abwesenheit im Bereich Musik und sind nach wie vor eine Minderheit bei der Kamera. Die einzige Kandidatin f├╝r den Femina Filmpreis im Bereich Musik ist die Filmkomponistin und Musikproduzentin Annette Focks (Andres Veiel "Wer wenn nicht wir"). Und gerade mal drei Frauen komponierten Bilder: Judith Kaufmann, Leena Koppe und Bernadette Paassen. Letztere muss jedoch als Kandidatin f├╝r den Filmpreis ausscheiden, weil ihre Kollegin vom Szenenbild, Reinhild Blaschke, in diesem Jahr in der Jury sitzt. So wollen es die Regeln. "Es gibt zwar immer mehr junge Kamerafrauen, die von ihrer Gage auch leben k├Ânnen", sagt Sophie Maintigneux. "Aber es gibt immer noch zu wenig Frauen, die in den Beruf wollen." Viele d├Ąchten noch immer, die Arbeit an der Kamera sei kein Job f├╝r Frauen. An der Filmhochschule Berlin, wo sie als Dozentin f├╝r Bildgestaltung arbeitet, bliebe die Bewerberinnenzahl der Kamerafrauen konstant bei 15 Prozent.

Dabei seien Filme auf die Kreativit├Ąt und das k├╝nstlerische Denken von Frauen angewiesen, sagt Regisseurin Angela Schanelec. Und die Filmhistorikerin Renata Helker erg├Ąnzt: "F├╝r das Kino, f├╝r die ├ästhetik seiner Ausdrucksformen und Inhalte ist eine weibliche Perspektive unerl├Ąsslich." Und deswegen sei der Femina Filmpreis auch heute noch wichtig. Denn, so Helker: "Weibliche Filmk├╝nstler sind in Relation zu ihren m├Ąnnlichen Kollegen im Filmgesch├Ąft immer noch unterrepr├Ąsentiert."

In den vergangenen Jahren war der Filmpreis immer mit 3000 Euro dotiert. In diesem Jahr sind es erstmalig nur 2000 Euro. "Das hat damit zu tun, dass der Preis mittlerweile haupts├Ąchlich ├╝ber Spenden finanziert wird", sagt Silvana Abbrescia-Rath. "Und in diesem Jahr haben wir leider nicht mehr Geld zusammenbekommen." Sehr dankbar sei sie aber, dass das NW Filmb├╝ro den Preis von nun an j├Ąhrlich mit 500 Euro unterst├╝tzen wird. Sibylle St├╝rmer, die stellvertretende Vorsitzende des Filmb├╝ro NW, sagt dazu, dass mit der Spende eine gro├če Wertsch├Ątzung f├╝r die Arbeit des Vereins Femina Filmpreis verbunden sei, die dazu f├╝hre, "dass die Leistungen, die Frauen in unserer Branche erbringen, gew├╝rdigt werden."

Und auch auf dieser Berlinale wird es wieder den Augenblick geben, dass eine Frau, die hinter den Kulissen arbeitet, f├╝r einen Moment im Rampenlicht steht ÔÇô bei der Preisverleihung der unabh├Ąngigen Jurys. Wenn sie Urkunde sowie einen Strau├č Blumen in den H├Ąnden h├Ąlt und ihr Preisgeld in Empfang nimmt. Reinhild Blaschke: "Es ist ├╝berraschend und sch├Ân, die eigene Arbeit von gesch├Ątzten Kolleginnen gew├╝rdigt zu sehen."

Weitere Infos zum Femina Filmpreis finden Sie unter: "Femina Filmpreis e.V."


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Israelischer Film auf der 61. Berlinale vom 10.02. bis zum 20.02.2011

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Women + Work > WorldWideWomen Beitrag vom 02.02.2011 AVIVA-Redaktion 

   




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