The exploding girl - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kultur
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Frauensommer 2018 - Mythos 68 WOHNE LIEBER UNGEW├ľHNLICH
AVIVA-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 04.05.2010

The exploding girl
Nadja Grintzewitsch

Mit diesem Film gelang Regisseur Bradley Rust Gray das Portrait einer unverf├Ąlschten, federleichten Liebesgeschichte und einer wunderbaren Freundschaft. Ein Muss f├╝r LiebhaberInnen des Mumblecore...



...und - soviel sei verraten - endlich wieder ein Independentfilm mit Happy End!

Ein amerikanischer Sommer. Ivy und Al studieren in unterschiedlichen St├Ądten, verbringen die Semesterferien jedoch stets zu Hause in New York. Sie kennen sich von Kindesbeinen an und sind seither die besten FreundInnen. So ist es auch keine Frage, wo Al unterkommt, als seine Eltern ├╝berraschend ein Zimmer untervermieten und er eine Bleibe sucht. Ivy und ihre Mutter, die als Tanzlehrerin arbeitet, nehmen den rothaarigen Biologiestudenten ohne Z├Âgern bei sich auf.

Ivy (Zoe Kazan) ist eine sympathische Br├╝nette mit einer Vorliebe f├╝r bunte, kittelartige Kleidchen. Sie wirkt ├Ąu├čerlich vollkommen beherrscht, f├╝r die Zuschauerin beinahe erschreckend ruhig. Ein aufschlussreicher Besuch bei der ├ärztin verr├Ąt auch den Grund daf├╝r: Ivy leidet schon jahrelang an juveniler myoklonischer Epilepsie und hat gelernt, ihre Emotionen zu unterdr├╝cken, um damit Stress vorzubeugen.

Ivy f├╝hrt das Leben einer ganz normalen Zwanzigj├Ąhrigen. Sie geht auf Parties, lernt f├╝r die Uni, unternimmt etwas mit Al. Einzig Schlafentzug und zuviel Alkohol sind Gift f├╝r sie. Auch alleine ein Bad zu nehmen ist untersagt, da w├Ąhrend eines Anfalls die Gefahr best├╝nde, zu ertrinken. Doch da Ivy mit der Krankheit umzugehen wei├č und auch ihr Umfeld sie unterst├╝tzt, schr├Ąnkt die Epilepsie ihr Leben nur begrenzt ein.

Al (Mark Rendall) ist der Typ Mann, den insgeheim jede Frau an ihrer Seite haben will. Er bemerkt, wenn Ivy ein neues Kleid tr├Ągt und kocht Suppe, wenn sie sich nicht gut f├╝hlt. Auch ist es f├╝r ihn eine Selbstverst├Ąndlichkeit, sie zu seinen Kumpels mitzunehmen. Doch beim weiblichen Geschlecht hatte er bislang kein Gl├╝ck, denn er ist einfach "zu lieb". All seine Ann├Ąherungsversuche scheitern schon im Vorfeld an fehlendem Selbstvertrauen. Um Ivy k├╝mmert Al sich r├╝hrend, ohne jedoch bevormundend zu wirken. Die wohl meist gestellte Frage im Film lautet: "Are you okay?" und wird begleitet von freundlichen Gesten, bei denen frau innerlich jedes Mal ger├╝hrt aufseufzt.

Jedoch ist ein Zusammenkommen der beiden Hauptcharaktere zun├Ąchst nicht m├Âglich, denn da ist ja noch Greg, Ivys omin├Âse Telefonbeziehung. Sie haben sich auf dem College kennen gelernt, verbringen die Sommerferien aber getrennt. Von Anfang an merkt frau, dass die beiden von der gro├čen Liebe weit entfernt sind. Ihre Gespr├Ąche bestehen aus Small Talk in Reinform, unterbrochen von sekundenlangen Pausen. Meist redet Ivy sowieso nur mit dem Anrufbeantworter, weil Greg zwar versprochen hat, sie anzurufen, es aber mal wieder doch nicht tut.

├ťber ihre Beziehungsprobleme spricht Ivy weder mit ihrer Mutter noch mit Al. Doch die Reaktionen ihres K├Ârpers sprechen B├Ąnde, Magenschmerzen und morgendliche Zuckungen nehmen immer weiter zu. Als Greg urpl├Âtzlich - nat├╝rlich am Telefon! ÔÇô die Beziehung beendet, weil er sich in eine Andere verliebt hat, steckt Ivy dies ├Ąu├čerlich wie immer mit links weg. Doch die gewaltsam unterdr├╝ckten Emotionen bahnen sich in Form eines erneuten epileptischen Anfalls ihren Weg an die Oberfl├Ąche...

"The exploding girl" gl├Ąnzt vor allem durch Hauptdarstellerin Zoe Kazan, die bereits in Filmen wie "Wenn Liebe so einfach w├Ąre" und "Zeiten des Aufruhrs" an der Seite von Weltstars wie Meryl Streep oder Leonardo DiCaprio auf der Leinwand zu sehen war. Mit viel Einf├╝hlungsverm├Âgen und Sensibilit├Ąt spielt sie die Rolle der Ivy und vermag es so, das Bild einer unabh├Ąngigen, jungen Frau zu zeichnen, die tapfer den Widrigkeiten des Lebens trotzt. Mit Mark Rendall, der im wahren Leben ├╝brigens f├╝nf Jahre j├╝nger als Zoe Kazan ist, wurde zus├Ątzlich ein unbedingter Sympathietr├Ąger gecastet.

Der Film geh├Ârt dem Genre "Mumblecore" an, der sich durch lange Kameraeinstellungen, Gro├čaufnahmen und aussagekr├Ąftige Bilder auszeichnet. So wird beispielsweise im Intro minutenlang das Gesicht der schlafenden Ivy im Auto gezeigt. B├Ąume und Himmel zeichnen sich als gr├╝n-blaue Lichtreflexionen auf der Scheibe ab und vermitteln den Eindruck explodierender Synapsen├╝bertragungen. So bringt frau den Titel "The exploding girl" sofort mit der Hauptdarstellerin in Verbindung.

AVIVA-Tipp: "The exploding girl" ist ein kleines, filmtechnisches Meisterwerk. Szenen, in denen Ivy und Al im Sonnenuntergang auf einem New Yorker Dach den Flug von Zuchttauben beobachten, wirken keinesfalls kitschig oder konstruiert, sondern hochromantisch. Das will gelernt sein! Eine der sch├Ânsten (Sommer-) Liebesgeschichten des Independent-Kinos.


The exploding girl
USA 2009
Buch und Regie: Bradley Rust Gray
Englisch mit deutschen Untertiteln
DarstellerInnen: Zoe Kazan, Mark Rendall und andere
Verleih: Peripherfilm
Laufl├Ąnge: 79 Minuten
Kinostart: 06. Mai 2010

www.peripherfilm.de/theexplodinggirl

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Beeswax

Nothing Personal

Kultur Beitrag vom 04.05.2010 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken