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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 28.03.2009

Inside Hollywood
Henriette Jankow

Barry Levinson wirft einen satirischen Blick auf das Filmgesch├Ąft und konnte die Cr├Ęme d la Cr├Ęme f├╝r die Besetzung gewinnen. Robert De Niro in der Hauptrolle des gl├╝cklosen Produzenten, ...



... Bruce Willis und Sean Penn spielen sich selbst.

Ben (Robert De Niro) arbeitet im wilden Hollywood-Dschungel als Produzent. Sein Leben ist der ganz normale Wahnsinn, den die Filmindustrie so mit sich bringt. Der letzte von ihm produzierte Film "Fiercely" kommt trotz der Glanzleistung Sean Penns (Sean Penn) nicht nur bei der unterk├╝hlten Studiochefin Lou (Catherine Keener) nicht gut an, sondern hat beim Probescreening vernichtende Kritiken erhalten. Der Grund daf├╝r war nicht zuletzt das Ende, in welchem der exzentrische Regisseur Jeremy Brunell (Michael Wincott) seine Gewaltphantasien an der Erschie├čung eines Hundes auslebt. Ben muss Jeremy ├╝berzeugen, das Ende des Films umzuschreiben, um die Verluste des Studios m├Âglichst gering zu halten.

Damit nicht genug, steht auch schon mit dem neuen Filmprojekt jede Menge ├ärger ins Haus. Star des Films ist ein ebenso cholerischer wie gesichtsbehaarter Bruce Willis (Bruce Willis), der sich weigert, seinen lange gez├╝chteten Bart abzurasieren. Willis` neurotischer Agent Dick (John Turturro) ist Ben keine besonders gro├če Hilfe, den Superstar zur Kooperation zu bewegen. Er leidet n├Ąmlich unter Magengeschw├╝ren und hat vor niemandem mehr Angst als vor seinen Klienten.

Nat├╝rlich geht es auch privat in Bens Leben drunter und dr├╝ber. Einmal die Woche geht er mit seiner Ex-Frau Kelly (Robin Wright Penn) zu einer Paartherapie der anderen Art. Ziel soll sein, dass beide gl├╝cklich von einander getrennt leben k├Ânnen. Doch Ben hegt noch Gef├╝hle f├╝r Kelly und sieht es deshalb auch gar nicht gern, dass sie mit dem verheirateten Drehbuchautor Scott Solomon (Stanley Tucci) anbandelt.

Barry Levinson plaudert aus dem N├Ąhk├Ąstchen der bissigen Filmwelt. So authentisch wie m├Âglich sollte der Film sein. Eine "unmittelbare und organische" Wiedergabe der Lebensweise in der Stadt der Engel liefert der Film mittels rasanter Kamerafahrten und Zeitraffermodi. Technisch raffiniert, wenn auch nicht neu, ist ebenso das Konzept des Films im Film. So ist der Soundtrack von "Fiercely", den Ben stets auf seinen Autofahrten auf L.A.s Highways h├Ârt, mit dem des gesamten Films identisch.

Das Drehbuch basiert auf den Memoiren des Produzenten Art Linson, dessen Stern dereinst - ebenso wie Bens zum Ende des Films - am Hollywoodhimmel rapide zu sinken drohte. Dass es sich bei "Inside Hollywood" um einen Independent-Movie handelt, sieht man dem Film in keiner Sekunde an. Vielmehr scheint er ein Sammelbecken f├╝r Hollywoodgr├Â├čen zu sein. Der Film im Film zeigt, dass gro├če Stars gro├čes Geld bringen. Diesem Grundsatz scheint "Inside Hollywood" auch gefolgt zu sein. Man setzt auf altbew├Ąhrte Kassenmagneten wie Robert De Niro, Stanley Tucci oder eben Bruce Willis. Doch reicht dieses Staraufgebot aus, um eine kluge Satire auf das tollw├╝tige Filmbusiness zu machen? Der Film liefert nichts ├╝ber die Welt, in der Schein mehr als Sein ist, was man nicht schon geh├Ârt oder gesehen h├Ątte. So ganz gelingt es ihm nicht, den g├Ąngigen Klischees ein Bein zu stellen, und sie als solche zu entlarven. Vielmehr werden sie best├Ątigt: Da w├Ąren der extravagante Regisseur, der ebenso Leads├Ąnger einer Hard-Rock-Band sein k├Ânnte und eine profunde Affinit├Ąt zu Drogen pflegt und der angstneurotische Star-Agent, der sich am meisten vor seinen eigenen Klienten f├╝rchtet. Der gro├če VIP darf auch nicht fehlen. Hier ist es Bruce Willis, der eine cholerische Version seiner selbst zum Besten gibt, und in dessen Figur s├Ąmtliche Klischees eines All├╝ren beladenen Superstars kulminieren. Ein austauschbares h├╝bsches kleines Starlet, eine eisenharte, unterk├╝hlte Studiochefin und die Ex-Frau, die auch nicht so richtig wei├č, ob sie die Beziehung auffrischen oder sich doch lieber zu neuen Ufern aufmachen soll, machen die Sammlung typischer Hollywood-Figuren komplett.

Zum Regisseur: Barry Levinson, 1942 in Baltimore geboren, nahm zun├Ąchst in Los Angeles Schauspielunterricht und gelangte ├╝ber sein Dasein als Comedian zum Schreiben von Drehb├╝chern. 1989 bekam er den Oscar f├╝r seine Regiearbeit am Film "Rain Man" mit Tom Cruise und Dustin Hoffman. Weitere Filme, bei denen er Regie f├╝hrte sind unter anderem "Good Morning Vietnam", "Sleepers" und die Polit-Satire "Wag the dog".

AVIVA-Fazit: Auch die Raffinesse der Kameraf├╝hrung kann ├╝ber einige Schw├Ąchen der zuweilen vorhersehbaren Story nicht hinwegt├Ąuschen. Hollywood parodiert sich selbst und liefert dabei nichts Neues. Wer sich ein Gag-Feuerwerk erhofft, wartet vergeblich auf die Z├╝ndung und wird sich mit ein paar mal Schmunzeln zufrieden geben m├╝ssen.

Inside Hollywood / What Just Happened?
im Verleih von Concorde
USA, 2008
Regie: Barry Levinson
DarstellerInnen: Robert De Niro, Bruce Willis, Stanley Tucci, John Turturro, Kristen Stewart
Filml├Ąnge: 107 Minuten
Kinostart: 26. M├Ąrz 2009

Kultur Beitrag vom 28.03.2009 AVIVA-Redaktion 





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