Das war die 67. Berlinale und der 31. Teddy Award - Regisseurin Ildik√≥ Enyedis erh√§lt den Goldenen B√§ren... - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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22.06.2018

Das war die 67. Berlinale und der 31. Teddy Award, Pro Quote Regie und International Women¬īs Film Festival Network - Regisseurin Ildik√≥ Enyedis erh√§lt den Goldenen B√§ren...
Helga Egetenmeier

..., Agnieszka Holland den Alfred-Bauer-Preis, Monika Treut den Special Teddy Award - die AVIVA-Auswahl der Gewinnerinnen - Regisseurinnen, Darstellerinnen, Cutterinnen. Dass das Private auch immer politisch ist, zeigten in diesem Jahr die knapp 400 Filme des weltweit größten Publikumsfestivals. Inhaltlich ging es weniger um das große Spektakel als um...



... den einzelnen Menschen in einer immer weniger Sicherheit bietenden Gesellschaft. Und mit Ildik√≥ Enyedis bekam endlich wieder eine Frau den Hauptpreis des Wettbewerbs, der damit auf der 67. Berlinale zum f√ľnften Mal an eine Regisseurin ging.



Vor 42 Jahren ging der Goldene B√§r schon einmal an eine ungarische Regisseurin, an M√°rta M√©sz√°ros f√ľr "Adoption", und gleichzeitig, nach 24 Jahren Berlinale, erstmalig an eine Frau. Danach gab es 1977 einen Goldenen B√§ren f√ľr die russische Regisseurin Larissa Jefimowna Schepitko f√ľr "Aufstieg", 2006 f√ľr die bosnische Regisseurin Jasmila Zbanic f√ľr "Esmas Geheimnis - Grbavica" und 2009 f√ľr die peruanische Regisseurin Claudia Llosa und ihren Film "Eine Perle Ewigkeit". Diese magere Quote f√ľr die Goldenen-B√§ren-Regisseurinnen erstaunt mit einem Prozentsatz von 7,6 % und macht gleichzeitig deutlich, wie wichtig das Engagement von Pro-Quote-Regie ist.

Insgesamt wurden auf der Berlinale 2017 √ľber 60 Auszeichnungen vergeben. AVIVA-Berlin legt an dieser Stelle den Fokus auf die Preistr√§ger_innen, die einen Bezug zu Weiblichkeit im Film herstellen, oder als Filmschaffende eine W√ľrdigung erhielten.

Die Bären-Preisträger_innen

Mit dem Goldenen B√§ren wurde die ungarische Regisseurin Ildik√≥ Enyedis f√ľr ihren Spielfilm "Testr√∂l √©s l√©lekr√∂l" ausgezeichnet, sie erhielt daf√ľr auch den Preis der √∂kumenischen Jury und der FIPRESCI-Jury. Wie Schlafwandler_innen, die sich sozialen Kontakten enthalten, schleichen ihre zwei Protagonist_innen M√°ria und der √ľber drei√üig Jahre √§ltere Endre durch ihr Leben. Im Schlachthaus treffen sie als ArbeitskollegInnen aufeinander und eine zarte Liebesgeschichte entsteht.

Regisseurin Agnieszka Holland erhielt den Alfred-Bauer-Preis und damit einen Silbernen B√§ren f√ľr "Pokot", ein feministisches M√§rchen und √Ėko-Thriller-Kom√∂die. Eine pensionierte Br√ľckenbauingenieurin und strikte Vegetarierin lebt zur√ľckgezogen an der polnisch-tschechischen Grenze. Pl√∂tzlich sterben die M√§nner des Dorfes, alles passionierte J√§ger, auf mysteri√∂se Weise.

Ein weiterer der sieben Silbernen B√§ren, der gro√üe Preis der Jury, ging an "F√©licit√©", Regie Alain Gomis, der von seiner starken Hauptdarstellerin V√©ro Tshanda Beye in ihrer ersten Rolle getragen wird. Die selbstbewusste S√§ngerin F√©licit√© ist in Kinshasa zuhause und hat sich in ihrem prek√§ren Leben eingerichtet. Als ihr pubertierender Sohn einen Unfall hat, muss sie Geld f√ľr eine Operation.

Den Silbernern B√§ren f√ľr die beste Darstellerin bekam Kim Minhee f√ľr ihre schauspielerischen Leistungen in "Ba-mui haebyun-eoseo honja". Als unberechenbare Frau voller Widerspr√ľche flieht die Protagonistin, eine koreanische Schauspielerin, nach einer Aff√§re ins herbstliche Hamburg, Regie Hong Sangsoo.

Die Cutterin Dana Bunescus bekam einen Silbernen B√§ren f√ľr ihre herausragende k√ľnstlerische Leistung an dem rum√§nischen Spielfilm "Ana, mon amour". Der Filmverlauf verlangt einen Schnitt mit R√ľckblenden in die Entwicklung der Beziehung eines Paares, deren psychische Verfasstheit durch die politische Entwicklung Rum√§niens gepr√§gt ist.

Den Teddy Award als Bester Spielfilm, eine lobende Erw√§hnung der √∂kumenischen Jury und den Silbernen B√§ren f√ľr das Beste Drehbuch erhielten Sebasti√°n Lelio und Gonzalo Maza f√ľr "Una mujer fant√°stica". Die Transgender-Frau Marina, deren 20 Jahre √§lterer Geliebter pl√∂tzlich stirbt, k√§mpft um ihre Anerkennung und gegen seine ehemalige Familie um angemessen trauern zu d√ľrfen und die gemeinsame Wohnung behalten zu k√∂nnen.

Der 31. Teddy Award

Als bester Spielfilm wurde der bereits erw√§hnte "Una mujer fant√°stica" geehrt. Die Jury begr√ľndet dies mit "ein handwerklich perfekter Film mit einem gro√üartigen filmischen Ansatz, der eine intime, aber wenig beachtete Geschichte erz√§hlt", und damit "die anhaltende Diskriminierung und die Marginalisierung von Transgender-Menschen auf der ganzen Welt beleuchtet."

Den Teddy Award f√ľr den besten Dokumentarfilm erhielt "Ri Chang Dui Hua" der taiwanesischen Regisseurin Hui-chen Huang. Darin portr√§tiert sie ihre schweigsame Mutter Anu, die seit der Kindheit der Regisseurin als Tomboy und mit ihr zusammen in einer Wohnung lebt. Ein √§u√üerst intimes Familien- und Kulturportrait und gleichzeitig eine Suche nach der eigenen Vergangenheit, das die Tochter und Regisseurin erschreckend ehrlich eingefangen hat.

Als Bester Kurzfilm ausgezeichnet wurde der 15-min√ľtige "Min Homosyster" von Lia Hietala, Jurybegr√ľndung: "eine s√ľ√üe Geschichte eines jungen M√§dchens, das mit Hilfe seiner gro√üen Schwester und deren Freundin etwas √ľber die Liebe lernt." Ein Film, der durch die komplexe Gef√ľhlswelt auch Erwachsene anspricht.

Den Special Jury Award erhielt der auch in der Cross-Sektion Generation 14plus gelaufene "Karera ga Honki de Amu toki wa" von Naoko Ogigami √ľber eine Regenbogenfamilie in Japan. Da die leibliche Mutter mit ihren Lebensproblemen k√§mpft, betreut ihr Bruder immer wieder ihre 11-j√§hrige Tochter. Seine Transgender-Freundin f√ľhlt sich langsam als Mutter des M√§dchens, doch da sie offiziell ein Mann ist, darf sie weder heiraten noch gemeinsam mit ihrem Freund ein Kind adoptieren. Die Jury begr√ľndet ihre Auswahl f√ľr diesen emotional ansprechenden Film mit der √ľberzeugenden Schauspielkunst, den nat√ľrlichen Dialogen und dem Sinn f√ľr Humor und f√ľr einzigartige Details.

Der Special Teddy Award 2017 ging an die Regisseurin, Produzentin und Autorin Monika Treut f√ľr ihre pr√§gende Bedeutung f√ľr das feministische und lesbische Kino seit den 80er Jahren und f√ľr die deutschsprachige unabh√§ngige Filmszene, sowie als Wegbereiterin des New Queer Cinema. Auf der Berlinale wurden seit ihrem Spielfilmdeb√ľt 1985 mit Elfi Mikesch, "Verf√ľhrung: Die grausame Frau", mehr als zw√∂lf ihrer Filme pr√§sentiert, 1999 gewann sie mit ihrer Dokumentation "Gendernauts" den Teddy Award.

Weitere Preisträger_innen der 67. Berlinale

Den Preis f√ľr den Besten Erstlingsfilm, dotiert mit 50.000 ‚ā¨ und gestiftet von der GWFF (Gesellschaft zur Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten mbH) erhielt die Regisseurin Carla Sim√≥n f√ľr ihren einf√ľhlsamen Film "Estiu 1993". Ein junges spanisches M√§dchen, deren Mutter im Jahr 1993 am AIDS verstirbt, muss in der Familie ihres Onkels ihren Platz finden, ohne die t√∂dliche Krankheit ihrer Mutter verstehen zu k√∂nnen.

Der Forums-Dokumentarfilm "Maman Colonelle" des Regisseur Dieuro Hamadi gewann den Preis der √Ėkumenischen Jury sowie den Preis der Leser_innenjury des Tagesspiegel. Portr√§tierend begleitend zeigt er die 44-j√§hrige kongolesische Polizistin Honorine Munyole bei ihrer t√§glichen Arbeit als Chefin einer Sondereinheit zum Schutz misshandelter Kinder und Frauen. Beeindruckend schafft es die Witwe und Mutter von drei eigenen und vier adoptierten Kindern einf√ľhlsam und trotzdem streng in ihrem endlos erscheinenden Job Hilfe zu geben und Struktur hineinzubringen in eine von Traumata und sozialer Deformation gepr√§gten armen Bev√∂lkerung.

Den FIPRESCI-Preis f√ľr den besten Film im Panorama erhielt die Regisseurin Julia Murat f√ľr "Pendular". Die Liebe zwischen einer K√ľnstlerin und einem K√ľnstler und die darin enthaltenen Herausforderungen m√ľnden im Film in ein √§sthetisch und dramaturgisch pr√§zises Portrait.
Im Forum bekam diesen Preis die Regisseurin Mary Jirmanus Saba f√ľr ihren Dokumentarfilm "Shu¬īour akbar min el hob". Aus dem kollektiven Ged√§chtnis im Libanon scheinen die K√§mpfe der Arbeitenden vor dem B√ľrgerkrieg verschwunden. Die Regisseurin befragt Aktivist_innen und durchsucht Materialien, um die Vergangenheit in der Gegenwart zu finden.

An den Wettbewerbsfilm "The Party" von Regisseurin Sally Potter ging der Gilde Filmpreis, der von Kinobetreiber_innen und Mitglieder der AG Kino vergeben wird. Eine kleine Feier unter ein paar engen Freund_innen der gerade zur Ministerin ernannten Janet entwickelt sich, mit scharfen Dialogen versehen, von einer Komödie in eine Tragödie.

Den Friedensfilmpreis erhielt die Dokumentation "El Pacto de Adriana" der jungen Regisseurin Lissette Orozco. Bei ihrer Suche nach der Wahrheit ger√§t sie in die unvorhersehbare Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ihrer Lieblingstante, den schwer erkennbaren L√ľgen und Verdr√§ngungen aus den Zeiten der chilenischen Milit√§rdiktatur.

Der Dokumentarfilm "F√ľnf Sterne" von Annekatrin Hendel erhielt den Heiner-Carow-Preis, der zur F√∂rderung der deutschen Filmkunst ausgegeben wird. Darin portr√§tiert sie eine langj√§hrige, krebskranke Freundin und verbringt mit ihr, kurz vor ihrem Tod, vier Wochen in einem F√ľnf-Sterne-Hotel und reflektiert die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Den "Premio Bacco", der Preis der italienischen Filmkritiker_innen und Journalist_innen, der jedes Jahr am Ende der Berlinale verliehen wird, erhielt f√ľr ihre herausragenden schauspielerischen F√§higkeiten Bibiana Beglau. Bekannt wurde sie durch ihre Hauptrolle in Schl√∂ndorffs "Die Stille nach dem Schuss", am 07.M√§rz 2017 wird sie im "Tatort - Der sanfte Tod" zu sehen sein. Als Theaterschauspielerin erhielt sie 2015 den Deutschen Theaterpreis f√ľr ihre besondere schauspielerische Leistung.

Die Berlinale Kamera erhielt mit Nansun Shi eine im internationalen Filmgesch√§ft einflussreiche und wichtige Produzentin und Verleiherin. Sie k√ľmmerte sich ab den sp√§ten 70er Jahren in London um Hongkongs Fernsehlandschaft, wurde Filmproduzentin und gr√ľndete die Produktionsfirma Film Workshop. Auf der Berlinale 2007 war sie Mitglied der Internationalen Jury, ihre letzte Filmproduktion ist der Actionfilm "Die letzte Schlacht am Tigerberg", der besonders in China sehr erfolgreich lief.

Den Goldenen Ehrenb√§r erhielt die italienische Kost√ľmbildnerin Milena Canonero f√ľr ihr Lebenswerk, die f√ľr ihre k√ľnstlerische Arbeit bereits viermal mit dem Academy Award ausgezeichnet wurde. Gleich zu Beginn ihrer Karriere arbeitete sie mit Stanley Kubrick f√ľr "A Clockwork Orange" und "Barry Lyndon" zusammen, es folgten Filme wie Sofia Coppolas "Marie Antoinette" und "The Grand Budapest Hotel" von Wes Anderson.

Auszeichnungen der Sektion Generation geht zu 50 % an Regisseurinnen

Ein gro√üartiges Detail der Berlinale ist seit 1978 die internationale Auswahl an Kinder- und Jugendfilmen, bei der dieses Jahr 66 Filme aus 43 L√§ndern gezeigt wurden. Neugierige junge Menschen diskutieren in dieser Sektion √ľber alle Altersgrenzen hinweg mit engagierten Filmemacher*innen und alte H√§s*innen der Berlinale. Insgesamt wurden 16 Regiepreise in diesem Bereich vergeben, davon gingen acht an Regisseurinnen und drei an gemischte Regieteams. In dem Bereich Kinder und Jugendliche scheint auch im Film-Business der Frau die Zust√§ndigkeit eher zugestanden und zugeordnet zu werden.

Berlinale-Thema: Frauen im Film-Business und Pro Quote Regie (PQR)

Der Bubble als Anlaufpunkt von Pro Quote Regie ist mittlerweile zu einer festen Institution auf der Berlinale geworden. 2014 w√§hrend der Berlinale gegr√ľndet, tritt PQR daf√ľr ein, die Gleichstellung der Frauen im Regieberuf herbeizuf√ľhren. Mit ihrem fortdauernden Engagement und ihrer Pr√§senz wirken PQR daran mit, dass sich auch weitere Organisationen mit Studien und die Bundesfrauenministerin mit dem Stand des Geschlechterverh√§ltnisses im Filmgesch√§ft besch√§ftigen.

Pro-Quote-Regie bot neben t√§glichen Diskussionen im durchsichtigen PQR-Bubble am 12. Februar auch eine gro√üe Veranstaltung unter dem Thema "Reality Check * Wissenschaft meets Comedy. PQR Stereotypen Happening. Wissenschaftlerinnen und K√ľnstlerinnen r√§umen auf mit stereotypen Bildern" in der Akademie der K√ľnste an. Nach der Begr√ľ√üung durch deren erste weibliche Pr√§sidentin Jeanine Meerapfel - die Akademie der K√ľnste wurde 1696 gegr√ľndet - die vor zunehmendem Sexismus warnte und auf Jane Campions Forderung "especially when it comes to public money - it has to be equal" (siehe dazu das Interview imGuardian) verwies, folgten weitere spannende Beitr√§ge zur Bedeutung von Geschlechterpr√§senz im Film-Business, die auf der Webseite von PQR nachgelesen werden k√∂nnen.

Bereits am 19. Januar 2017 fand die erste Fachtagung in den R√§umen des "Bundesministerium f√ľr Familie, Senioren, Frauen und Jugend" zu Ma√ünahmen f√ľr Lohn- und Gendergerechtigkeit in der Film- und Fernsehbranche statt. Am 15. Februar 2017 traf sich Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig mit Schauspielerinnen auf einer Abendveranstaltung unter dem Motto "Auch hinter den Kulissen muss es gerecht zugehen".

Die Studie der Filmf√∂rderungsanstalt "Gender und Film" zu Rahmenbedingungen und Ursachen der Geschlechterverteilung von Filmschaffenden in Schl√ľsselpositionen in Deutschland" wurde im Februar 2017 zur Berlinale ver√∂ffentlicht. So ausf√ľhrlich die Studie die ungleiche Geschlechterverteilung an den Arbeitspl√§tzen von Filmschaffenden dokumentiert, reduziert sie diese im Fazit auf zwei Barriereformen, die "stereotypen Annahmen" und "strukturbedingte Ausschlussmechanismen". Die Ver√§nderungsvorschl√§ge zu mehr Geschlechtergerechtigkeit setzen auf eine Sensibilisierung aller Beteiligten und die kreative, selbst√§ndige Ver√§nderung innerhalb der Filmbranche. Leider scheint somit die nationale Filmf√∂rderung Deutschlands, die Herrin √ľber die √∂ffentlichen Gelder, kein Interesse an einer Quotenregelung zu haben, um m√§nnlich-dominierten Stereotypen und Strukturen die Finanzierung zu k√ľrzen.

Dazu passend veranstaltete das International Women¬īs Film Festival Network die 5. Gespr√§chsrunde im Rahmen der 67. Berlinale unter dem Motto "I Cannot Believe We are Still Protesting!" zum Status der Frauen im Film-Business und zum Stand der Gendergerechtigkeit. Obwohl das Thema in den vergangenen zwei Jahren in der Diskussion geblieben ist, zeigen Untersuchungen noch keine Verbesserung in der Entwicklung der Gleichberechtigung.

Noch mehr zur Berlinale und dar√ľber hinaus

Am Berlinale-Projekt "Patenschaften f√ľr Kinobesuche", bei dem ehrenamtliche Mitarbeiter_innen gemeinn√ľtziger Berliner Organisationen der Fl√ľchtlingshilfe zusammen mit Gefl√ľchteten Berlinale-Vorstellungen besuchten, haben rund 1.400 Personen teilgenommen.

Die Einreichungen und Ergebnisse des Handyfilm-Wettbewerbs 2017 von Pro Quote Regie sind auf youtube einzusehen.

W√§hrend der Berlinale k√ľrte auch der Verband der Deutschen Filmkritik e.V. in 12 Kategorien ihre Gewinner_innen f√ľr den Preis der deutschen Filmkritik 2016. Maren Ades "Toni Erdmann" wurde zum besten Spielfilm gek√ľrt und gewann in den Kategorien Drehbuch (Maren Ade) und Schnitt (Heike Parplies). Beste Darstellerin wurde Lilith Stangenberg f√ľr ihre Rolle in Nicolette Krebitz¬ī "Wild" und Ulrike Ottingers "Chamissos Schatten" bekam die Auszeichnung als bester Dokumentarfilm. Den Ehrenpreis erhielt die Dokumentarfilmerin und Regisseurin Helke Misselwitz, da sie "in ihren Filmen die deutsche Geschichte neu perspektiviert."

Mit "Insyriated" gewann zum zweiten Mal ein Film mit der Schauspielerin Hiam Abbass (2008 in "Lemon Tree" von Eran Riklis) in der Hauptrolle den Panorama Publikums-Preis. Das dichte, von weiblichen Protagonistinnen bestimmte Kammerspiel in einer Wohnung eines sonst leerstehenden Hochhauses, das vom männlich bestimmten Krieg umzingelt ist, besticht durch seine eindringliche Dramaturgie.

"Tiger Girl", Regie Jakob Lass, lief als Weltpremiere im Panorama Special und machte, trotz - oder vielleicht auch weil - sich zwei junge Frauen (Ella Rumpf, Maria Dragus) schl√§gernd durch Berlin bewegen, gute Laune. Die Frage der Moral stellte Tiger Girl sp√§ter im Film an Vanilla - und wird bestimmt auch eine Frage f√ľr das Publikum werden, das den Film ab dem 06.04.2017 im Kino sehen kann.

Die Berlin Feminist Film Week findet dieses Jahr vom 8. - 13. März 2017 statt. Es folgt vom 4. - 9. April 2017 in Dortmund das Internationale Frauenfilmfestival.

Und auch n√§chstes Jahr wird es wieder eine Berlinale geben, das Datum f√ľr die 68. Internationalen Filmfestspiele steht bereits fest: 15. - 25. Februar 2018.

AVIVA-Res√ľmee: Sich einfach in die Filme fallen lassen, oder mit den Besucher_innen und den Filmschaffenden engagiert diskutieren, eine Party besuchen, oder in der vielsprachigen Gemeinschaft der Filmfreund_innen eintauchen, die Berlinale bietet eine einmalige Auswahl f√ľr internationale Einblicke und pers√∂nliche Erlebnisse. Sie ist f√ľr ein paar Tage im Februar die Oase der Kritik an weltweiten Ungerechtigkeiten und √ľberzeugte dieses Jahr mit vielen privaten Eindr√ľcken, die sich politisch an die gesellschaftlichen Zust√§nde zur√ľckbinden - dass dabei dieses Jahr die leisen T√∂ne gegen√ľber dem lauten Spektakel √ľberwogen, hat die Intensit√§t des Inhalts nicht geschm√§lert.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Die 66. Berlinale vom 11. - 21. Februar 2016 - eine feine kleine Filmauswahl von AVIVA-Berlin
Die AVIVA-√úbersicht zu Filmen von Frauen, √ľber weibliche Identit√§ten, Filme aus Israel, und den Teddy-Anw√§rterInnen unterst√ľtzt die Auswahl aus dem √ľppigen Berlinale-Angebot. Und auch dieses Jahr l√§dt "Pro Quote Regie" wieder zu ihrem t√§glichen Bubble-Talk, w√§hrend Jury-Pr√§sidentin Meryl Streep erstmals eine Jurorinnenaufgabe bei einem Filmfestival √ľbernimmt.

Pro Quote Regie: LET¬īS TALK ABOUT MONEY
Lohnungerechtigkeit in der Film- und Fernsehbranche. Resultate und Stimmen nach der 1. Fachtagung zum Thema. Und: DAS PQR - BERLINALE - PANEL - Reality Check - und der PQR-Handyfilmwettbewerb. (2017)

Frauen im Filmbusiness - Interview mit der Filmemacherin, K√ľnstlerin, Autorin und Fotografin Ulrike Ottinger √ľber weit mehr als ihren neuen Film CHAMISSOS SCHATTEN, der am 24.03.2016 Kinostart hatte.
Ulrike Ottinger gab uns an einem sch√∂nen Freitagmorgen ungezwungen, humorvoll und nachdenklich ein Interview zu ihrer Arbeit, ihrer j√ľdischen Familiengeschichte, Rollenverh√§ltnissen und ihren Pl√§nen f√ľr neue spannende Projekte.

Integrit√§t vs. Solidarit√§t - Die Darstellung weiblicher F√ľhrungskr√§fte in Film und Fernsehen. Ein Gastbeitrag von Antonia Roeller. (2015)

Monika Treut im AVIVA-Interview
Bei der 59. Berlinale feiert ihre geheimnisvolle, cross-kulturelle Liebesgeschichte "Ghosted" Premiere. AVIVA-Berlin traf die Regisseurin, die auf eine ausgesprochen vielseitige und umfangreiche Filmographie zur√ľckblicken kann, zu einem Gespr√§ch √ľber Taiwan und die Faszination des asiatischen Landes, die Dreharbeiten dort und die Dramaturgie ihres neuen Films. (2009)

Weitere Informationen finden Sie unter:

Mehr Infos unter:

www.berlinale.de

www.teddyaward.tv

www.wiftg.de
Women in Film and Television Germany - Internationales Businessnetzwerk f√ľr Frauen in der Film- und Fernsehbranche und den digitalen Medien.

www.proquote-regie.de
Veranstaltungen während der Berlinale, gesammelt auf der Webseite von PQR.

www.femmes-totales.de
Femmes Totales - Filme von Frauen, zeigt zeitgen√∂ssisches Kino von Frauen. Vorf√ľhrungen in vielen St√§dten - siehe Webseite.


Copyright Text und Fotos: Helga Egetenmeier