Buchmesse Leipzig 2010 - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kultur
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Frauensommer 2018 - Mythos 68 WOHNE LIEBER UNGEWÖHNLICH
AVIVA-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   JĂŒdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 20.03.2010

Buchmesse Leipzig 2010
Claire Horst

Die Leipziger Buchmesse ist laut Eigendarstellung das grĂ¶ĂŸte Lesefest Europas. Im Jahr 2010 lasen 1500 AutorInnen an ĂŒber 300 Orten in der ganzen Stadt aus ihren Werken. Damit ist die Buchmesse...



... keine reine Fachveranstaltung, sondern richtet sich an alle Literaturinteressierten.

AVIVA-Autorin Claire Horst hat die Buchmesse besucht und viele AutorInnen gehört – eine subjektive Auswahl finden Sie hier.

Mit Spannung erwartet wurde die Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse. Der Preis wird in drei Kategorien vergeben: Belletristik, Sachbuch und Übersetzung. Schlagzeilen gemacht hatte vor allem die Nominierung von Helene Hegemanns Roman "Axolotl Roadkill" fĂŒr den Belletristik-Preis. Die Autorin war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung erst 17 Jahre alt. Schon ein Jahr zuvor hatte sie ihren ersten Film "Torpedo" gedreht, der auf dem Hofer Filmfest Premiere feierte und von der Kritik hoch gelobt wurde. Kurz nach der Nominierung von "Axolotl Roadkill" waren PlagiatsvorwĂŒrfe bekannt geworden: Hegemann hatte Textstellen von dem Blogger Airen ĂŒbernommen, ohne dies kenntlich zu machen. Trotzdem hielt die Jury an ihrer Entscheidung fest. Die Juryvorsitzende Verena Auffermann erklĂ€rte dazu bei der Preisverleihung, man entscheide nach Ă€sthetischen, nicht nach juristischen Kriterien. Hegemann selbst sagte dazu bei der vorherigen Vorstellung der Nominierten, sie werde demnĂ€chst wohl Jury studieren und hatte damit die Lacher auf ihrer Seite.

Wie zu erwarten war, ging der Preis dennoch nicht an Hegemann, sondern an Georg Klein, dessen "Roman unserer Kindheit" eine Coming of Age-Geschichte in SĂŒddeutschland erzĂ€hlt. Weitere Preise gingen an Ulrich Raulff fĂŒr sein Buch "Kreis ohne Meister" ĂŒber den Dichterkreis um Stefan George und an Ulrich Blumenbach fĂŒr seine Übersetzung des Romans "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace. Schon unter den insgesamt 15 Nominierungen waren nur vereinzelte Frauen. Im Bereich Belletristik war neben Hegemann Anne Weber mit ihrem Roman "Luft und Liebe" nominiert, unter den Sachbuchautoren war keine Frau, im Bereich Übersetzungen waren Grete Osterwald ("Waltenberg" von HĂ©di Kaddour) und Rosemarie Tietze ("Anna Karenina" von Lew Tolstoi) nominiert.

Auf den Lesungen waren dafĂŒr zahlreiche spannende Autorinnen zu erleben. Eine Entdeckung ist die junge Lyrikerin und Prosaschriftstellerin Ulrike Almut Sandig, die auf mehreren BĂŒhnen aus ihrem aktuellen Band "Flamingos" las. Die Kurzgeschichtensammlung erzĂ€hlt in prĂ€ziser und poetischer Sprache von Kindheit und Erinnerung, verbindet Reales und Surreales, Sandig zu hören, war ein großartiges Erlebnis – was leider nicht von allen Lesungen gesagt werden kann.

Am Stand der israelischen Botschaft wurde ein umfangreiches Programm geboten. Neben der Jerusalemer Autorin Mira MagĂ©n, die ihr neues Buch "Die Zeit wird es zeigen" vorstellte, waren unter anderem auch der junge Autor Nir Baram mit seinem Roman "Der WiedertrĂ€umer" und Asaf Schurr mit "Motti" zu hören. Leider hatten die SchauspielerInnen, die die Übersetzungen der Werke lasen, sich anscheinend kaum mit den Texten auseinandergesetzt. Ihnen zuzuhören, war weniger angenehm als die anschließenden GesprĂ€che mit den AutorInnen.

Ein Schwerpunkt der Leipziger Buchmesse ist traditionell die Literatur aus Osteuropa. Zahlreiche Veranstaltungen widmeten sich der Auseinandersetzung mit der Wende in Europa vor 20 Jahren. So wurde der ungarische Autor Györgi Dalos mit dem "Leipziger Buchpreis zur EuropÀischen VerstÀndigung" ausgezeichnet. Die österreichische Prosaautorin und Dramatikerin Katrin Röggla, die auch mit ihrem Buch "die alarmbereiten" vertreten war, las gemeinsam mit dem kosovarischen Schriftsteller Jeton Nesiraj aus ihrem Briefwechsel "Pizza Unmik", der sich mit dem Wirken der NGOs im Kosovo auseinandersetzt.

NatĂŒrlich waren auch – leider vor allem deutsche - Stars wie die NobelpreistrĂ€gerin Herta MĂŒller, Friedrich Christian Delius und GĂŒnter Grass vertreten.

ErgĂ€nzt wurde das Programm durch ein umfangreiches Angebot fĂŒr Kinder und Jugendliche (die kostĂŒmierten Mangafans waren nicht zu ĂŒbersehen), einen thematischen Schwerpunkt zum Hörbuch und Diskussionen und Fortbildungen fĂŒr LehrerInnen und das Fachpublikum.

AVIVA-Tipp: Nicht verpassen: Die Buchmesse 2011 findet vom 17. – 20. MĂ€rz 2011 statt. Schwerpunkt wird Serbien sein.

Die Leipziger Buchmesse im Netz:
www.leipziger-buchmesse.de

Kultur Beitrag vom 20.03.2010 Claire Horst 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken