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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 14.06.2009

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Noémi Kiss - Was geschah, während wir schliefen
Clarissa Lempp

Die ungarische Literaturdozentin schreibt sich in diesem Erzählband den Bukowski von der Frauenseele. Sie reist durch das östliche Europa und schroffe Gefilde menschlicher Innen- und Außenwelten.



Auf der Toilette einer zwischenweltigen Berliner Szenekneipe ermordet eine transsexuelle Sexarbeiterin ein M√§dchen. Zeugen sind die Barbesucher: Ein Drehbuchautor und die Berlinreisende Icherz√§hlerin, der Barmann und Liebhaber der M√∂rderin, das drogenkriminelle Nebenpublikum mit internationaler Herkunft ‚Äď klischeehafte Nachtgestalten in der st√§dtischen Wirklichkeit. Aus der aufgesetzten N√§he der berauschten Partygemeinschaft wird die despotische Bl√∂√üe, die das Schreckenserlebnis auf jede/n Einzelne/n wirft. Eine schlechte "Tatort"-Folge des Drehbuchautors und "die ganze Wahrheit" in einem Boulevardzeitung-Spezial schenken der Nacht traurigen Ruhm.

Die Erz√§hlungen von No√©mi Kiss fokussieren Abgr√ľnde menschlicher Begegnungen.Aus der Aff√§re zweier Schriftstellerinnen auf einer Reise durch Osteuropa wird eine Trag√∂die. Aus der poetischen Beschreibung eines schlafenden Paares wird eine Metapher √ľber die Selbstaufgabe, aus der multikulturellen Liebesgeschichte ein Melodrama um h√§usliche Gewalt. Immer aus der Perspektive der Ich-Erz√§hlerin beschw√∂rt Kiss die dunklen Seiten menschlicher Beziehungen in Berlin, Frankfurt Oder, Budapest oder Belgrad, mal traumhaft, mal zynisch, mal analytisch. Ihre Figuren tanzen auf dem Drahtseil, leben in extremen Verh√§ltnissen, sind gescheitert. Oft sind sie Fremde an den Orten ihrer Existenz, im eigenen Leben. No√©mi Kiss l√§sst ihre Figuren Grenzen sp√ľren und √ľberschreiten, geographisch, psychisch, k√∂rperlich, sexuell. Sie zeichnet Figuren der zuf√§lligen Begegnung, des t√§glichen Lebens und aus der Unsch√§rfe, die zwischen den Welten hin- und hergeworfen werden.

Zur Autorin: No√©mi Kiss, geb. 1974 in G√∂d√∂ll√Ķ, studierte Hungarologie, Komparatistik und Soziologie u.a. in Konstanz. Sie ver√∂ffentlichte zahlreiche Essays, Erz√§hlungen und Kritiken in deutscher und ungarischer Sprache. Kiss ist seit 2000 Dozentin f√ľr Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universit√§t Miskolc. (Verlagsinformation)

AVIVA-Tipp: No√©mi Kiss schreibt von Exzessen und Verwundbarkeit, vom Leben und Tod und genauso kontrovers ist auch ihr Sprachstil. Direkt, fast obsz√∂n und dann ganz fein, fast theatralisch. Wie ihre Figuren taumelt auch die Autorin zwischen den Extremen. Das wirkt anfangs etwas k√ľnstlich, die pr√§zise Erz√§hlstruktur etwas kleinlich, fast gewichtslos. Doch bald entfesselt die episodenhafte und dramaturgische Zusammenstellung einen Erz√§hlsog zwischen den sechs Texten, die in ihrer unbesch√∂nigten und doch z√§rtlichen Art an die gro√üartige "Beautiful Losers"-Attitude der amerikanischen Literatur der 1960er erinnern.

Noémi Kiss
Was geschah, während wir schliefen

Aus dem Ungarischen von Agnes Relle
Matthes&Seitz Verlag, Berlin, erschienen 2009
192 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-88221-743-8
19,80 Euro

Literatur > Romane + Belletristik Beitrag vom 14.06.2009 Clarissa Lempp 





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