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25.05.2018

Dream Wife - Dream Wife
Christina Mohr

Kaum zu glauben, aber wahr: Das Trio Dream Wife, Leadsängerin Rakel Mjöll, Gitarristin Alice Go und Bassistin Bella Podpadec, wurde zunächst nur als Uni-Projekt gegründet, um auf die Rolle von Frauen in der Gesellschaft hinzuweisen. Doch die Chemie der drei Musikerinnen war so kraftvoll, dass sie einfach als Band zusammenbleiben mussten…



Dream Wife sind eine Supergroup mit Ansage, der Hype um sie ist ihnen schlichtweg vorausgeeilt: Gegründet 2015, avancierten die drei schnell zu Live- und Festivallieblingen in England und darüber hinaus: The Kills luden sie als Support-Act für ihre USA-Tour ein. Deshalb dauerte es ein wenig mit der Fertigstellung des Debütalbums – aber jetzt ist es endlich da!

Die aus Island stammende Leadsängerin Rakel Mjöll, Gitarristin Alice Go und Bassistin Bella Podpadec lernten sich an der Kunsthochschule in Brighton kennen. Anlässlich eines Seminars taten sie sich als Fake-Rockband zusammen – benannt nach der gleichnamigen romantic comedy aus dem Jahr 1953 mit Deborah Kerr und Cary Grant in den Hauptrollen. Dieser Film aus der goldenen Hollywood-Ära hat einen überraschend feministischen Touch – und ist damit idealer Namenspate für die drei Musikerinnen, die natürlich alles andere sein wollen als typische "Traumehefrauen".

Das Dream-Wife-Kunstprojekt (das Auftritte, eigens geschriebene Songs und eine "Mockumentary" im Stile von "Spinal Tap" umfasste) wurde so erfolgreich, dass Mjöll, Go und Podpadec in bester DIY-Manier beschlossen, als Band weiterzumachen. Ihre erklärten Vorbilder sind Madonna, David Bowie, Grimes und Blondies Debbie Harry, was sich musikalisch allerdings kaum niederschlägt: Dream Wife spielen Power-Punkrock im Geiste Sleater-Kinneys und Bikini Kill – aber auch Bananarama, den Bangles, und Björks einstiger Band Sugarcubes, denn bei aller riot-grrrligen Attitüde sind die drei Künstlerinnen sehr hookline-affin und durch und durch poppig. Das macht auf Albumlänge großen Spaß: Der Opener "Let´s make Out" ist ein lautes Heavy-Metal-Gewitter, bei "Somebody" nehmen Dream Wife das Tempo ein wenig heraus, damit die Lyrics besser zur Geltung kommen ("I am not my body / I am somebody")

Dream Wife verstehen sich als echte Feministinnen, was thematisch in fast jedem Song eine Rolle spielt. Ob "Act My Age", "Right Now" oder auch das schmachtende "Love Without Reason", stets machen Dream Wife klare Ansagen in punkto Geschlechtergerechtigkeit, Machogehabe und schwesterlichem Empowerment.
Wenn die drei Powerfrauen demnächst für ein paar Konzerte nach Deutschland kommen, sollte frau sich das nicht entgehen lassen!

AVIVA-Tipp: Musikalisch erfinden Dream Wife zwar das Rad nicht neu - bei so viel Energie, Engagement und Spaß an der Sache ist das auch nicht nicht notwendig. Das Trio entwickelt sich quasi bei laufender Kamera vom halb-ernst gemeinten Kunstprojekt zu feministischen Punk-Hoffnungsträgerinnen – was will frau mehr?

Dream Wife - Dream Wife
Label: Lucky Number Music
VÖ: 26.01.2018
Vertrieb: Rough Trade

Tracklisting:

01. Let´s Make Out
02. Somebody
03. Fire
04. Hey Heartbreaker
05. Love Without Reason
06. Kids
07. Taste
08. Act My Age
09. Right Now
10. Spend The Night
11. F.U.U.

Dream Wife im Netz:

facebook.com/dreamwifedream und dreamwife.bandcamp.com