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26.05.2018

Die J├╝dische Oberschule in Berlin. Identit├Ąt und j├╝dische Schulbildung seit 1993. Autorin Sandra Anusiewicz-Baer im Interview mit AVIVA-Berlin
Sharon Adler

Die Koordinatorin des konservativen/Masorti Rabbinerseminars Zacharias Frankel College untersuchte, welche Rolle das J├╝dische Gymnasium Moses Mendelssohn bei der Schaffung und Bewahrung j├╝discher Identit├Ąt spielt, und welche Bedeutung der Besuch der J├╝dischen Oberschule auf die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler haben kann. Ergr├╝nden wollte sie vor allem, welche Relevanz die ehemaligen Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler selbst dem Schulbesuch f├╝r ihre Identit├Ąt zuschreiben. F├╝r ihre Dissertation wurde sie mit dem Sonderpreis "Judentum und Antisemitismus" des Humboldt-Preises 2017 ausgezeichnet.



Das J├╝dische Gymnasium Moses Mendelssohn in der Gro├čen Hamburger Stra├če 27 in Berlin-Mitte blickt seit seiner Wiederer├Âffnung 1993 auf eine gleicherma├čen traditionsreiche wie wechselvolle Geschichte zur├╝ck. In ihrer Dissertation untersucht Sandra Anusiewicz-Baer auch die Entwicklung und Bedeutung der Schule seit ihrer Gr├╝ndung als Freischule (hebr.: Chevrat Chinuch Ne┬┤arim) im Jahr 1778 bis zu der Zwangsschlie├čung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1942.

"Seit der Entstehung des modernen j├╝dischen Bildungswesens werden j├╝dische Schulen mit einem Anspruch versehen."

Diesem Anspruch gerecht zu werden, die Wiederbelebung, Erhalt und St├Ąrkung der j├╝dischen Gemeinschaft war oberstes Ziel bei der Einweihung der Schule im Jahr 1993. Das erste j├╝dische Gymnasium in Deutschland nach dem Nationalsozialismus startete mit 27 Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern. Heute besuchen mehr als 400 junge Menschen aus 20 Nationen das Gymnasium. 60% der Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler sind j├╝disch, 40 % sind nicht-j├╝disch.
Unter dem Leitgedanken Tikun olam versteht sich das J├╝dische Gymnasium Moses Mendelssohn "als Beispiel f├╝r lebendiges Judentum in Deutschland, zugleich aber als ein Lernort f├╝r gemeinsames Leben in der Spannweite von Toleranz, Akzeptanz und Integration".

F├╝r Sandra Anusiewicz-Baer stehen, anders als bei weiteren Arbeiten zum Thema, die unterschiedlicher Bewertungen und komplexen Entwicklungen der ehemaligen Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler im Zentrum ihrer Untersuchung: "Welche Erfahrungen haben sie an der Oberschule gemacht? Wie formte sich ihre jeweilige spezifische, individuelle Sch├╝lerpers├Ânlichkeit aus und welche Wirkung konnte die Schulzeit auch nach ihrem Ende entfalten?"

Vor dem Hintergrund ├Ąhnlicher Studien ├╝ber die Wirkung von Alternativ- und Reformschulen fragt sie danach, ob es einen "JOS-Effekt" gibt, und falls ja, worin er besteht. Was bedeutet den Absolventinnen und Absolventen die J├╝dische Oberschule nach Ende der Schulzeit, wie haben sie diese erlebt? Was ist die Einzigartigkeit dieser Schule? Welche Bedeutung und Anspruch hat sie in einem nichtj├╝dischen Umfeld? Um das herauszufinden, hat sie ausf├╝hrliche Interviews mit 23 "Ehemaligen" gef├╝hrt.
Das so entstandene Interviewmaterial umfasst 700 Seiten in Schriftform und bildet die Grundlage f├╝r ihre Untersuchung der Wechselwirkung von Schule und Biographie.
Im Empirischen Teil erkl├Ąrt sie ihr methodisches Vorgehen in der Interviewerstellung und Durchf├╝hrung, in Datenauswertung, und Interpretation der Interviews.
Exemplarisch f├╝r die Interviewergebnisse stellt Sandra Anusiewicz-Baer vier Fallportr├Ąts von Ehemaligen vor, die einen genauen Einblick geben in deren Lebensweg und welche Bedeutung sie der Schule darin zuschreiben.

Autorin Sandra Anusiewicz-Baer im Interview mit AVIVA-Berlin

AVIVA-Berlin:
├ťber einen Zeitraum vier Jahren haben Sie zum Zusammenhang zwischen j├╝discher Schulbildung und Identit├Ątskonstruktion am Beispiel der Absolventinnen und Absolventen der J├╝dischen Oberschule in Berlin geforscht. Was war der Hintergrund, was die Hauptfragen?
Sandra Anusiewicz-Baer: Allgemein wird angenommen, dass j├╝dische Schulen die Identit├Ąt ihrer Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler st├Ąrken. Diese Annahme wird am Beispiel ausgew├Ąhlter Absolventen und Absolventinnen der J├╝dischen Oberschule in Berlin (kurz JOS, jetzt J├╝disches Gymnasium Moses Mendelssohn) einer Revision unterzogen. Mir ging es vor allem darum, die Protagonisten selbst zu befragen. Um ihre Antworten einordnen zu k├Ânnen, werden verschiedene Identit├Ątskonzepte im Judentum und das spezifische Profil der Schule vorgestellt und dann mit den Identit├Ąten der Ehemaligen in Beziehung gesetzt.

AVIVA-Berlin: Ihre Arbeit ist in zwei gro├če Bereiche gegliedert. Der erste Teil stellt die theoretischen Grundlagen bereit, auf denen sich der zweite, empirische Teil entfaltet. Ihre Untersuchung beginnt dabei in Kapitel 1.1 mit einem historischen R├╝ckblick, der wesentlich weiter reicht als bis zum Gr├╝ndungsjahr der Oberschule 1993.
Sandra Anusiewicz-Baer: Ja, denn die Oberschule sieht sich in der Tradition der 1778 gegr├╝ndeten J├╝dischen Freischule. In vielen Zeugnissen, so auch in den Jubil├Ąumsschriften der JOS von 2003 und 2013, wird immer wieder Bezug auf die Freischule und der daraus hervorgegangenen Knabenschule der J├╝dischen Gemeinde genommen. Um den Stellenwert des Gymnasiums heute einordnen zu k├Ânnen, denke ich, ist die Auseinandersetzung mit dem Gr├╝ndungsgedanken der Freischule und allgemein der Entwicklung des j├╝dischen Schulwesens, wichtig. Es ging auch darum darzustellen, was unter j├╝discher Bildung in der jeweiligen Epoche verstanden wurde und wie sich dieses Verst├Ąndnis von der Situation, in der wir uns heute befinden, unterscheidet. Wurde die Freischule mit dem Anspruch gegr├╝ndet, armen j├╝dischen Jungen die M├Âglichkeit zu geben, weltliche F├Ącher, wie Mathematik und Geographie zu lernen, um ihre Berufschancen zu erh├Âhen, war ein Impetus f├╝r die Gr├╝ndung der Oberschule nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung, dass die Sch├╝ler j├╝dische Traditionen und Identit├Ąt vermittelt bekommen. Die Frage war dann, hat das funktioniert? Konnte der Besuch der JOS eine Nachhaltigkeit entwickeln?

AVIVA-Berlin: Wie wurden die Fragen beantwortet?
Sandra Anusiewicz-Baer: Um diese Fragen zu beantworten, habe ich 23 Absolventinnen und Absolventen interviewt. Das l├Ąngste Interview hat zwei eineinhalb Stunden gedauert. Das k├╝rzeste 45 Minuten. Ich wollte wissen, warum meine Gespr├Ąchspartner ├╝berhaupt auf der Schule gelandet waren, wie sich der schulische Alltag gestaltete und wie es nach der Schule weiterging.

AVIVA-Berlin: Wie sind Sie vorgegangen?
Sandra Anusiewicz-Baer: Der allererste Schritt bestand darin, Absolventinnen und Absolventen unterschiedlicher Jahrg├Ąnge zu finden, um eine m├Âglichst gro├če Bandbreite an verschiedenen Erfahrungen abbilden zu k├Ânnen. Die Interview- und Auswertungsphase haben sich dann abgewechselt. Manche Interviewpartner haben neue Aspekte in die Untersuchung eingebracht, was dazu gef├╝hrt hat, nach weiteren Interviewpartnern zu suchen. Die Gespr├Ąchspartner haben immer wieder neue F├Ąhrten ausgelegt, denen ich dann gefolgt bin. Ich habe auch Interviews gef├╝hrt mit Personen, die das heutige J├╝dische Gymnasium Moses Mendelssohn 1993 initiiert, seitdem begleitet, unterst├╝tzt und weiterentwickelt haben. Die haben nat├╝rlich eine andere Sichtweise auf die Schule, die ich mit den pers├Ânlichen Erz├Ąhlungen der ehemaligen Sch├╝erinnen und Sch├╝ler verglichen habe. Au├čerdem habe ich zahlreiche Briefe des Vorstandes und anderer Abteilungen, wie z.B. der Bauabteilung sowie Protokolle der Gremiensitzungen der Berliner J├╝dischen Gemeinde ausgewertet, in denen die ├ťberlegungen dokumentiert sind, wie diese Schule wohl am besten zu gr├╝nden sei, wie sich Sch├╝ler daf├╝r rekrutieren lie├čen und welche inhatlichen Schwerpunkte gesetzt werden sollten.

AVIVA-Berlin: Sie widmen sich in Ihrem Buch ausf├╝hrlich der Definition und Untersuchung von "Identit├Ąt". Dabei heben Sie auch besonders den Wandel j├╝discher Identit├Ąt "als Folge weitreichender gesellschaftlicher Ver├Ąnderungen" hervor. Welche sind das, bzw. hatte der Besuch der J├╝dischen Oberschule einen Einfluss darauf, wie sich die ehemaligen Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler heute wahrnehmen und wie sie von anderen gesehen werden?
Sandra Anusiewicz-Baer: Das Interessante ist hierbei, dass die Oberschule von au├čen mit Bedeutung aufgeladen wird, eben weil es bis zum Sommer 2016 das einzige J├╝dische Gymnasium in ganz Deutschland war. Dieser "Besonderheitszustand" ├╝bertr├Ągt sich auch auf die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler, die schnell realisieren, dass die Schule, die sie besuchen, anders im Fokus der ├ľffentlichkeit steht als eine "normale" Oberschule. Aufgrund der Mehrheitsverh├Ąltnisse und der inhaltlichen Ausrichtung der Schule entsteht innerhalb der Schulmauern ein "j├╝discher Raum". Ein Absolvent hat die JOS auch als "Biotop j├╝discher Mehrheitsgesellschaft" bezeichnet und damit dieses Raumprinzip treffend beschrieben. F├╝r eine extrem diverse Sch├╝lerschaft schafft diese Einrichtung einen Ort der Anerkennung. Es sind die j├╝dischen Kinder und Jugendlichen, die an der JOS die Mehrheit stellen und die festlegen, wer als Jude oder was als j├╝disch gilt. W├Ąhrend Juden in der deutschen Gesellschaft eine Promille-Minderheit darstellen, deren Identit├Ątskonstruktion immer auf ein ├ťbergewicht an Fremdbildern st├Â├čt, gelingt es ihnen innerhalb der J├╝dischen Oberschule ein "eigenes" Bild vom Judentum zu entwickeln. So erobern sich die Jugendlichen einen speziellen j├╝dischen Raum, der ihnen neben Schutz vor Antisemitismus die M├Âglichkeit bietet, ein Selbstbild zu entwerfen, das sich nicht allein an der Vorstellungswelt der Nichtjuden oder an der orthodoxen Definition orientiert. So wird beispielsweise die Selbstverortung eines Kindes mit j├╝dischem Vater akzeptiert und keine Fragen zum "j├╝dischen Stammbaum" gestellt. Wenn das Kind sich als j├╝disch begreift, dann findet diese Identit├Ąt in der Schule Anerkennung. Das kann freilich in starkem Kontrast zu dem stehen, was au├čerhalb der Schule passiert. Einige meiner Protagonisten mussten die schmerzliche Erfahrung machen, dass au├čerhalb der Schule ihre Zugeh├Ârigkeit zum Judentum allein nach halachischen Regeln bewertet wird und ihr Selbstverst├Ąndnis keine Legitimit├Ąt beanspruchen darf.

AVIVA-Berlin: Was sind die relevanten Ergebnisse aus Ihrer Forschung, welches j├╝dische Selbstverst├Ąndnis nehmen die Sch├╝ler und Sch├╝lerinnen aus Ihrer Sicht mit in ihr weiteres Leben?
Sandra Anusiewicz-Baer: Meine Protagonisten schaffen so etwas wie eine "Bildungsgemeinschaft", das hei├čt viele Absolventen und Absolventinnen bleiben dem Thema Judentum treu. Sie entscheiden sich entweder f├╝r ein Studium der Judaistik/J├╝dischen Studien, bauen sich ein Netzwerk j├╝discher Freunde und Freundinnen auf, w├Ąhlen j├╝dische Partner bzw. Partnerinnen oder verlagern ihren Lebensmittelpunkt nach Israel. Das Judentum bildet den gedanklichen Fixpunkt oder Interessensschwerpunkt, um den herum sich das Leben organisiert. Observanz oder Religiosit├Ąt spielen dabei eine sehr untergeordnete Rolle. Nur einer der 23 Untersuchungspersonen lebt heute orthodox. Die Schule st├Ąrkt also die Verbundenheit mit dem Thema Judentum, f├╝hrt jedoch nicht dazu, dass Religiosit├Ąt im Alltag gelebt wird. Mit wenigen Ausnahmen haben alle Gespr├Ąchspartner angegeben, weder Schabbat noch Kaschrut einzuhalten. Daran, so der Grundtenor, lie├če sich ihr Judentum nicht festmachen.

AVIVA-Berlin: Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Schulforschung und Biographieanalyse, Erziehungswissenschaft und Soziologie. An welches Lesepublikum wenden Sie sich und welche Ihrer theoretischen Erkenntnisse m├Âchten Sie in der Praxis umgesetzt sehen?
Sandra Anusiewicz-Baer: Ich m├Âchte mit der Untersuchung gern eine Diskussion mit anderen Bildungsforschern beginnen, was in unserer Gesellschaft und generell in Europa als j├╝dische Bildung verstanden wird und wie in j├╝dischen Schulen "Jewish literacy" hergestellt werden kann. Eine Erkenntnis besteht auf alle F├Ąlle darin, dass der "j├╝dische Raum", der durch die Schule geschaffen wird, nicht nur durch die j├╝dische Klientel entsteht, die man in der Schule antrifft, sondern ma├čgeblich durch die Inhalte bestimmt wird, die vermittelt werden. Die Lehrer sind mehrheitlich nichtj├╝disch und w├╝nschen den Kindern am Freitagnachmittag dennoch selbstverst├Ąndlich "Schabbat Schalom!" Sie erzeugen durch diese Ausdrucksmittel, durch die Auseinandersetzung mit Themen, die das Judentum zum Inhalt haben, einen "j├╝dischen Raum". Ich w├╝rde es deshalb gerne sehen, dass j├╝dische Schulen ein klares j├╝disches Profil und die Betonung j├╝discher Inhalte vorantreiben. Ich finde das auch wichtiger als z.B. auf "marktwirksame" Werbung zu setzen, wie bilingualen Unterricht in Englisch und Deutsch. Eine j├╝dische Schule sollte mit tollem Hebr├Ąischunterricht locken, nicht mit verst├Ąrktem Sprachunterricht in Englisch. Das ist das Alleinstehungsmerkmal und unsere besondere Kompetenz.

AVIVA-Berlin: Abseits der wissenschaftlichen Einordnung - Sie sind selbst Mutter zweier S├Âhne, welche Vorstellungen haben Sie f├╝r deren j├╝dische Bildung? Was erwarten Sie von einer j├╝dischen Schule, und welches Ergebnis soll oder kann am Ende einer j├╝dischen Schulbildung stehen?
Sandra Anusiewicz-Baer: Ich finde, j├╝dische Bildung f├Ąngt zun├Ąchst Zuhause an. Damit meine ich nicht nur das famili├Ąre, quasi nat├╝rliche Erleben und Erlernen von Ritualen, sondern auch die Sozialisation auf eine bestimmte Art zu denken. Ich lese mit meinem ├Ąlteren Sohn z.B. in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden "You be the Judge", ein Buch, in dem moralische Dilemmata vorgestellt werden und der Leser dazu angeregt wird, sich zu ├╝berlegen, wie er in der jeweiligen Situation reagieren w├╝rde. Am Ende eines jeden Dilemmas gibt es einen ├ťberblick, was die j├╝dischen Quellen dazu sagen. Das reicht von der Tora ├╝ber den Talmud bis zu Rambam und vielen anderen Weisen. Die Bespiele sind absolut aus dem Leben gegriffen und die "Aufl├Âsung" ist es auch. Da wird sehr deutlich, wie sehr sich Tora und Traditionsliteratur am Leben und menschlichen Limitierungen orientiert. Diese Literatur zu kennen, diese Art zu denken, das ist meine Vorstellung von j├╝discher Bildung. Die Schule kann und soll das verst├Ąrken oder vertiefen. Verschiedene Absolventinnen und Absolventen haben mir erz├Ąhlt, dass der Unterricht in J├╝discher Religionsphilosophie sie nachhaltig besch├Ąftigt hat und mit das Beste war, was sie aus der Schule mitgenommen haben. Viele nannten dieses Fach ihr Lieblingsfach, weil es da wirklich um profunde, essentielle Fragen ging. Sich den gro├čen Fragen des Lebens aus j├╝discher Sicht zu n├Ąhern und die Jungen und M├Ądchen mit Wissen auszustatten, dass sie diesen Fragen auch nach der Schulzeit begegnen k├Ânnen, das ist Aufgabe der j├╝dischen Schule.



├ťber die Autorin: Sandra Anusiewicz-Baer, 1974 in Dresden geboren, studierte Erziehungswissenschaften, Judaistik und Islamwissenschaft in Berlin und Haifa, sowie Kulturmanagement in Hamburg. Die ehemalige Bildungsreferentin und Leiterin der Kulturabteilung der J├╝dischen Gemeinde zu Berlin war Mitbegr├╝nderin und Herausgeberin des ersten j├╝dischen Elternmagazins im deutschsprachigen Raum "Familienmentsch". Ihre Dissertation mit dem Titel "Ein Biotop j├╝discher Mehrheitsgesellschaft: Zum Zusammenhang zwischen j├╝discher Schulbildung und Identit├Ątskonstruktion am Beispiel der Absolventinnen und Absolventen der J├╝dischen Oberschule in Berlin" untersucht an ausgew├Ąhlten Absolventinnen und Absolventen des J├╝dischen Gymnasiums in Berlin, welche Bedeutung eine j├╝dische Schulbildung f├╝r deren Leben und Selbstverst├Ąndnis hatte. Sie ist heute Koordinatorin des konservativen/Masorti Rabbinerseminars Zacharias Frankel College (zacharias-frankel-college.de).
Sandra Anusiewicz-Baer hat an der Humboldt-Universit├Ąt ein Promotionsstudium in Erziehungswissenschaften absolviert. F├╝r ihre Dissertation wurde sie mit dem Sonderpreis "Judentum und Antisemitismus" des Humboldt-Preises 2017 ausgezeichnet.
Mehr Informationen zur Auszeichnung unter: www.hu-berlin.de




Sandra Anusiewicz-Baer
Die J├╝dische Oberschule in Berlin
Identit├Ąt und j├╝dische Schulbildung seit 1993

410 Seiten, kartoniert
ISBN 978-3-8376-4019-9
transcript Verlag, erschienen im September 2017
39,99 Euro
Mehr Infos zum Buch sowie ein weiteres Interview mit Sandra Anusiewicz-Baer finden Sie unter:

www.transcript-verlag.de

Mehr Informationen zur Geschichte des J├╝dischen Gymnasiums Moses Mendelssohn unter:

josberlin.de



Copyright Foto der Humboldtpreisverleihung: Stephan R├Âhl, HU Berlin
Copyright Portraitfoto von Sandra Anusiewicz-Baer: Maria Conradi