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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 10.12.2013

BLAU IST EINE WARME FARBE. Kinostart: 19. Dezember 2013
AVIVA-Redaktion

Mädchen gehen mit Jungs aus – das stellt die 15-jährige Adèle nicht in Frage. Doch das ändert sichschlagartig, als sie Emma trifft. Die Künstlerin mit den blauen Haaren lässt sie ungeahnte Sehnsüchte entdecken, bringt sie dazu sich selbst zu finden, als Frau und als Erwachsene.



Nach der Buchvorlage von Julie Maroh erzählt Regisseur Abdellatif Kechiche mit einfachen filmischen Mitteln pur, direkt und mit einer dynamischen, fließenden Kamera aus dem Leben der jungen Adèle (Adèle Exarchopoulos) und ihrer großen Liebe, der Künstlerin Emma (Léa Seydoux).

Die 15-jährige Adèle ist eine gute Schülerin, sie liest gerne und hat das feste Ziel, später Lehrerin zu werden. Mit ihren besten Freundinnen sitzt sie im Café, als die Mädchen bemerken, dass der gutaussehende Thomas ein Auge auf sie geworfen hat. Kurz darauf trifft sie Thomas allein im Bus, sie verabreden sich für ein erstes Date. Doch kurz vor ihrem Treffen, passiert es: Adèle ist spät dran, als sie eilig eine Straße überquert fällt ihr Blick auf eine junge Frau, das Haar kurz und blaugefärbt, den Arm um eine Frau geschlungen. Dieser kurze Blick, diese Begegnung, wirft Adèle aus der Bahn, fast wäre sie auf der befahrenen Straße stehengeblieben.

Verwirrt von dieser Begegnung, trifft Adèle auf Thomas. Sie gehen ins Kino, sie kßssen sich. Aber nach Hause geht sie alleine. In ihren Gedanken ist sie bei der jungen Frau mit den blauen Haaren. Trotzdem trifft sich Adèle zunächst weiterhin mit Thomas und sie schlafen miteinander. "Es war gut", sagt sie danach. Doch kurz darauf beendet sie die Liaison. Ihr fehle etwas im Zusammensein mit Thomas, gesteht sie ihrem besten Freund Valentin und ein Kuss mit einer Mitschßlerin verstärkt Adèles Gefßhlschaos.

Eines Abends nimmt Valentin sie mit in eine Schwulenbar. Während sich Valentin und seine Freunde amüsieren, erblickt Adèle eine Gruppe junger Frauen und folgt ihnen in eine andere Bar. Als sie sich noch unsicher umsieht, hat die junge Frau mit dem blauen Haar sie schon längst entdeckt. Sie kommen ins Gespräch. Adèle erfährt, dass sie Emma heißt, an der Akademie der schönen Künste studiert und ein paar Jahre älter und gebildeter als die Schülerin ist. Emma zieht an diesem Abend weiter und lässt Adèle an der Bar zurück, doch holt sie Adèle bald darauf von ihrer Schule ab. Die beiden Frauen kommen sich bei einem Spaziergang näher, auf einer verlassenen Parkbank beginnt Emma Adèle zu porträtieren.

So schÜn der Ausflug mit Emma war, so grausam wird die nächste Begegnung mit ihren Schulfreundinnen. Sie wird von einer Gruppe von Mitschßlern als "Lesbe" geoutet, was sie vehement abstreitet.
Adèle und Emma haben in der Zwischenzeit zueinander gefunden, sind ein Paar geworden und bei Emmas Mutter und deren Partner zum Essen eingeladen – es gibt Austern, an den Wänden hängt Kunst. Nach dem Essen ziehen sie sich zurück, genießen die Zweisamkeit und Adèle kann sich beim Sex mit Emma erstmals voll und ganz hingeben. Auch bei Adèles Eltern werden die beiden vorstellig, allerdings nicht als Paar. Bei Spaghetti Bolognese stellt Adèle Emma als ihre Nachhilfelehrerin für Philosophie vor.

Die Beziehung festigt sich, sie wohnen zusammen und entwickeln sich weiter. Emma trägt wieder ihre Naturhaarfarbe, hat die blauen Haare abgelegt. Sie führt Adèle, die mittlerweile als Lehrerin arbeitet, in ihren Freundeskreis ein. Doch langsam treten erste Spannungen auf, die sozialen und bildungsbürgerlichen Ungleichheiten werden sicht- und spürbar. Adèle fühlt sich in Emmas Welt, bestehend aus KünstlerInnen, GaleristInnen und PhilosophInnen nicht gleichwertig. Die FreundInnen unterhalten sich über Egon Schiele, dessen Namen sie nicht einmal kennt. Auf einer Party trifft Emma auf Lise, ihre schwangere Ex-Freundin. Gemeinsam mit der Malerin beginnt Emma an einem großen Projekt zu arbeiten. Emma und Adèle entzweien sich langsam. In dieser Zeit sucht Adèle Trost bei einem ihrer Kollegen. Schließlich kommt es zum Eklat. Unter Tränen gesteht Adèle ihrer Freundin, dass sie fremdgegangen ist. Emma wirft sie daraufhin hinaus, möchte Adèle nicht mehr sehen. Diese leidet sehr unter der Trennung, lenkt sich mit ihrer Arbeit in der Schule ab.

Emma lebt mittlerweile wieder in einer Beziehung mit Lise und ihrem inzwischen drei Jahre alten Sohn Aude, als sich Emma und Adèle das nächste Mal treffen. Die Begegnung verläuft freundschaftlich, doch Adèle kann ihre Gefühle gegenüber ihrer großen Liebe nicht zurückhalten. Adèle möchte Emma zurück, doch diese erwidert das Verlangen ihrer Ex-Freundin nicht mehr. Dennoch lädt Emma Adèle wenig später zu ihrer ersten großen Vernissage ein. Eines der zentralen Motive in Emmas Bildern ist zwar noch immer Adéle, aber die junge Frau muss auch erkennen, dass sie sich von Emmas Lebenswelt entfremdet hat und verlässt die Vernissage allein...

Auszeichnungen

BLAU IST EINE WARME FARBE ist Gewinner der Goldenen Palme – 67. Festival de Cannes 2013, Ausgezeichnet vom Kritikerverband FIPRESCI als "Bester Film des Jahres", nominiert für den Europäischen Filmpreis (EFA) als "Bester Film" & für die "Beste Regie" und nominiert für den Independent Spirit Award als "Bester Internationaler Film".




Mehr Infos zur Graphic Novel unter: www.splitter-verlag.eu

BLAU IST EINE WARME FARBE
(La vie d´Adèle, chapitres 1 & 2)
Frankreich 2013
Regie: ABDELLATIF KECHICHE
Drehbuch: ABDELLATIF KECHICHE, GHALYA LACROIX
Buchvorlage: JULIE MAROH
DarstellerInnen:
Emma: LÉA SEYDOUX
Adèle: ADÈLE EXARCHOPOULOS
Samir: SALIM KECHIOUCHE
Lise: MONA WALRAVENS
Thomas: JÉRÉMIE LAHEURTE
BĂŠatrice: ALMA JODOROWSKY
Adèles Vater: AURÉLIEN RECOING
Adèles Mutter: CATHERINE SALÉE
AmĂŠlie: FANNY MAURIN
Antoine; BENJAMIN SIKSOU
Valentin: SANDOR FUNTEK

Kamera: SOFIAN EL FANI
Schnitt: ALBERTINE LASTERA, CAMILLE TOUBKIS, JEAN-MARIE LENGELLÉ, GHALYA LACROIX
Ton: JÉRÔME CHENEVOY
Szenenbild: JULIA LEMAIRE
Verleih: Alamode Film
Länge: 179 Minuten
Kinostart: 19. Dezember 2013

www.blauisteinewarmefarbe.de

www.facebook.com/blauisteinewarmefarbe


Quelle: Alamode Film

Gewinnspiele Beitrag vom 10.12.2013 AVIVA-Redaktion 





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