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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2018 - Beitrag vom 01.09.2011

Baikonur. Kinostart 01. September 2011
Tatjana Zilg

Mit viel Elan drehte der Regisseur Veit Helmer ("Absurdistan", "Tuvalu") dort einen Spielfilm, wo es zuvor noch niemand wagte: Seine Technology-Nature-Clash-Comedy spielt rund um die ...



... ehemalige sowjetische Raumfahrtstation Baikonur, weit abgelegen vom urbanen Leben in der kasachischen Steppe.

In Zeiten des Kalten Krieges führte die Führungsriege der UdSSR der internationalen Presse ihre Fortschritte in der Raumfahrttechnologie vor und konnte durchaus mit der Supermacht USA mithalten. Die ArbeiterInnen im real existierenden Sozialismus dagegen übten sich im Schlange stehen für begehrte Alltagsprodukte.

Sehnsucht nach dem All

Längst ist die UdSSR in die Geschichtsbücher eingegangen, doch unter russischer Leitung wird in Baikonur weiter an der Eroberung und Erkundung des Weltalls gefeilt. Eigentlich lässt man sich dabei nicht gerne durch Filmteams stören, doch mit Geschick und Überzeugungskunst erhielt Veit Helmer die Drehgenehmigung für sein außergewöhnliches Projekt. Im Mittelpunkt seiner Dreiecksliebesgeschichte stehen eine französische Weltraumtouristin und zwei junge SteppenbewohnerInnen, die nicht nur aufeinander, sondern auch auf die Unendlichkeit des Universums ein sehnliches Auge geworfen haben.

Kasachische Überlebenskunst: Resteverwertung von Raketenteilen

Iskander (Alexander Asochakov) wird spaßeshalber auch Gagarin genannt, nach dem berühmten Astronauten Juri Gagarin. Genau wie dieser möchte er eines Tages in bisher unbekannte Fernen des Weltalls vordringen. Derzeit sitzt er jedoch in seiner Jurte an einer selbstgebastelten Funkstation. Seine Aufgabe innerhalb der kasachischen Dorfgemeinschaft ist es, genau zu orten, wann und wo eine Rakete startet. Denn die verschiedenen Dorfgruppen liefern sich eine wilde Jagd auf die abgeworfenen Metallteile. Der Weltraumschrott dient als Tauschmittel für Lebensmittel mit den benachbarten ChinesInnen oder als Material für DIY-Produkte für das tägliche Leben.
Nazira (Sitora Farmonova) ist eine verwegene Schönheit, die mit ihrem Pferd tatkräftig bei der Gütersammlung mithilft und vor Temperament sprüht. Dennoch konnte sie ihren Schwarm Iskander bisher nicht für sich begeistern. Stattdessen träumt er von der Weltraumtouristin Julie (Marie de Villepin) und verfolgt deren Vorbereitungen für ihren ersten Raketenflug im nahegelegenen Baikonur im Fernsehen.

Der junge Visionär muss nicht allzu lange warten, bis sein Traum Realität wird. Die Kapsel, mit der Julie zurück zur Erde gebracht werden soll, stürzt mitten in der Steppe ab. Er rettet sie und versorgt die Ohnmächtige umsichtig in seiner Jurte. Wie ein Schneewittchen liegt sie dort und wacht nicht auf. Iskander befreit sie aus dem schweren Kosmonautenanzug und hüllt sie aus Not in das Brautkleid seiner tödlich verunglückten Mutter. Als Julie plötzlich die Augen aufschlägt, weiß sie nicht mehr, wer sie ist. Iskander kann der Versuchung nicht widerstehen, ihr zu erklären, sie sei seine Verlobte. Wie lange das gut geht und welche Wirrnisse und Abenteuer noch zu überstehen sind, bis jede(r) der drei SteppenvisionärInnen zu seiner ureigenen Leidenschaft gefunden hat, haben Veit Helmer und der russische Co-Drehbuchautor Sergej Ashkenazy in einen komödiantisch-skurrilen, temporeichen, aber sich auch für Details Zeit nehmenden Plot verpackt.

AVIVA-Tipp: Veit Helmer begeistert nach "Absurdistan" und "Tuvalu" erneut durch eine außergewöhnliche Story-Idee, die er in einem leicht comichaften, mal bunten, mal naturfarbenen Stil verfilmt. Jede Szene ist gefüllt mit viel Witz und Drive, so dass die Kombination aus surrealen Märchen und reflexiver Soziokomödie kurzweilig über die Leinwand huscht und archaische genau wie moderne Sehnsüchte in den Herzen des Kinopublikums aufstöbert.
Universelles Thema ist die Entscheidung zwischen der Geborgenheit im Vertrauten und der Eroberung des Fremden. Am Schluss steht die Erkenntnis, dass drängendes Fernweh den Blick für die Qualitäten, die in unmittelbarer Nähe liegen, verstellen kann.

Baikonur
Deutschland, Russland, Kasachstan 2010
Regie: Veit Helmer
Drehbuch: Veit Helmer und Sergej Ashkenazy
DarstellerInnen: Alexander Asochakov, Marie de Villepin, Sitora Farmonova
Länge: 94 Minuten
Verleih: X Verleih
Start in deutschen Kinos: 01.09.2011

Mehr zum Film: www.baikonur.x-verleih.de


Kultur Beitrag vom 01.09.2011 AVIVA-Redaktion 





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