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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 02.09.2012

Late Bloomers - ein Film von Julie Gavras. Kinostart: 06. September 2012
Sonja Baude

F├╝r ihre Kom├Âdie konnte die franz├Âsische Regisseurin in den Hauptrollen Isabella Rosselini und William Hurt gewinnen. Die beiden Stars verleihen dem Film einen kleinen Hauch von gro├čem Kino.



Sie leben ein etabliertes und privilegiertes Leben in London, er ist ein angesehener Architekt, sie mittlerweile nur noch Hobby├╝bersetzerin. Die drei erwachsenen Kinder sind l├Ąngst aus dem Haus, auch sie eingerichtet in gut situierten Strukturen. ┬┤Sch├Âner Leben┬┤ k├Ânnte mensch diese Welt, angesiedelt zwischen warmherzigem italienischen Famlienbewusstsein und englischem Gro├čb├╝rgertum, ├╝berschreiben, w├Ąre da nicht eine Irritation, die sich einschleicht in dieses Leben: die Zeit, die vergeht. Schmerzlich wird sich Mary (Isabella Rossellini) eines Morgens kurz vor ihrem sechzigsten Geburtstag ihres ├älterwerdens gewahr und f├Ąngt an - nicht ohne eine Portion Selbstironie - den Alterswidrigkeiten zu trotzen: Wassergymnastik steht auf dem Programm, ├╝berdies will sie sich eine sinnvolle ehrenamtliche Besch├Ąftigung suchen. Aber als diese Bem├╝hungen nicht fruchten, stellt sie sich ihrem neuen Lebensabschnitt mit vorauseilendem Pragmatismus. Ein Telefon mit extra gro├čen Tasten macht den Anfang, weitere altersgerechte Anschaffungen folgen. Befremdlich sieht Adam (William Hurt) dem Treiben seiner Frau zu. Er seinerseits f├╝hlt sich keineswegs in die Jahre gekommen, st├╝rzt sich stattdessen in ein Entwurfsprojekt mit seinen jungen StudentInnen und wird sich nur sehr langsam dar├╝ber klar, dass seine Zeit als gefragter Erbauer von Flugh├Ąfen l├Ąngst den Zenit ├╝berschritten hat.

Die Ehekrise scheint unausweichlich: Statt sich in ihrem Erleben gegenseitig zu st├Ąrken, fliehen die beiden getrennt voneinander f├╝r einen Moment lang in andere Welten, umgeben sich mit j├╝ngeren Menschen, lassen sich umgarnen und sp├╝ren um so deutlicher ihre Einsamkeit. Letztlich gelingt es mithilfe der Kinder und ausgl├Âst durch den Tod Noras, der Mutter von Mary, die beiden erneut zueinander zu f├╝hren.

Die Regisseurin Julie Gavras versucht mit ihrer "romantischen Kom├Âdie", den T├╝cken des Alters mit Witz und Verve zu begegnen. Dabei l├Ąuft sie Gefahr, in recht eindimensionale Klischees abzudriften. Jedoch halten die beiden ProtagonistInnen Mary und Adam, die hochkar├Ątig besetzt sind, dagegen. Sie verm├Âgen vor allem Kraft ihres Charmes, immerhin hier und da, den Bildern Menschlichkeit und Lebendigkeit einzuhauchen, um nicht selbst als Schablonen zu verblassen.

Gavras hat sich angesichts der vieldiskutierten demografischen Situation in westlichen L├Ąndern, in denen immer mehr Menschen ├Ąlter werden und zwar viel ├Ąlter, als es die beiden Figuren des Filmes sind, einem virulenten Thema zugewandt: Wie sich wappnen f├╝r die letzten zwanzig Jahre und wie umgehen mit dem Missverh├Ąltnis von innerlichem Alter und dem durch die Gesellschaft von au├čen angetragenen? Gavras Figuren stellen sich tapfer und augenzwinkernd diesen Fragen und so gelingt ihnen ein Neuanfang. Sie sind echte late bloomers und k├Ânnen ihrem reifen Leben dann doch eine gro├če Erf├╝llung abgewinnen - miteinander.

AVIVA-Fazit: Julie Gravas, Tochter des bekannten Regissuers Constantin Costa-Gavras legt mit Late Bloomers ihre dritte Regiearbeit vor. Ein in die Jahre gekommenes Ehepaar, im Gro├čb├╝rgertum Londons zuhause, aber dank der italienischen Wurzeln der Gattin mit s├╝dl├Ąndischem Charme angereichert, muss sich den neuen Herausforderungen des ├älterwerdens stellen. Beide tun es auf sehr verschiedene Weise. W├Ąhrend Mary (Isabella Rosselini) ihrem Schicksal ohne Scheu und tatkr├Ąftig ins Auge blickt, versucht Adam (William Hurt) so lang wie irgend m├Âglich, am Glanz vergangener Zeiten zu haften. All das ist angereichert mit Witz und dank der Starbesetzung auch unterhaltsam arrangiert. Und doch verpasst Gavras streckenweise, ihre Figuren in echte Beziehungen zueinander zu setzen, so dass die Konflikte eher an der Fassade kratzen und kaum tiefere Einblicke ins ├älterwerden gew├Ąhren.

Late Bloomers
Frankreich 2010
Regie: Julie Gavras
Drehbuch: Julie Gavras / Olivier Dazat
Kamera: Nathalie Durand
Musik: Sodi Marciszewer
Schnitt: Pierre Haberer
DarstellerInnen: Isabella Rossellini, William Hurt, Doreen Mantle, Kate Ashfield, Joanna Lumley, Aidan McArdle, Simon Callow, Hugo Speer, Luke Treadaway, Arta Dobroshi, Leslie Phillps
Verleih: Movienetfilm GmbH
Laufl├Ąnge: 90 Minuten
Kinostart: 06. September 2012

Weitere Infos und den Trailer finden Sie unter: www.movienetfilm.de

Kultur Beitrag vom 02.09.2012 Sonja Baude 





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