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19.06.2018

Die Fee - Ein Film von Fiona Gordon, Dominique Abel und Bruno Romy. Ab 6. September 2012 im Kino
Maria Mikityla

Diese wundersame Liebeskom√∂die l√§sst diverse Handlungsstr√§nge und Schicksale miteinander kollidieren: eine Frau mit magischen Kr√§ften trifft auf einen verhinderten Nachtw√§chter, drei Fl√ľchtlinge...



... auf dem Weg nach England und einen Hund Namens Mimi.

Fiona ist eine seltsame Frau. Sie erscheint eines Nachts im Hotel, wo Nachtw√§chter Dom seit Stunden auf einen ruhigen Abend vor dem Fernseher hofft und gew√§hrt ihm drei W√ľnsche. Sie sei eine Fee, sagt sie und stellt dies unter Beweis, indem sie ihm das Leben rettet und auf eigent√ľmliche Weise den R√ľcken massiert.

Wer hier schon denkt, dass die Geschichte ein absonderliches Handlungsger√ľst hat, sollte sich auf einiges gefasst machen. Verschiedenste Erz√§hlebenen werden detailverliebt und trotzdem auffallend pr√§zise herausgearbeitet. Die Protagonistin Fiona ist in dem ganzen Wirrwarr von stoischer Gelassenheit. Ob sie Schuhe klaut, sich bei einer Verfolgungsjagd schminkt oder hochschwanger mehrere bunte Pillen unbekannter Art schluckt, durch ihre abgekl√§rte Art wirken die ungew√∂hnlichsten Situationen absolut nachvollziehbar. Auch Dom l√§sst sich nicht aus der Ruhe bringen, als er erf√§hrt, dass die Frau seiner Tr√§ume in einer geschlossenen Abteilung zu Hause ist. Er l√§sst sich einfach etwas einfallen, wie er Fiona befreien kann.

Doch eine Liebesschmonzette ist dies hier ganz und gar nicht. Die Erwartungen, eines Happy Ends wie im M√§rchen werden immer wieder geschickt durchbrochen, etwa wenn das frisch vereinte Traumpaar zu einem romantischen Paartanz ansetzt und kurz darauf die Wehen einsetzen. Der dramaturgische rote Faden wird st√§ndig durch neu auftauchende Figuren gebrochen, all diese Gestalten tauchen noch ein zweites Mal auf und sind beim letzteren Mal f√ľr den weiteren Handlungsverlauf von Bedeutung. Auf wunderbare Weise finden sich alle Erz√§hlstr√§nge am Ende zusammen und verkn√ľpfen sich zu einem denkw√ľrdigen Ende.

In authentischer Independent-Manier werden den Zuschauenden bunte gro√üartig stilsichere Szenenbilder vorgesetzt. Nicht nur Farben und Design √ľberzeugen auf Anhieb, auch die musikalische Untermalung und die Finesse subtilen Humors erreichen hier einen unpr√§tenti√∂sen H√∂hepunkt.

Zur Regisseurin: Fiona Gordon, geboren 1957 in Australien, hat mit ihrem Filmpartner Dominique Abel (Dom) und Bruno Romy (der √§u√üerst kurzsichtige Kellner) bereits mehrere Filme gedreht. 1994 drehten sie gemeinsam ihren ersten Kurzfilm "Merci Cupidon", der zahlreiche Auszeichnungen erhielt, und im Jahr 2005 "L¬īIceberg". "Die Fee" wurde in Cannes in der Reihe Quinzaine des r√©alisateurs und f√ľr zahlreiche Kategorien der Magritte du Cinema Awards nominiert. Fiona Gordon lebt in Br√ľssel.

AVIVA-Tipp: Dieser Film ist Poesie! Zun√§chst unauff√§llig und anspruchslos explodiert er in einem Feuerwerk aus Irrwitz und intelligentem Unfug. Die Fee" folgt einer ganz eigenen √Ąsthetik, die √ľberwiegend von Tanz und Musik getragen wird und immer einen Witz in der Tasche versteckt h√§lt. Fiona Gordon ist mit ihrer ungew√∂hnlich starken Pr√§senz und au√üerordentlichen K√∂rperbeherrschung eine grazile Androgynit√§t eigen, die geradezu hypnotisch wirkt.

Die Fee
Originaltitel: "La fée"
Frankreich, Belgien, 2011
Verleih: Pandastorm
Drehbuch und Regie: Dominique Abel, Fiona Gordon, Bruno Romy
Produktion: Elise Bisson, Marina Festr√©, Charles Gillibert, Marin Karmitz, Nathana√ęl Karmitz, Val√©rie Rouy
DarstellerInnen: Dominique Abel, Fiona Gordon, Bruno Romy, Philippe Martz
Länge: 93 Min
Produktion: MK2, France 3 Cinéma
Kinostart: 06. September 2012
www.pandastorm.com

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.couragemonamour.net

Arte-Interview mit den RegisseurInnen: videos.arte.tv

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Rumba, Drehbuch und Regie Fiona Gordon, Dominique Abel und Bruno Romy.