L┬┤Chaim - Auf das Leben! Ausstellung ├╝ber die Vielfalt j├╝dischen Lebens in Berlin vom 7. bis 27. November 2017 im Abgeordnetenhaus von Berlin, danach an verschiedenen Orten in Berlin - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
AVIVA-Berlin Juedisches Leben > Veranstaltungen
24.05.2018

L┬┤Chaim - Auf das Leben! Ausstellung ├╝ber die Vielfalt j├╝dischen Lebens in Berlin vom 7. bis 27. November 2017 im Abgeordnetenhaus von Berlin, danach an verschiedenen Orten in Berlin
AVIVA-Redaktion

J├╝dinnen und Juden haben die Geschichte Berlins seit Jahrhunderten gepr├Ągt und entscheidend mitgestaltet. Die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. (KIgA) portr├Ątiert in einer Wanderausstellung den Alltag von J├╝dinnen und Juden, die in Berlin leben und die Stadt als ihre Heimat bezeichnen.



Hintergrund

Nach der weitgehenden Zerst├Ârung j├╝dischen Lebens zwischen 1933 und 1945 leben heute wieder j├╝dische Menschen in Berlin, die ihr Judentum rein kulturell betrachten, es streng religi├Âs leben oder aber auch keinerlei religi├Âse Bez├╝ge haben. Berlin ist genauso Heimat f├╝r alteingesessene j├╝dische Berliner Familien wie f├╝r j├╝dische Zuwanderinnen und Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, der T├╝rkei, Israel und vielen anderen Teilen der Welt. Diese Vielfalt und die Tatsache, dass es nicht "ein" j├╝disches Leben gibt, sind die Grundlage des Ausstellungskonzepts. Vor allem das "Normale", der Alltag soll eine Rolle spielen. Denn das Leben von J├╝dinnen und Juden findet nicht abseits statt, sondern ist Teil einer ÔÇô wenn auch oft fragilen ÔÇô gegenw├Ąrtigen Realit├Ąt.

"Mit L┬┤Chaim richten wir uns insbesondere an Menschen, die bisher wenig oder gar nichts ├╝ber die Vielfalt j├╝dischen Lebens wissen oder vielleicht nur Vorurteile kennen", sagt Dervis Hizarci, Vorstandsvorsitzender der KIgA: "Wir bei der KIgA wollten schon lange den kulturellen Bereich in unsere p├Ądagogische Pr├Ąventionsarbeit integrieren. Es freut mich, dass es ausgerechnet mit einer Ausstellung zu diesem speziellen Thema dazu gekommen ist."

Die Ausstellung

Die Wanderausstellung gew├Ąhrt einen Einblick in zahlreiche Facetten j├╝dischen Lebens sowie in die Gedanken- und Gef├╝hlswelten einzelner J├╝dinnen und Juden in Berlin.
Dazu gibt es einf├╝hrende Texte, ein Glossar mit Begriffserkl├Ąrungen und eine Karte mit den in der Ausstellung erw├Ąhnten Orten. Kern der Ausstellung bilden Themenfilme, die auf den Interviews mit den Protagonistinnen und Protagonisten basieren. Die Gespr├Ąche mit den Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sozialisation und Interessen thematisieren den Bezug zu Berlin und Deutschland, zu Beruf, Familie, Sexualit├Ąt und dem Verh├Ąltnis zur Religion. "Die Ausstellung wird in ihrer Vielfalt einzigartig sein, wir wollen damit m├Âglichst die gesamte Bandbreite j├╝dischen Lebens in der Gegenwart Berlins reflektieren. Zudem kommen Nichtjuden zu Wort, die sich f├╝r j├╝dische Belange und das Verst├Ąndnis untereinander einsetzen," betonen Joachim Seinfeld und Lukas Welz, die die Ausstellung f├╝r die KIgA konzipiert haben. "Wir portr├Ątieren einen orthodoxen Rabbiner, eine Puppenspielerin, einen Holocaust├╝berlebenden der sich aktiv f├╝r Gefl├╝chtete einsetzt, eine K├Ąmpferin f├╝r das multikulturelle Umfeld Neuk├Âllns, eine ehemals kommunistische J├╝din aus der DDR, einen nichtj├╝dischen Per├╝ckenmacher und viele andere."

Zielgruppen

Die dreisprachige Ausstellung (Deutsch, Arabisch, Englisch) richtet sich grunds├Ątzlich sowohl an Jugendliche als auch an Erwachsene. Ein besonderes Augenmerk sowie ein spezielles p├Ądagogisches Programm gilt Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern sowie Jugendlichen, die als Gefl├╝chtete nach Deutschland gekommen sind und hier im Rahmen politisch-historischer Bildung eine von Vielfalt gepr├Ągte Gesellschaft kennenlernen sollen.

Um auf die Bed├╝rfnisse eines ÔÇô m├Âglicherweise ausstellungsunerfahrenen ÔÇô Publikums besser eingehen zu k├Ânnen, werden neben der klassischen Pr├Ąsentation die Inhalte sowie Zusatzmaterial ├╝ber W-Lan als integratives Element der Ausstellung vermittelt und k├Ânnen mittels dem eigenen Smartphone oder Tablet vertieft werden.

Die Ausstellung wird an verschiedenen Orten Berlins gezeigt und damit vor allem Menschen erreichen, die sich nicht prim├Ąr mit j├╝dischem Leben auseinandergesetzt h├Ątten. Zudem wird die Ausstellung f├╝r Schulen ├╝ber das Internet zug├Ąnglich gemacht. Die Inhalte k├Ânnen also direkt im Unterricht auch au├čerhalb Berlins genutzt werden.

Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V.

Die KIgA ist seit 2003 vor allem in den Bereichen Antisemitismus, Islam/ Islamismus/ Antimuslimischer Rassismus und historisch-politische Bildung aktiv und macht komplexe, sensible und politisch brisante Inhalte zum Thema. Der Bildungstr├Ąger entwickelt Konzepte f├╝r die p├Ądagogische Auseinandersetzung mit Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft, erarbeitet modellhafte und lebensweltlich orientierte p├Ądagogische Ans├Ątze und Materialien f├╝r die politische Bildung und setzt sie in die Praxis um. Zielgruppe ist die Migrationsgesellschaft mit einem Schwerpunkt auf der Arbeit mit muslimisch sozialisierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Das Team arbeitet interdisziplin├Ąr und setzt sich aus Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen.

Ort: Abgeordnetenhaus von Berlin, Niederkirchnerstr. 5, 10117 Berlin-Mitte
Regul├Ąre ├ľffnungszeiten: 7. ÔÇô 27. November 2017
Montag-Freitag, 9.00-18.00 Uhr, Eintritt frei
Ausweis erforderlich
Ausstellungssprachen: Deutsch, Englisch, Arabisch
Anschlie├čend: verschiedene Orte in Berlin

Weitere Infos unter: www.lchaim.berlin und www.kiga-berlin.org