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24.06.2018

Prof. Dr. Gertrud Pickhan und Doktorandin Alina Bothe von der FU Berlin erhalten den Lehrpreis der USC Shoah Foundation
AVIVA-Redaktion

Ein Forschungsseminar der Freien Universit├Ąt ├╝ber die Deportation polnischer Juden und J├╝dinnen in Berlin wurde durch die USC Shoah Foundation ausgezeichnet. Entstehen soll auch eine Ausstellung.



Am 7. Juli 2015 verk├╝ndete die Freie Universit├Ąt die Auszeichnung ihrer Mitarbeiterinnen Prof. Dr. Gertrud Pickhan und Alina Bothe durch den diesj├Ąhrigen Lehrpreis der Shoah Foundation der University of Southern California (USC). Die Historikerin und die Doktorandin erhalten den Preis f├╝r die Weiterentwicklung eines Forschungsseminars zum Thema "Die Ausweisung polnischer Juden aus Berlin 1938". Das Seminar untersuchte die Familiengeschichten von Betroffenen der damals sogenannten "Polenaktion" vom 27. bis 30. Oktober 1938. In diesen Tagen wurden zwischen 1.500 und 6.000 Menschen polnischer Herkunft von Berlin an die polnische Grenze deportiert. Der Kurs arbeitet zusammen mit dem Visual History Archive, in dem Videointerviews mit ZeitzeugInnenberichte gesammelt und der Forschung zug├Ąnglich gemacht werden. W├Ąhrend des Seminars konnten die Studierenden Kontakt zu ├ťberlebenden und Verwandten von sechs Familien herstellen, mit denen sie immer noch in Verbindung stehen.

Der Preis besteht aus einem Stipendium in H├Âhe von 2000 US-Dollar und 500 US-Dollar f├╝r Kursmaterialien. Das Seminar wurde bereits einmal gelehrt und soll mit dem Lehrpreis noch drei weitere Male angeboten werden. "Bisher wurde die Ausweisung polnischer Juden aus Berlin noch nicht hinreichend umfassend wissenschaftlich aufgearbeitet", erkl├Ąrt Gertrud Pickhan. Gemeinsam mit Studierenden arbeiten die Preistr├Ągerinnen derzeit auch an einer Ausstellung zum Thema, deren Er├Âffnung f├╝r Oktober 2017 geplant ist. Hier soll das Leben von Opfern und ├ťberlebenden nachgezeichnet werden. Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit dem Aktiven Museum Berlin und der polnischen Stiftung Fundacja Tres entwickelt. Die Studierenden bem├╝hen sich au├čerdem um Stolpersteine f├╝r die Ermordeten und wollen weitere von der Deportation im Oktober 1938 Betroffene ausfindig machen.

Alina Bothe ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum f├╝r J├╝dische Studien Berlin-Brandenburg. Sie beendet derzeit ihre Doktorarbeit an der Freien Universit├Ąt ├╝ber das Visual History Archiv und die Frage, wie Digitalisierung die Erforschung der Geschichte der Shoah beeinflusst.
Gertrud Pickhan war eine der ersten WissenschaftlerInnen der Freien Universit├Ąt, die ZeitzeugInnenberichte in das Visual History Archive einf├╝gte. Sie ist Mitherausgeberin des Editionsprojekts "Die Verfolgung und Ermordung der europ├Ąischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945", das eine umfassende wissenschaftliche Edition zentraler Quellen zur Geschichte der Verfolgung und Ermordung der europ├Ąischen Juden zum Ziel hat. Bisher sind acht der geplanten sechzehn B├Ąnde der Edition fertig gestellt.

Weiterf├╝hrende Links:

Begr├╝ndung der USC Shoah Foundation zur Preisvergabe (englisch)

Das Visual History Archive European Holocaust (englisch)

Informationen und Zugang zum Visual History Archiv ├╝ber die FU Berlin

Homepage Aktives Museum - Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.

Homepage der Stiftung Fundacja Tres (polnisch)

Zentrum f├╝r J├╝dische Studien Berlin-Brandenburg

Editionsprojekt "Die Verfolgung und Ermordung der europ├Ąischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945"

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