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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 16.03.2012

Ausstellung in der Galerie Funke - Carola Bark - consolasido
Claudia Funke

Die Zeichnungen und Malereien der in Berlin geborenen, mehrfach ausgezeichneten K├╝nstlerin weisen Bez├╝ge zur Architektur, zum Raum und zur Musik auf. Vom 24. M├Ąrz ÔÇô 19. April 2012 werden ihre ...



... Arbeiten in einer Einzelausstellung gezeigt.

Carola Barks Element ist die Zeichnung. Dabei erweitert die K├╝nstlerin, die 2001 an der Universit├Ąt der K├╝nste, Berlin, als Meistersch├╝lerin abschloss, das Medium ├╝ber seine Grenzen hinweg. Bereits der Titel der aktuellen Einzelausstellung in der Galerie Funke, consolasido, deutet auf Bez├╝ge zur Architektur, zum Raum und zur Musik. Er zitiert Noten der Tonleiter in italienischer Silbenform und verbindet sie mit dem Begriff der Konsole, einem Vorsprung, einem Gesimstr├Ąger an einer Wand oder Mauer.

Mit Graphit, Klebestreifen oder Magnettonband zeichnet Bark visuelle Partituren mit geraden Linien von unterschiedlicher Dichte und St├Ąrke, rhythmischen Unterbrechungen und Auslassungen, die im musikalischen Sinne an Taktma├č, Tonl├Ąngen und ÔÇôh├Âhen, Frequenzen, Intervalle erinnern. In den neuen Zeichnungen von Bark, den "Interferenzen" von 2012, ├╝berlagern sich die horizontal und vertikal parallel verlaufenden Tuschestriche jetzt mit schr├Ągen Diagonalen. Sie bilden ein komplexes regelm├Ą├čiges Netzwerk, das ein optisches Flirren, Irritationen des Auges, Moir├ę-Effekte erzeugt. Bark greift in ihren Arbeiten minimalistische Tendenzen auf und bezeugt ihre Wertsch├Ątzung f├╝r das Werk von Fran├žois Morellet.

┬ę Carola Bark, Interferenz Nr. 3, 2012, Tusche auf B├╝tten, Detail, VG Bild-Kunst, Foto: Ilona Winter


Die Zeichnungen der K├╝nstlerin treten in Verbindung zur Architektur, indem sie mit Klebeband reduzierte lineare Setzungen direkt auf der Wand anbringt. Mit Schn├╝ren und B├Ąndern zieht sie farbige Linien in den Raum. Sie verspannt auf diese Weise Ecken, W├Ąnde und Decken, hebt die Fl├Ąchigkeit der Zeichnung auf, die nun plastisch dreidimensional erfahrbar wird und den Raum durch den Eingriff ver├Ąndert.
Bark unternimmt ebenfalls Interventionen im ├Âffentlichen Raum. Mit Tapeband zieht sie Linien und fertigt Raster an, wobei sie sich zumeist eher unscheinbare Ecken, ┬┤vergessene┬┤ Orte und Stellen aussucht: Minimale, aber pr├Ązise Zeichnungen an einem Brunnenrand, Holzschuppen, Treppenhaus, einer Hauswand oder einer nicht genutzten Litfa├čs├Ąule ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und werfen ein neues Licht auf die urbane Umgebung.

┬ę Carola Bark, Interferenz 2, 2012, Tusche auf B├╝tten, 76 x 56 cm.jpg



In der Galerie Funke zeigt Bark mit "corners", 2012, 27 Zeichnungen, auf denen mit Bleistift perspektivisch der Blick in einen Innenraum angedeutet wird. Davor gelagert treiben parallel zueinander angeordnete, in das Bild eingearbeitete F├Ąden aus Seidengarn ein Spiel mit der Illusion und Negierung von Fl├Ąche und suggerierten R├Ąumlichkeit.
Imagin├Ąre Architekturen besch├Ąftigen die K├╝nstlerin auf den 18 mit K├Ąstchen versehenen Bl├Ąttern eines gefundenen Skizzenbuchs aus Ecuador. Die jeweils einfarbigen Gebilde oder Grundrisse greifen zwar die Struktur des vorgegebenen Gitters auf, ├╝berlappen dieses aber stellenweise eigenwillig und bilden einen Kontrapunkt zu dessen geometrischer Statik.

Ein tiefes, in seinen Farbnuancen bis ins T├╝rkis oder Grau changierendes Blau kennzeichnet die Malerei von Carola Bark auf quadratischen oder rechteckigen Holzplatten. Die Bilder aus dem Jahr 2011, die die K├╝nstlerin auch in Variationen von Rott├Ânen schuf, gleichen satten Farbakkorden. Trotz der malerischen Dichte erklingt bei ihnen aufgrund der linearen Abgrenzung der Farben voneinander und der minimalistischen Klarheit der Achsen und Geraden ein Nachhall des zeichnerischen Gestus.

In ihrer Reduktion und Pr├Ązision des k├╝nstlerischen Ausdrucks verweisen die Arbeiten von Carola Bark auf nichts als sich selbst. Sie richten das Augenmerk auf die Wahrnehmung des Raums, die Umgebung und die Wirkung der Farben und Zeichen auf die BetrachterInnen.

Carola Bark, 1965 geboren in Berlin, lebt und arbeitet in Berlin. Studium der Bildenden Kunst, Hochschule der K├╝nste, Berlin, Meistersch├╝lerin.
Preise und Stipendien u. a. Erasmusstipendium Glasgow School of Art, Schottland, Postgraduierten-Stipendium der Stadt Berlin, Meistersch├╝lerpreis des Pr├Ąsidenten der Hochschule der K├╝nste Berlin, Goldrausch K├╝nstlerinnenprojekt art IT, Projektstipendium der K├Ąthe-Dorsch und Agnes-Straub-Stiftung.
Ausstellungen: Galerie Laurent Mueller, Paris, the drawing lab, Berlin, Braun und Hasenpflug, Berlin, Goethe Institut Vilnius, Litauen, Hamburger Architektursommer, Kunstraum Alexander B├╝rkle, Freiburg, Gesellschaft f├╝r Kunst und Gestaltung e.V., Bonn, fruehsorge/contemporary drawings, Berlin, Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin, Projektraum neuenhausen, Berlin, Galerie Vostell, Berlin u. a. O.



AVIVA-Tipp: Ein Besuch dieser Ausstellung in der Galerie Funke, die ├╝brigens ausschlie├člich Werke von Frauen zeigt, ist unbedingt empfehlenswert.

Veranstaltungsort: Galerie Funke
Willibald-Alexis-Str. 13/14
10965 Berlin
Email: info@galeriefunke.de, Tel.: 030/20672920
├ľffnungszeiten: Mi-Fr 13-18 Uhr, Sa 12-15 Uhr
und nach Vereinbarung

Er├Âffnung: Freitag, 23. M├Ąrz 19-22 Uhr
John Cage: Trios f├╝r 3 Schlagzeuger, aus: Amores
Jugendensemble COMPAS, Leitung: Jobst Liebrecht

Weitere Infos unter: www.galeriefunke.de und www.carolabark.de


AVIVA-Berlin ist Medienpartnerin dieser Ausstellung.


(Copyright: Claudia Funke, M├Ąrz 2012)



Kultur Beitrag vom 16.03.2012 AVIVA-Redaktion 





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