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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 01.03.2018

trust WHO. Ein Dokumentarfilm von Lilian Franck. Kinostart 1. März 2018
Britta Leudolph

Die Weltgesundheitsorganisation WHO spielt international eine große Rolle, wenn es um die Einschätzung von Gesundheitsrisiken geht. Doch wie unabhängig ist sie? Die Dokumentarfilmerin Lilian Franck ergründet in "trustWHO" anhand von vielen Gesprächen die Strukturen und Wirkungsmechanismen innerhalb der Organisation und kommt zu erschreckenden Ergebnissen.



Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich bei ihrer Gründung selbst den Zweck gegeben, (...) allen Völkern zur Erreichung des bestmöglichen Gesundheitszustands zu verhelfen. Dies ist ihr in einigen Bereichen auch gelungen, zum Beispiel bei der Bekämpfung der Pocken oder der Kinderlähmung.

Im Laufe ihrer Geschichte ist die WHO jedoch immer wieder in die Kritik geraten. KritikerInnen bemängeln ihre Nähe zu Wirtschaftsunternehmen, insbesondere der Pharmaindustrie. Weiterhin werden ihr einerseits eine deutliche Überschätzung der Gefahr - wie etwa beim Auftreten der sogenannten Schweinegrippe –andererseits Verharmlosung – nach der Atomkatastrophe von Fukushima – vorgeworfen.

Die Filmemacherin Lilian Franck geht in "trustWHO" der Frage nach, ob die WHO ihrer Aufgabe und Verantwortung überhaupt noch gerecht werden kann.

Sie untersucht hierzu die Themen, die zu massiver Kritik an der WHO führten: den Tabakskandal, die Schweinegrippe, die Atomkatastrophen in Fukushima und Tschernobyl als auch die Finanzierung der WHO.

Um die Rolle der WHO während des Auftretens der Schweinegrippe zu untersuchen, traf Lilian Frank den ehemaligen WHO-Mitarbeiter German Velasquez. Er verlässt 2010 nach 18 Jahren die Organisation, da er mit ihrer Strategie bezüglich der der vermeintlichen Pandemie nicht einverstanden ist. Die WHO hatte die Epidemiewarnstufe schrittweise bis zur höchsten Stufe erhöht. Daraufhin bestellt allein die deutsche Regierung für etwa 450 Millionen Euro Impfstoffe und Grippemittel. Später wird publik, dass bereits vor Ausrufung der höchsten Epidemiewarnstufe geheime Verträge zwischen Pharmaunternehmen und Regierungen über den Kauf der Medikamente geschlossen wurden. Velasquez kritisiert die finanzielle Abhängigkeit der WHO und kämpft für deren Unabhängigkeit.

Lilian Franck sprach zu dem Thema auch mit Marie-Paule Kieny, der Direktorin der WHO-Impfstoffabteilung. Sie steht in der Kritik, da sie zuvor bei einem französischen Pharmaunternehmen beschäftigt war. Zu Wort kommt außerdem der deutsche Politiker Wolfgang Wodarg, der die WHO 2010 wegen Korruptionsvorwürfen bezüglich der Schweinegrippe vor den Europarat bringt. Lilian Franck spricht mit dem Virologen Prof. Dr. Albert Osterhaus, der als Berater der WHO fungiert und maßgeblich an der Erhöhung der Epidemiewarnstufe beteiligt ist. Sie befragt ihn zu einem möglichen Interessenskonflikt, da ihm wirtschaftliche Eigeninteressen vorgeworfen werden.

Lilian Frank führte Interviews mit Verantwortlichen der WHO, ehemaligen MitarbeiterInnen und WhistleblowerInnen, externen BeraterInnen und KritikerInnen aus unterschiedlichen Bereichen. Sie stellt deren Aussagen einander gegenüber und erreicht damit ein differenziertes Portrait der WHO. Damit gelingt es ihr, die inneren Strukturen der WHO sichtbar zu machen, zu zeigen, wie groß die Abhängigkeit der Organisation von Zuwendungen der Industrie ist und welchen Einfluss diese auf das Wirken der WHO hat. Zu Wort kommen auch die Opfer der Atomkatastrophen von Fukushima und Tschernobyl, die aufgrund der Verharmlosungsstrategie der WHO nicht geschützt werden.

Zur Regisseurin: Lilian Franck, geboren 1971 in Würzburg, absolvierte ihre Ausbildung an der Filmakademie Baden-Württemberg und der französischen Grande Ecole Le Fresnoy – Studio national des arts contemporains. Internationale Erfolge feiert sie mit ihren Kinofilmen. "Pianomania" läuft in mehr als 25 Ländern im Kino und erhält zahlreiche Auszeichnungen (u.a. Hauptpreis der Semaine de la Critique Locarno, Deutscher Filmpreis für beste Tongestaltung, Golden Gate Award San Francisco). Weiterhin übernahm die Regisseurin und Filmproduzentin Lilian Franck bei "Jesus liebt Dich" die künstlerische Leitung und Schnittregie.

AVIVA-Tipp: Lilian Franck gelingt mit ihrem Dokumentarfilm "trust WHO" ein umfassendes Portrait der Weltgesundheitsorganisation WHO. Durch umfassende Gespräche mit Verantwortlichen und KritikerInnen gewährt sie einen tiefen Einblick in die Strukturen der Organisation. Dabei zeigt sich, wie Wirtschaftsunternehmen zunehmend ihre Interessen innerhalb der WHO durchsetzen, ein Problem, das zum einen Menschenleben gefährdet oder gar kostet, zum anderen viele andere öffentliche Organisationen betrifft.

trust WHO
Deutschland / Österreich 2017
Regie: Lilian Franck
Produzent: OVALmedia Cologne, Robert Cibis & Lilian Franck in Koproduktion mit Golden Girls Filmproduktion, Wien, Arash Riahi & Karin Berger
Kamera: Thomas Schlottmann
Ton: Francesco Garbo
Schnitt: Anja Neraal, Ayellet Beck
Musik: Nomen Nescio
85 Minuten – Original mit Untertiteln
Kinostart: 1. März 2018

Mehr Infos:

www.facebook.com

oval.media/de

Kultur Beitrag vom 01.03.2018 Britta Leudolph 





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