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12.12.2019

Antisemitismus in der Schule: Erste Bundesweite Bestandsaufnahme dokumentiert geringes Problembewusstsein und Engagement bei schulischen AkteurInnen und Bundesländern
Anita Oberlin, Sharon Adler

Antisemitische Haltungen von LehrerInnen und SchülerInnen, antisemitische Inhalte und Weiterverbreitung von Klischeebildern in Schulbüchern. Das Schul- und Universitätssystem weist diverse Schwachstellen auf, die Antisemitismus in Bildungseinrichtungen erst möglich machen. Das Gutachten des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin mit der Universität Gießen vom Januar 2019 liefert …



… zwar keine Zahlen. Dafür zeigt es präzise auf, wo Handlungsbedarf besteht.

Bereits im vergangenen Jahr wurde über mehrere Vorfälle von antisemitischem Mobbing an Berliner Schulen berichtet. Die dem Bundesverband der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS Berlin) bekannt gewordene Zahl antisemitischer Vorfälle an Bildungseinrichtungen hat sich seitdem verdoppelt. Dieser Anstieg zeigt: Das Problem wächst und es muss dringend gehandelt werden. Und doch: Trotz zahlreicher antisemitischer Vorfälle an deutschen Schulen gibt es bislang kaum empirische Forschungen.

Antisemitismus – ein gesamtgesellschaftlicher Missstand

Seit dem 20.12.2018 können Betroffene und ZeugInnen von antisemitischen Vorfällen diese bundesweit melden. Damit werden deutschlandweit einheitlich Daten zu antisemitischen Vorfällen unabhängig von ihrer Strafbarkeit erhoben: Die 2015 gegründete Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS Berlin) hat dafür dem Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Bundesverband RIAS) ihre Meldetechnologie zur Verfügung gestellt. Auch die Interventions- und Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung "OFEK", die 2017 vom Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment ins Leben gerufen wurde, erfasst Fälle von Antisemitismus. Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST), zu der das Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment gehört, führte im November 2018 ein Symposium zum Thema "Antisemitismus in der Schule. Ein beständiges Problem?" durch. Es wurden konkrete Fälle an Schulen thematisiert und darüber diskutiert, wie die Institution Schule zu einem sicheren Ort werden kann, an dem antisemitische Diskriminierung keinen Platz hat. In ihrer Keynote fragte die Leiterin des Kompetenzzentrums, Marina Chernivsky, danach, wie Antisemitismus wirksam entgegnet werden kann und welche Rolle und Bedeutung dabei der Bildung, welche der Politik, welche der Gesellschaft zukommt. Auf dem Symposium waren die DiskutantInnen und Vortragende sich einig: es fehlt an Bewusstsein für Antisemitismus als gesamtgesellschaftlichem Missstand, der nur langsam als solcher in der Öffentlichkeit erkannt wird. Zwar zeigten sich in den genannten Initiativen Bestrebungen, das Thema präsenter zu machen, doch fehlten beständige Grundlagenforschung und auch die empirische Erfassung antisemitischer Übergriffe an Schulen stehe noch am Anfang.

Defizite gibt es auf allen Ebenen

Antisemitismus wirksam zu bekämpfen, haben sich auch Prof. Dr. Samuel Salzborn von der TU Berlin und Dr. Alexandra Kurth von der Universität Gießen zur Aufgabe gemacht. Mit der ersten bundesweiten Bestandsaufnahme "Antisemitismus in der Schule" liefern sie eine systematische Überlegung: In welchen Bereichen, die das Schulsystem betreffen, muss gehandelt werden?

Defizite bei den Rahmenrichtlinien und Lehrplänen stellen die beiden WissenschaftlerInnen in ihrem Gutachten bereits auf der obersten Ebene der Länder und Ministerien fest. Schulleitungen und Schulaufsichtsbehörden, so Salzborn und Kurth, müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und disziplinarische Maßnahmen bei antisemitischen Vorfällen auch umsetzen. Ebenfalls unzureichend ist laut Gutachten die universitäre Ausbildung von LehrerInnen. Gravierende Mängel sind außerdem in den Schulbüchern festzustellen. Die Ursachen dafür lägen sowohl in Quantität als auch Qualität von Fakten über Antisemitismus in den Lehrbüchern. Zwar ist "in allen Bundesländern in allen Schultypen und Schulstufen der Nationalsozialismus und die Shoah als Unterrichtsgegenstand vorgeschrieben", schreiben Kurth und Salzborn, "hinreichend für die schulische Befassung mit Antisemitismus ist das aber nicht". Dadurch, dass Antisemitismus in der Regel im Rahmen der Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus thematisiert wird, "scheint er nicht nur keine Vorgeschichte, sondern auch keine Nachgeschichte zu haben". Zu Recht kritisieren der Antisemitismusforscher und die Politikwissenschaftlerin, dass in Schulbüchern die "zahlreichen Erscheinungsformen von Antisemitismus vor und nach dem Nationalsozialismus bis in die Gegenwart" gar nicht oder ungenügend behandelt werden. Hinzu komme außerdem eine "wahlweise überwältigende oder unterfordernde Didaktik".

Schulen müssen ihrer Verantwortung gerecht werden. Für strukturelle Veränderungen aber sind die Kultusministerien zuständig – Kompetenzen und Verantwortlichkeiten

Gegenüber antisemitischen Vorfällen innerhalb der Schule fordern Salzborn und Kurth eine "Null-Toleranz-Grundhaltung": LehrerInnen und Schulleitung müssen dazu angehalten werden, antisemitische Diskriminierungen seitens LehrerInnen und SchülerInnen umgehend zu thematisieren und "als falsch" zu kennzeichnen. Um dies strukturell abzusichern, müssen die bundesweit arbeitenden Meldesysteme wie die des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Bundesverband RIAS) für antisemitische Vorfälle konsequent genutzt werden. Hier sind auch die Schulaufsichtsbehörden gefragt. Doch die Realität, so stellt die Bestandsaufnahme fest, sieht anders aus.

Wieviel noch getan werden muss, zeigt das Gutachten mit einer Erhebung der "bisherigen und geplanten Aktivitäten gegen Antisemitismus in der Schule der Kultusministerien der Länder". Das Ergebnis: insgesamt entsteht ein wenig engagiertes Bild der einzelnen Bundesländer, die auf Nachfrage erschreckend wenige konkrete Maßnahmen für den schulischen Alltag benennen. Beispielsweise gibt Schleswig-Holstein an, "in Zukunft in möglichst vielen Jahrgangsstufen und Fächern Geschichte und Gegenwart des Judentums" unterrichten zu wollen. An Berliner Schulen ist immerhin im Fach Geschichte das Modul "Juden, Christen und Muslime" für die 7./8. Jahrgangsstufe verankert. Als großes Problem erkennt das Gutachten die Tatsache, dass die meisten Bundesländer aber vor allem auf außerschulische Bildungsangebote verweisen würden. Den WissenschaftlerInnen zufolge würden diese in der Regel von LehrerInnen in Anspruch genommen, die bereits über ein Problembewusstsein verfügten oder sie würden erst dann von Schulen genutzt, wenn Antisemitismus bereits als manifestes Problem im schulischen Alltag sichtbar geworden ist.

"Antisemitismus in der Schule ist ein öffentliches Thema, dem sich manche schulische Akteure entziehen möchten" so der Antisemitismusforscher Samuel Salzborn und die Politikwissenschaftlerin Alexandra Kurth. Darüber hinaus seien ihrer Meinung nach die Angebote der Bundeszentrale für politische Bildung, die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, das Kompetenzzentrum Prävention und Empowerment der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland oder die Kölner Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus zwar wichtig, könnten aber nach wie vor nicht flächendeckend arbeiten und funktionierten hauptsächlich als Krisenintervention.

Antisemitischem Denken die Grundlagen entziehen

Das Hauptaugenmerk des Gutachtens liegt auf der Prävention. Appelle seien pädagogisch wenig erfolgversprechend: "die oft gut gemeinte, aber immer schlecht wirkende Moralisierung, die nicht über Fakten und Inhalte spricht, (…) schwächt damit faktisch die Urteilskraft". Sinnvoll dagegen sei eine breitgefächerte Wissensvermittlung über die Vielfalt des Judentums. Geschichte und Kultur des Judentums sollten fächerübergreifend unterrichtet werden. Um dies zu gewährleisten, fordern die ForscherInnen, durch adäquate Lehrpläne und Schulbücher angemessene strukturelle Rahmenbedingungen zu schaffen, damit antisemitischem Denken die Grundlagen entzogen werden. Dafür setzen sie bereits in der Lehramtsausbildung an und benennen drei strukturelle Ebenen, auf denen Verbesserungen nötig sind: zum einen müssten Studienordnungen "um verbindliche Elemente zum Themenfeld Antisemitismus" ergänzt werden, Fachverbände wie der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD), die Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW), die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS), die Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE), müssten "politisch in die Pflicht genommen werden, um ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung gerecht zu werden" und nicht zuletzt müssten neue Professuren geschaffen werden. "In der Politikwissenschaft etwa gibt es in ganz Deutschland keine einzige Professur für Rechtsextremismus- oder Antisemitismusforschung, in der Geschichtswissenschaft sind es zwei für Antisemitismusforschung, beide in Berlin", stellen die AutorInnen des Gutachtens fest und fassen zusammen: "will man an der bundesweit verbesserungswürdigen Ausbildungssituation an den Universitäten für angehende LehrerInnen mit Blick auf das Themenfeld Antisemitismus etwas ändern (…) muss man die Fachkulturen in denjenigen Fächern, die sich von dem Realbedarf in der Lehramtsausbildung entfernt haben, proaktiv umgestalten."

Unzureichende Wissensvermittlung im Lehramtsstudium und schlechte Schulbücher

Den AutorInnen des Gutachtens zufolge ist das Lehramtsstudium allein in Hinblick auf das Thema Holocaust und Nationalsozialismus mangelhaft. Die von Prof. Salzborn und Dr. Kurth zitierte Studie "Die universitäre Lehre über den Holocaust in Deutschland" der Freien Universität Berlin vom Januar 2018 kommt nach der Sichtung von Vorlesungsverzeichnissen von 79 Hochschulen zu dem Ergebnis: Eineinhalb Veranstaltungen pro Semester und Hochschule behandelten das Thema Holocaust im weiteren Sinne."Dabei ist zu berücksichtigen, dass dieser Untersuchung bewusst eine relativ breite Definition davon, was eine Lehrveranstaltung zum Thema Holocaust ist, zugrunde gelegt wurde". Verengt auf den Zeitraum 1933 bis 1945 sind es sogar nur 0,5 Veranstaltungen pro Semester. Aus diesem Befund zieht das Gutachten den Schluss: "Es gibt kein regelmäßiges und grundlegendes Lehrangebot an deutschen Hochschulen auf diesem Gebiet" und befindet "dass der Nationalsozialismus heute nicht mehr zum Kerncurriculum politikwissenschaftlicher Lehre gehört und bestenfalls hier und da noch von engagierten Lehrenden, häufig nur Lehrbeauftragten in Einzelveranstaltungen angeboten wird, ist Teil einer Realität, in der die Politikwissenschaft in der Fläche kaum noch in der Lage ist, Lehramtsstudierende kompetent auf die Themenfelder Antisemitismus oder Rechtsextremismus vorzubereiten."

Eine andere Schwachstelle sind die Schulbücher. Das Gutachten misst den Schulbüchern - zu Recht - eine zentrale Bedeutung in der schulischen Bildung bei, da ihre Autorität aus der SchülerInnenperspektive über die der Lehrenden hinausgeht. Vor diesem Hintergrund ist es Besorgnis erregend, dass laut der Studie vier Bundesländer auf die zentrale Überprüfung ihrer Schulbücher verzichten. Damit übertragen sie eine "hoheitliche Befugnis auf niederrangige Akteure", das Kultusfeld werde damit "de facto nicht mehr Länder- sondern Schulsache". Das Resultat ist eine Überforderung des schulischen Personals, das "nicht unbedingt die Kompetenzen in den Bereichen Antisemitismus, Judentum und Israel" habe, um einzuschätzen, welches Lehrmaterial überhaupt geeignet ist und die "didaktischen sowie bildungs- und erziehungspolitischen Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes erfüllt".

Die konkrete Kritik der AutorInnen an den Schulbüchern umfasst, dass Antisemitismus oft lediglich als Teil des Nationalsozialismus dargestellt wird und der Eindruck entstehen kann, dass Antisemitismus mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs historisch erledigt sei. Dass damit die Geschichte, Kultur und Religion des Judentums als Teil der europäischen Geschichte und Gegenwart ausgeblendet wird, ist eine gravierende Bildungslücke im deutschen Schulsystem. Ziel der Schulbildung sollte sein, dass SchülerInnen die Vielfalt jüdischen Lebens und jüdischer Kultur kennen lernen und historisches Wissen vermittelt bekommen, sodass antisemitisches Denken erst gar nicht entsteht. Dieser Ansicht ist auch die im Gutachten zitierte "Untersuchung der Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission" (DISBK), die zwischen 2010 und 2015 Schulbücher stichprobenartig überprüfte. Untersucht wurden Geschichts-, Geographie- und Sozialkundebücher beider Länder. Im Fokus standen dabei die Darstellung des jeweils anderen Landes, seiner Geschichte und Gesellschaft.

Prof. Salzborn und Dr. Kurth zufolge müssten die Schulbuchverlage dazu angehalten werden, ihre Lehrmittel in diesen thematischen Bereichen einer systematischen Prüfung zu unterziehen und gegebenenfalls die eigenen AutorInnen zu schulen oder mit wissenschaftlichen Einrichtungen zur Geschichte, Kultur und Religion des Judentums zusammenzuarbeiten.

AVIVA-Fazit: Zentrale Leistung der Untersuchung ist das detaillierte Aufzeigen konkreter Maßnahmen. Es wird herausgearbeitet, welche AkteurInnen in Politik, Hochschulbildung und Schulverwaltungssystem die Rahmenbedingungen schaffen müssen, um Antisemitismus zu bekämpfen. Damit bietet die Studie unmittelbare Handlungsempfehlungen für all diejenigen, die in diesen Bereichen Verantwortung tragen.

Die Ergebnisse der ersten bundesweit vergleichenden Bestandsaufnahme zum Themenfeld "Antisemitismus in der Schule" sind online einsehbar unter: www.tu-berlin.de

Mehr zum Thema:

Die Studie "Die universitäre Lehre über den Holocaust in Deutschland" der Freien Universität Berlin (Januar 2018) von Verena Nägel und Lena Kahle, deren Ziel es war, den "Ist-Zustand der universitären Vermittlung des Holocaust in Deutschland zu ermitteln, zu beschreiben und Besonderheiten und Trends aufzuzeigen" ist online einsehbar unter:
refubium.fu-berlin.de

Fachsymposium der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST) in 2018: "Antisemitismus an der Schule. Ein beständiges Problem?"
www.zwst-kompetenzzentrum.de

Ende 2018 wurden die Ergebnisse der CNN-Studie zu Antisemitismus in Europa bekannt gegeben, wonach 40 Prozent der befragten jungen deutschen Erwachsenen im Alter von 18 bis 34 Jahren angaben, dass sie wenig oder gar nichts über den Holocaust wüssten.
edition.cnn.com

Laut einer repräsentativen Umfrage der forsa Politik- und Sozialforschung GmbH im Auftrag der Körber-Stiftung zum Thema "Geschichtsunterricht" aus dem Jahr 2017 wissen nur 59 Prozent der befragten SchülerInnen, dass Auschwitz-Birkenau ein Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazis war. Bei den 14- bis 16-Jährigen sind es sogar nur 47 Prozent.

In einer Studie der Bertelsmann Stiftung mit dem Titel "Deutschland und Israel heute: Verbindende Vergangenheit, trennende Gegenwart?" wird deutlich, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen hinsichtlich Akzeptanz, Interesse, Schuld, Erinnerung, Herkunft und Grenzen sind.
www.bertelsmann-stiftung.de

Organisationen, Initiativen und Handlungsempfehlungen gegen Antisemitismus:

Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) und Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Bundesverband RIAS): www.report-antisemitism.de und auf Facebook: www.fb.com/AntisemitismusRechercheBerlin

Amadeu Antonio Stiftung: www.amadeu-antonio-stiftung.de und www.facebook.com/AmadeuAntonioStiftung

Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. (JFDA): jfda.de, auf Facebook: fb.com/juedischesforum, Twitter: twitter.com/JFDA_eV, Youtube: www.youtube.com, Instagram: www.instagram.com/jfda_ev

Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment (ZWST): zwst-kompetenzzentrum.de

Anne Frank Zentrum e.V.: www.annefrank.de

Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus KIgA e.V.: www.kiga-berlin.org

Die Handlungsempfehlungen des "Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus" sind online unter:

www.bundestag.de

Die zentralen Forderungen des "Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus" sind online unter:

www.bundestag.de

Mehr Infos zum Thema:

Das Gesetz zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken (Netzwerkdurchsetzungsgesetz – NetzDG, Stand: 7. September 2017) finden Sie unter:
www.bmjv.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Erste bundesweite Meldestelle für antisemitische Vorfälle gegründet - Bundesverband RIAS
Betroffene und ZeugInnen von antisemitischen Vorfällen können diese seit dem 20.12.2018 nun auch bundesweit melden. Die 2015 gegründete Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS Berlin) stellt dem Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Bundesverband RIAS) seine Meldetechnologie zur Verfügung. (2018)

RIAS-Bericht über das erste Halbjahr 2018: Antisemitismus gewalttätiger und gezielter
Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) stellte am 25.10.2018 den Bericht antisemitischer Vorfälle von Januar bis Juni 2018 vor. Insgesamt wurden 527 Vorfälle in Berlin erfasst. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (514 Vorfälle) blieb die Gesamtzahl erfasster antisemitischer Vorfälle in Berlin konstant auf hohem Niveau. Besonderen Anlass zur Sorge gibt die deutliche Zunahme gemeldeter antisemitischer Angriffe und Bedrohungen. Mehr Informationen sowie Links zu Initiativen gegen Antisemitismus auf AVIVA-Berlin. (2018)

Langzeitstudie im Juli 2018 erschienen: Antisemitismus 2.0 und die Netzkultur des Hasses
Das Thema: "Judenfeindschaft als kulturelle Konstante und kollektiver Gefühlswert im digitalen Zeitalter". Die auf umfangreichem Datenmaterial basierende Studie zeigt unter anderem: "Antisemitismen haben im Netz signifikant zugenommen und der klassische Judenhass ist vorherrschend". AVIVA meint: Die Ergebnisse sind wenig überraschend, den "Betroffenen" in allen Facetten seit Jahren bestens bekannt. Und doch: Die große Medienpräsenz auf genau diese Untersuchung zeigt endlich den dringenden Handlungsbedarf auf. (2018)

Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. (JFDA) begeht 10-jähriges Jubiläum
Mit einer Feier im Festsaal des Rathauses Charlottenburg hat das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. (JFDA) am 26. Juni 2018 zusammen mit rund 200 GästInnen sein 10-jähriges Bestehen gefeiert. Lala Süsskind, die Vorsitzende des JFDA, Levi Salomon, Sprecher des JFDA und Samuel Salzborn, Gastprofessor am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin äußern Hoffnungen und Forderungen. Eine Bestandsaufnahme. (2018)

Bericht antisemitischer Vorfälle in Berlin 2017 vorgelegt: Anzahl der Vorfälle bedenklich
Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) legte am 18. April 2018 ihren Bericht antisemitischer Vorfälle für das vergangene Jahr vor. Für 2017 hat RIAS insgesamt 947 antisemitische Vorfälle in Berlin erfasst. Im Jahr 2016 wurden 470 antisemitische Vorfälle in Berlin registriert, im Jahr 2015 waren es 405 Fälle. (2018)

ZWST eröffnet neue Beratungsstelle für Betroffene antisemitischer Gewalt in Berlin
Mit der neuen Beratungsstelle soll ein Angebot speziell für Ratsuchende nach Erfahrungen antisemitischer Gewalt geschaffen werden, das sich durch einen niedrigschwelligen Ansatz auszeichnet. (2017)

Zahl gemeldeter antisemitischer Vorfälle in Berlin bleibt hoch
Im Jahr 2016 erfasste die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) 470 antisemitische Vorfälle in Berlin. Die Zahl der registrierten Vorfälle ist damit gegenüber dem Vorjahr (2015: 405 Fälle) um 16 % angestiegen. Die Zahl der von Antisemitismus Betroffenen hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. (2017)

Kooperation will Antisemitismus sichtbar(er) machen und den Betroffenen zur Seite stehen

Hass ist keine Meinung. Nicht mal im Internet
Unter diesem Motto launcht das #NoHateSpeech Movement seine Webseite mit einem Online-Flashmob gegen Hass im Netz am 22. Juli 2016. So will die Initiative langfristig Strukturen für aktives Engagement gegen Online-Hetze schaffen. (2016)

#NichtEgal - Initiative gegen Hass im Netz
Hasskommentare nehmen in den sozialen Netzwerken zu. Am 19. September 2016 startete Youtube eine bundesweite Kampagne, mit der sie die positiven und toleranten Stimmen im Netz verstärken und zeigen will, dass Hass im Netz #NichtEgal ist. (2016)

Kein Byte den Nazis. Online-Kampagne Soziale Netzwerke gegen Nazis
20 soziale Netzwerke des Web 2.0 haben sich auf Anregung von Netz-gegen-Nazis zusammengeschlossen, um ihre UserInnen gegen Rechtsextremismus im Internet stark zu machen. Es geht darum, nicht wegzusehen, Position zu beziehen und das Internet nicht zu einem Raum verkommen zu lassen, in dem Persönlichkeitsrechte und Menschenwürde keinen Wert mehr haben. Mit Linkliste zu weiteren Initiativen. (2010)

Zentralrat der Juden bereitet Klage gegen Google und YouTube vor
Hakenkreuzvideos und brauner Sumpf auf YouTube. Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland geht mit einstweiliger Verfügung bei Hamburger Gericht gegen die US-Firma vor. (2008)

"Mit Antisemitismus und Antiamerikanismus in die Charts"
Immer mehr rechtsextreme und verfassungsfeindliche Inhalte finden bei Internetportalen wie youtube und myspace Verbreitung und gelangen so ungefiltert in die Kinderzimmer und Schulen. (2007)

Hinweis in eig. Sache: Die Linkliste "Initiativen und Handlungsempfehlungen gegen Antisemitismus" spiegelt eine zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuelle Auswahl von AVIVA-Berlin (kein Anspruch auf Vollständigkeit).


Quelle:
"Antisemitismus in der Schule. Erkenntnisstand und Handlungsperspektiven. Wissenschaftliches Gutachten" Samuel Salzborn, Alexandra Kurth (Januar 2019)
TU Berlin. Zentrum für Antisemitismusforschung: Medieninformation Nr. 12/2019