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14.12.2018

No Palm Trees. No Lions. No Monkeys
AVIVA-Redaktion

Die Südafrikanerin Yvette Coetzee begibt sich auf eine Reise zurück in die Vergangenheit ihrer Familie und sucht einen verantwortlichen Umgang mit diesem Erbe. Im English Theatre vom 05.–08.03.2008



Wenn man als Weiße in Afrika geboren wird, wirbelt das Blättern im Familienalbum viele Fragen auf. Die Südafrikanerin Yvette Coetzee, macht sich auf die Suche nach Antworten. 1904 ging ihr deutscher Ur-Großvater in das damalige Deutsch-Südwestafrika, um im Hererokrieg, dem ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts, zu kämpfen. Nach dem Krieg kaufte er sich eine Farm westlich von Windhoek, wo die Großmutter der Autorin immer noch wohnt. Die 89 jährige spricht Deutsch, schaut deutsches Fernsehen, und klammert sich an "ihre" deutsche Kultur im heutigen Namibia.

Yvette Coetzee ist Puppenspielerin, Schauspielerin und Autorin. Sie wuchs in Pretoria, im benachbarten Südafrika, unter strikter Rassentrennung auf und erlebte 1994 den Zerfall der Apartheid, wie auch die politischen und sozialen Veränderungen, die darauf folgten. 2001 brach sie wie viele ihrer Landsleute auf, um eine bessere Zukunft in der "ersten Welt " zu suchen. Seit sieben Jahren wohnt sie in Berlin.

Über private, anekdotisch erscheinende Begebenheiten entwickelt sich eine Migrations-Familiengeschichte über vier Generationen, in der sich ein Jahrhundert Weltpolitik spiegelt: von der deutschen Kolonisation in Afrika, über den aus der Ferne erlebten deutschen Nationalsozialismus, Apartheid, Unabhängigkeit bis zu den heutigen Ängsten der weißen FarmerInnen in Namibia, dass ihr Land enteignet wird.

No Palm Trees. No Lions. No Monkeys
Dieses Ein-Frau-Stück, das Elemente aus Sprechtheater, Performance und Objekttheater kombiniert, arbeitet mit den Verknüpfungen von historischen und privaten Ereignissen, und sucht einen verantwortlichen Umgang mit diesem Erbe.
Der namibische Botschafter Peter Katjavivi ist von dem Stück sehr begeistert und er empfiehlt eine Aufführung in Windhoek.

Yvette Coetzee: "Meine Familie war immer auf der Täter-Seite. Mein Urgroßvater kämpfte im Herero-Krieg. 60.000 Hereros starben. Wie viele davon er umgebracht hat, weiß ich nicht. Mein Großvater war überzeugter Nazi. Meine Eltern und ich profitierten als Weiße von der Apartheid. Ich habe meine afrikanische Heimat verlassen, als ich 24 Jahre alt war."

Aufführungstermine:
Mittwoch,05. März 2008 – Samstag, 08.März 2008, 20:00 Uhr

Veranstaltungsort:
F40 - English Theatre Berlin
Fidicinstraße 40
10965 Berlin
Eintritt: 10 Euro / 7 Euro / 3 Euro

www.etberlin.de