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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 19.07.2009

Mitte Ende August - Ein Film von Sebastian Schipper
»Nana« Nicole Wenger

Vor 200 Jahren erschienen Goethes "Wahlverwandschaften". Sebastian Schipper ist nun eine unwiderstehliche und schwerelose Adaption des Klassikers gelungen, die auf eine wundervolle Weise...



... den klassischen Stoff in ein neues und modernes Gewand kleidet.

Hanna (Marie Bäumer) und Thomas (Milan Peschel) haben sich ihre Leidenschaft trotz des stressigen Alltags bewahrt. Um mehr Zeit und Raum für sich und ihre Bedürfnisse zu haben, kaufen sie sich ein altes, heruntergekommenes Häuschen im Grünen. Der Kaufvertrag des Hauses erscheint ihnen wie ein Unterpfand für ihre Liebe und ihre Beziehung. Es soll zum Symbol für ihre Gemeinschaft werden und ihre Gegensätzlichkeit zu einem Ganzen vereinen. Denn während Hanna eine bodenständige, realistische und mitunter nachdenkliche Person ist, besticht ihr Partner Thomas durch ein fast kindliches, sonniges Gemüt und verweigert sich mehr oder weniger den Zwängen des Erwachsenenlebens. Schon in den Anfangssequenzen stellt sich der ZuschauerIn die Frage, ob die beiden zueinander passen und ob sich (ihre) Gegensätze wirklich anziehen und zu einer festen stabilen Beziehung zusammenfügen können:

Thomas und Hanna wachen am Morgen des Kaufabschlusses in ihrer Hamburger Wohnung auf: Thomas dreht erst mal die Lautstärkenregler der Stereoanlage auf und legt zu Pop-Musik, im hübsch-hässlichen Schlüpfer, einen ausdrucksvollen Tanz hin. (Der Film besticht auch besonders durch seine liebevolle Ausstattung und Requisite) – Hanna bringt ihm die Zahnbürste...

Und auch bei den Instandsetzungsmaßnahmen haben die Beiden recht unterschiedliche Vorstellungen. Thomas gibt sich seinen Ideen hin, Hanna hat die Finanzen und die "Statik" im Blick. Noch zelebrieren sie ihre ungestörte Beziehungs-Idylle, denn auf dem Land ticken die Uhren anders. Das Handy hat keinen Empfang, ein kleiner See lädt zum Baden ein und elektrisches Licht muss erst einmal durch Kerzenschein ersetzt werden. Doch die traute Zweisamkeit ist nicht von langer Dauer.

Getreu der literarischen Vorlage kündigen sich BesucherInnen in der ländlichen Idylle an: Thomas´ Bruder Friedrich (André Hennicke) hat gerade seinen Job in einem großen Architekturbüro verloren und wurde von seiner Frau verlassen.
Wie ihre Roman-Patin Charlotte versucht Hanna den Besuch erst einmal abzuwimmeln. Doch letztlich bringt sie es nicht über das Herz, den einsamen Bruder abzuweisen. Auch ihre Patentochter Augustine (Anna Brüggemann) würde sie gerne bei sich aufnehmen. Und so werden aus Zwei schnell Vier. Die ersten Gefühlsverwirrungen entstehen. Denn der stille Friedrich versteht es, die verletzlichen Seiten Hannas zu berühren.
Thomas und Augustine lieben und leben (nur) für den Augenblick. Dann passiert es – die Beziehung(en) werden auf einen schweren Prüfstand gestellt.

AVIVA-Tipp: "Mitte Ende August" ist ein zärtlicher, leichter, melancholischer und dennoch zuversichtlicher (Sommer-) Film, der die Geschichte einer (klassischen) Vierecksbeziehung mit den Beziehungsproblemen und Verstrickungen der Jetzt-Zeit verbindet. Sebastian Schipper gelingt es, eine für sich stehende Liebesgeschichte zu erzählen. Gleichsam erzeugt er Lust auf mehr Literatur- (Verfilmungen) und darauf, auch die Klassiker für sich (neu) zu entdecken. Dieser romantische Film wird getragen von großartigen SchauspielerInnen, einer wundervollen Ausstattung und – Dank Vic Chesnutt - von einer grandiosen Filmmusik.

Hintergrundinformationen: Wie schon in seinen ersten beiden Filmen "Absolute Giganten" und "Ein Freund von mir" führte Sebastian Schipper nicht nur Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch. Marie Bäumer ("Die Fälscher"), Milan Peschel ("Netto", "Hände weg von Mississippi"), André Hennicke ("Die Buddenbrooks") und Anna Brüggemann ("Lulu und Jimi") verleihen den komplexen Gefühlen ihrer Figuren auf großartige Weise unverstelltes Leben. Die stimmungsvolle Musik des amerikanischen Sängers und Songwriters Vic Chesnutt wurde eigens für den Film komponiert. "Mitte Ende August" ist eine Film1-Produktion in Co-Produktion mit dem NDR, in Zusammenarbeit mit Arte und in Co-Produktion mit Senator Film Produktion. Als einziger deutscher Spielfilm-Beitrag feierte der Film seine Welturaufführung im Forum der 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin. "Mitte Ende August" wurde auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen mit der BESONDEREN AUSZEICHNUNG der Jury geehrt.
(Presse-Informationen)

Mitte Ende August
Deutschland 2009, 93 Minuten
Regie: Sebastian Schipper
Buch: Sebastian Schipper
(frei nach Johann Wolfgang von Goethe)
Musik: Vic Chesnutt
DarstellerInnen: Marie Bäumer, Milan Peschel, Anna Brüggemann, André Hennicke, Gert Voss, Agnese Zeltina u.a.
Senator Film
Kinostart: 30. Juli 2009

Weitere Informationen finden Sie im Netz unter: www.film1.de

Weiterlesen: "Die Wahlverwandschaften" von Johann Wolfgang von Goethe oder "Sie kam und blieb" von Simone de Beauvoir.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

"Die Buddenbrooks" und "Effie Briest" mit Julia Jentsch.

Kultur Beitrag vom 19.07.2009 AVIVA-Redaktion 





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