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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 20.03.2008

Efrat Stempler - 1,2,3 Sauerfisch reloaded
Kristina Tencic

Sieben Menschen in einem Raum und eine tickende Bombe. Woher kommt der Angriff? Wer kann ihn stoppen? Jeder ist Opfer - oder vielleicht doch T├Ąter? Ein grenzenloses Theater-Projekt...



...zwischen Leipzig, Berlin und Jelenia Gora (Polen), das noch Unterst├╝tzung sucht.

Was ist zu tun, wenn man nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden kann und in einem einzigen beengten Raum zusammen mit einer Bombe gefangen ist? Wenn die Intimit├Ąt mit den Mitgefangenen in dieser Extremsituation zwischen Verdacht und Solidarit├Ąt schwankt und kein Ausweg erkennbar ist? Es ist ein Wettlauf mit der Zeit um Leben und Tod in dem Grenzen voll ausgekostet werden und gleichzeitig verschwimmen.

Die israelische Choreografin Efrat Stempler inszeniert zusammen mit Wojtek Klemm (Dramaturgie), Jens Crull und Konstantin Hapke (Video), T├ĄnzerInnen und MusikerInnen(Brit Rodemund, Nicky Vanoppen, Alexander Sieber, Miona Petrovic and Anat Vaadia) das spannungsgeladene Theaterst├╝ck "1,2,3 Sauerfisch reloaded". Die Mitwirkenden entstammen unterschiedlichen Nationen wie etwa Israel, Belgien, Deutschland, Serbien und Polen. Die Premiere fand am 17.April 2008 im Lofft Leipzig statt, wo die Auff├╝hrung an drei nachfolgenden Abenden zu sehen sein war, und wird vom 9. - 11. Mai 2008 im Pumpwerk Berlin zu sehen sein.

Urspr├╝nglich wurde das 20 min├╝tige No-Budget-St├╝ck auf dem "Feld-Festival" im Dock 11 im April 2005 vorgef├╝hrt. Doch durch die traurige Aktualit├Ąt des Terrors im Nahen Osten sieht sich die Choreografin geradezu verpflichtet, es als ausgearbeitete Video und Performance-Darbietung auf eine B├╝hne zu bringen. Inspiriert ist es von dem Buch "Der Mensch als Bombe" von W. Schmidbauer, aber auch zum RAF-Terror werden Parallelen gezogen.

Die Motivation zu ihrem Projekt erkl├Ąrt die Israelin wie folgt: "Terror ist nicht mehr ein lokales Ph├Ąnomen im Nahen Osten. Vielmehr ist es zu einem st├Ąndigen Gast auf allen Kontinenten geworden. Das Leben wird vielerorts von seiner Pr├Ąsenz diktiert. Sein Einfluss auf unsere sozialen Codes und Verhaltensweisen ist f├╝r mich faszinierend. Seine Wirkung auf uns als Gesellschaftswesen und der Einfluss auf unser k├Ârperliches Benehmen werden zu zentralen Punkten meiner Untersuchung." Sie m├Âchte ihre Arbeit auf einen Aspekt des Terrorthemas konzentrieren. Bei ihrer Recherchearbeit hat sie h├Ąufiger feststellen m├╝ssen, dass sie sich selbst teilweise stark in diesem Konflikt verfangen hat, da sie in Deutschland Stellungen bezieht, f├╝r die sie in Israel wohl so nie eingetreten w├Ąre.

Wie sehr kann man in einem Konflikt gefangen sein, dass kein Schwarz-Wei├č-Denken mehr Bestand hat? Mit diesen und weiteren Fragen besch├Ąftigt sich Efrat Stempler in ihrem Projekt f├╝r das sie, neben den bisherigen F├Ârderern (Kulturstiftung Sachsen, Stiftung Zur├╝ckgeben und Theater Jelenia Gora) noch weitere sucht.

Zur Choreografin: Geboren 1977 in Tel Aviv, lebt und arbeitet Efrat Stempler seit 2001 in Europa, seit 2004 in Berlin. Von 1995 an tanzte und arbeitete sie mit verschiedenen ChoreographInnen und Ensembles (u.a. Barak Marshall Dance Company) in Israel. 2001 hat sie ihre Ausbildung an der Universit├Ąt Tel Aviv im Studienfach Regie abgeschlossen. Nachdem sie in Projekten mit Martin Stiefermann und dessen Company MS-Schrittmacher als T├Ąnzerin und k├╝nstlerische Mitarbeiterin mitgearbeitet hat, und nach dem Erfolg ihrer Performance ┬┤Kea┬┤, realisierte Stempler 2006 mit ┬┤SHU SHU┬┤ ihre dritte Choreographie, die in Berlin im Tacheles, Z├╝rich, Rum├Ąnien, Armenien und Singapur innerhalb der letzten 6 Monate aufgef├╝hrt wurde. ┬┤1,2,3 Sauerfisch┬┤ war 2006 auf dem Feldfestival im Dock 11 zu sehen.


AVIVA-Tipp: Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, der sich Efrat Stempler in ihrem Theater-Projekt widmet, verspricht eine spannungsgeladene Auff├╝hrung zu werden. Die Fragen zum Wahnsinn des Krieges und Terrors werden hier einmal universell gestellt und halten somit neue Perspektiven offen - Der Nervenkitzel ist garantiert.

Weitere Infos ├╝ber die mitwirkenden Theater, Termine und Tickets unter:
www.teatr.jgora.pl
www.lofft.de
www.daspumpwerk.de
Infos ├╝ber bisherige F├Ârderer und Partner:
www.tanzhaus-leipzig.de
www.kulturstiftung.sachsen.de
www.stiftung-zurueckgeben.de
www.teatrcinema.pl

Kultur Beitrag vom 20.03.2008 Kristina Tencic 





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