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22.06.2018

BPW Germany begr├╝├čt Gesetzentwurf f├╝r mehr Lohngerechtigkeit. Deutscher Frauenrat sieht Gerechtigkeitsl├╝cken
AVIVA-Redaktion

Lohngerechtigkeit - ein Dauerstreitthema. Sind wir nun einen Schritt weiter hin zur Entgelttransparenz und Lohngerechtigkeit? Statements von Mona K├╝ppers, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, Uta Zech, Pr├Ąsidentin des BPW Germany, sowie von Henrike von Platen, FairPlay ist FairPay!



Wo liegt der Erfolg, wo die L├╝cken?

Entgelttransparenz: ein Anfang mit Gerechtigkeitsl├╝cken

Das Bundeskabinett hat sich am 11.01.2017 in Berlin auf einen Entwurf f├╝r ein Gesetz zur F├Ârderung von Transparenz von Entgeltstrukturen geeinigt. Dazu stellt die Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, Mona K├╝ppers fest:

"Wir begr├╝├čen, dass die Bundesregierung Entgelttransparenz per Gesetz herstellen will. Damit tritt sie entschiedener als bisher f├╝r Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und M├Ąnnern ein. Das ist angesichts des Gender Pay Gaps, der in Deutschland hartn├Ąckig bei ├╝ber 20 Prozent liegt, grunds├Ątzlich positiv. Im nun verabschiedeten Entwurf sehen wir aber Gerechtigkeitsl├╝cken, die unbedingt geschlossen werden m├╝ssen. So bietet er etwa ArbeitgeberInnen die M├Âglichkeit, Entgeltungleichheit im Unternehmen mit arbeitsmarkt-, leistungs- und arbeitsergebnisbezogenen Kriterien zu rechtfertigen".

Der Deutsche Frauenrat hatte zuletzt in seiner Stellungnahme am 11. November 2016 zum damals vorliegenden Entwurf davor gewarnt, Entgeltgerechtigkeit m├Ąchtigen Wirtschaftsinteressen zu opfern.

"├ťber Geld spricht man. Punkt!" Henrike von Platen, Fairpayistin und Initiatorin der Online-Petition / Berliner Erkl├Ąrung f├╝r Gleichheit auf dem Gehaltszettel / #FairPay365:

Das heute im Kabinett als Entwurf beschlossene Lohngerechtigkeits-Gesetz ist ein Meilenstein auf dem Siegeszug zum FairPay!
Nach einem Jahr m├╝hevoller Diskussionen ist mit dem Gesetz in dreifacher Hinsicht ein echter Durchbruch gelungen:

1. Das Gesetz schafft echte Transparenz in der Gehaltsstruktur gro├čer und mittlerer Unternehmen. Millionen Besch├Ąftigte k├Ânnen jetzt ganz konkret und individuell ermitteln, ob sie fair bezahlt werden.
2. Das Gesetz schafft einen soliden Rahmen, um gegen Lohn-Ungerechtigkeit vorzugehen. Frauen wie beispielsweise die ZDF-Reporterin Birte Meier m├╝ssen sich nicht mehr von Richtern anh├Âren, Gehalt sei nun mal Verhandlungssache und Verschiedenheit geh├Âre dazu. Dreiste Lohn-Diskriminierungen sind keine Verhandlungssache mehr, sondern eine unfaire Praxis, die nun ein Ende nehmen wird.
3. Das Gesetz ist ein wichtiges Symbol. Wer die 21% Lohnunterschied zwischen M├Ąnnern und Frauen mit Alibi-Argumenten oder statistischen Tricks kleinzureden versucht, wird nun von einer sachorientierten Politik zur Vernunft gerufen. Eine selbstbewusste demokratische Gesellschaft braucht eine Wirtschaft, die auf Fairness basiert. FairPay ist ein B├╝rgerrecht.
Ihnen m├Âchte ich ganz pers├Ânlich f├╝r Ihre Unterst├╝tzung der FairPay-Petition danken. Wir d├╝rfen jetzt nicht nachlassen, das Gesetz ist nur ein Schritt von Vielen, die ich mit Ihnen noch gehen m├Âchte und werde. Lassen Sie uns heute Abend virtuell gemeinsam eine Flasche Sekt ├Âffnen. Wir sto├čen darauf an, dass wir 2020 den Equal Pay Day endlich an Silvester feiern k├Ânnen!
Ab heute werden immer mehr mutige Frauen den Lohnungerechtigkeiten beherzt entgegentreten. Und sie haben daf├╝r ein k├╝hl-rationales Instrument an die Hand bekommen. Der 10. Equal Pay Day dieses Jahr wird der letzte sein, der in den M├Ąrz f├Ąllt!

BPW Germany begr├╝├čt Gesetzentwurf f├╝r mehr Lohngerechtigkeit

Faire L├Âhne bringen Vorteile f├╝r Frauen und M├Ąnner sowie f├╝r Gesellschaft und Wirtschaft. Der vom Bundeskabinett heute beschlossene Entwurf f├╝r ein Gesetz zur F├Ârderung von Transparenz von Entgeltstrukturen, das vom Bundesministerium f├╝r Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingebracht wurde, ist ein wichtiger Schritt Richtung Lohngerechtigkeit.

Der Business and Professional Women (BPW) Germany e.V. begr├╝├čt das Gesetz f├╝r mehr Lohngleichheit als geeigneten Schritt, den Gender Pay Gap von 21 Prozent zu verringern. Unternehmen mit mehr als 200 Besch├Ąftigten m├╝ssen in Zukunft ihren Arbeitnehmenden auf Nachfrage erkl├Ąren, nach welchen Kriterien sie bezahlt werden. Au├čerdem werden Unternehmen aufgefordert, ihre Lohnstrukturen auf m├Âgliche Ungleichbehandlung zu ├╝berpr├╝fen. Faire Arbeitsbedingungen ÔÇô darunter faire Bezahlung ÔÇô werden ausschlaggebendes Kriterium f├╝r die Wahl der Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen sein.

Dazu Uta Zech, Pr├Ąsidentin des BPW Germany: "Das Gesetz f├╝r mehr Lohngerechtigkeit wird das Tabu, ├╝ber Geld zu sprechen, endlich aufbrechen. Kluge Unternehmen werden die Vorteile erkennen und handeln. Lohntransparenz, gleicher Lohn f├╝r gleiche und gleichwertige Arbeit, gleiche Aufstiegschancen f├╝r M├Ąnner und Frauen werden Auswahlkriterium daf├╝r sein, wo sich f├Ąhige Arbeitnehmende bewerben. Lohntransparenz geh├Ârt nicht in die Kategorie Frauenpolitik, sondern ist notwendig f├╝r die Wirtschaft und den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft".

Weitere Infos unter:

www.bpw-germany.de

www.frauenrat.de

www.djb.de

www.equalpayday.de

FairPlay ist FairPay!

Auf www.fairpay-heute.de finden Sie Statements, die Unterschriftenliste und k├Ânnen das B├╝ndnis auch selbst unterst├╝tzen und unterzeichnen

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Online-Petition FairPay - Berliner Erkl├Ąrung f├╝r Gleichheit auf dem Gehaltszettel
F├╝r Lohngerechtigkeit und Entgeltgleichheit an 365 Tagen im Jahr. Unterst├╝tzen Sie die Initiatorinnen des FairPay-B├╝ndnisses mit Ihrer Unterschrift. FairPlay ist FairPay! (2016)

Neue Courage! Business and Professional Women (BPW) Germany e. V. 1931-2016. Herausgegeben von Henrike von Platen
Goodbye gender pay gap ÔÇô Welcome equal pay. Mit neuer Courage und feministischem Blick geht der Business and Professional Women (BPW) Germany e.V. e.V. daran, die Aufgaben der Frauenf├Ârderung und Gleichstellungsarbeit zu steuern. (2016)